Computertomographie

Neuroradiologie

bildgebend

Erklärung

In der Abteilung Neuroradiologie der Universitätsklinik Heidelberg werden alle neuroradiologischen CT-Untersuchungsverfahren an einem modernen 16-Zeilen-CT durchgeführt (Somatom Sensation, Fa. Siemens). Im Jahr 2008 wurden insgesamt über 11.500 CT-Untersuchungen in unserem Institut durchgeführt. Neben der zahlenmäßig größten Gruppe, den Schädel-CT-Untersuchungen, werden täglich Untersuchungen des Gesichtsschädels und der Nasennebenhöhlen, der Augenhöhle, der Schädelbasis, der Wirbelsäule und des Halses angefertigt. Mit modernen Techniken ist auch eine nicht-invasive Untersuchung der hirnversorgenden  Blutgefäße (CT-Angiographie) sowie Untersuchungen der  Hirndurchblutung (Perfusions-CT) möglich. Sämtliche dieser Techniken sind der Abteilung für Neuroradiologie 24h am Tag verfügbar.

Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten CT-Untersuchungen:

  • CT Hirnschädel nativ oder mit Kontrastmittel
  • CT-Angiographie der supraaortalen Gefäße (extra/intrakraniell)
  • CT-Perfusion
  • CT Nasennebenhöhlen / Orbita
  • CT Felsenbein / Mittel- und Innenohr
  • CT Wirbelsäule nativ und nach Myeolographie (Kontrastmittel-Gabe in den Nervenwasserraum)
  • CT Kopf-Hals nativ und mit Kontrastmittel
  • CT Thorax (in Kooperation mit der Abteilung Radiodiagnostik)

Neben den diagnostischen CT-Untersuchungen werden in der Abteilung Neuroradiologie auch minimal-invasive CT-gesteuerte Eingriffe durchgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt ist hier die Behandlung von Schmerzsyndromen der Wirbelsäule. Bei diesen Interventionen wird über eine dünne Punktionsnadel unter CT-Kontrolle ein Schmerzmedikament genau an einen bestimmten Schmerzpunkt eingebracht (z.B. kleines Wirbelgelenk, Nervenwurzel oder Kreuzbeinfuge). Auch Punktionen und Gewebeproben von entzündlichen oder tumorverdächtigen Veränderungen können mit dieser Technik sicher und minimal invasiv durchgeführt werden. 

Technik der Computertomographie

Die Computertomographie (CT) ist ein Schnittbildverfahren, bei dem der Patient durch einen um ihn rotierenden Röntgenstrahl abgetastet wird. Der Patient liegt hierbei auf einer beweglichen Liege, die während der Untersuchung durch die Öffnung des CT gefahren wird. Die Röntgenstrahlen, die durch den Patienten geschickt werden, werden von mehreren Detektoren gleichzeitig aufgezeichnet. Der Vergleich zwischen ausgesandter und gemessener Strahlungsintensität gibt Aufschluss über die Abschwächung der Strahlung durch das zu untersuchende Gewebe. Die Daten werden mittels eines mathematischen Verfahrens im Computer zu einem Datensatz zusammengefügt, aus dem man Schnittbilder und 3D-Ansichten in beliebigen Ebenen rekonstruieren kann. Der Schwächungskoeffizient, oft als Röntgendichte bezeichnet, wird in der CT in Grauwerten dargestellt (sogenannte Hounsfield-Skala): Luft hat auf dieser Skala einen Absorptionswert von −1000, Wasser von 0 und Metall (zum Beispiel Implantate) von über 1000. Da das menschliche Auge nicht in der Lage ist, alle Grauwerte zu differenzieren, wird der Bereich der Grauwert-Darstellung je nach untersuchtem Organsystem begrenzt. So werden beispielsweise im „Weichteilfenster“ Muskeln, innere Organe oder das Hirngewebe besonders gut dargstellt, während im „Knochenfenster“ Knochenstrukturen der Wirbelsäule, der Extremitäten oder des Gesichtsschädels in höchster Auflösung zur Abbildung kommen. Gewebe, das eine geringe Dichte aufweist, wird als hypodens bezeichnet; bei höherer Dichte als hyperdens.

Vorteile der CT gegenüber der Magnetresonanztomographie sind kurze Untersuchungszeiten und die gute Darstellung von Knochenstrukturen, weshalb die CT insbesondere in der Notfalldiagnostik von verunfallten Patienten, aber auch bei unruhigen oder schwerkranken Patienten zum Einsatz kommt. Herzschrittmacher und Metallimplantate stellen keine Kontraindikation gegen eine CT-Untersuchung dar. Durch zusätzliche Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel können entzündliche oder tumoröse Erkrankungen durch eine vermehrte Kontrastierung sichtbar gemacht werden. Weiterhin können arterielle und venöse Gefäße in hoher Auflösung durch Kontrastmittelgabe nicht-invasiv dargestellt werden (sog. CT-Angiographie). Durch funktionelle Messungen der Kontrastmittelkurve (sog. CT-Perfusion) kann bei bestimmten Fragestellungen die regionale Durchblutung in einem Gewebe, z.B. beim akuten Schlaganfall, bei Gefäßspasmen oder bei Tumorerkrankungen, genau gemessen werden. Kontraindikationen gegen eine Gabe von Röntgenkontrastmittel sind eine Schilddrüsenüberfunktion, eine schwere Nierenerkrankung oder eine bekannte Kontrastmittelallergie. Vor einer CT-Untersuchung mit Kontrastmittel wird der Patient durch den Neuroradiologen daher ausführlich befragt und aufgeklärt, außerdem ist eine Blutuntersuchung der Nieren- und Schilddrüsenwerte notwendig. 

Perfusions-CT

Mit der Perfusions-CT ist es möglich die Durchblutung des Gehirns zu messen. Auf diesem Bild gezeigt ist ein Patient mit einem akuten Schlaganfall, der verursacht war durch eine Minderdurchblutung des Gehirns (in rot dargestellt, Pfeile). Neben dem akuten Schlaganfall kann man mit dieser Durchblutungsmessung auch zeigen, wie stark die Minderdurchblutung bei Gefäßeinengungen („Stenosen“), z.B. bei der Arteriosklerose ist. 

CT-Angiographie

Mit der CT-Angiographie können dreidimensional in höchster Auflösung die Blugefäße des Gehirns dargestellt werden. Hier ist eine große Gefäßaussackung (Aneurysma) gezeigt (Pfeil), aus der es geblutet hatte. Diese Untersuchungen kann für die weitere Planung der Behandlung nützlich sein, nicht nur bei Gefäßaussackungen sondern auch bei Einengungen der Blutgefäße des Gehirns.

Computergestützte Schmerztherapie

Für Schmerzen an der Wirbelsäule gibt es viele Ursachen. Diese kann man mit Untersuchungen wie der Computertomographie nicht nur erkennen, sondern auch gezielt die minimal-invasive Behandlung planen: unter Lokalanästhesie computergestützt wird eine Nadel millimetergenau an die geplante Stelle gebracht und ein Schmerzmittel genau an die Stelle gebracht, die den Schmerz verursacht.