Erklärung
Die Faszienzügelplastik ist ein Operationsverfahren, welches hauptsächlich in Rezidivsituationen bei weiblicher Harninkontinenz eingesetzt wird, d.h. wenn andere Operationsmethoden zu Wiederherstellung der Kontinenz nicht den entsprechenden Erfolg erbrachen. Die Faszienzügelplastik wird allerdings auch oft verwendet beim unwillkürlichen Urinverlust im Zusammenhang mit einer angeborenen Schließmuskelfunktionsstörung.
Das Therapieprinzip beruht auf einer Erhöhung des in der Situation erniedrigten Auslasswiderstands sowie einer Replatzierung der Harnröhre und des Blasenhalses.
Als Faszie bezeichnet man eine derbe Hüllschicht aus Bindegewebe, die einzelne Muskeln, Muskelgruppen oder ganze Körperabschnitte umgibt. Bei der Faszienzügelplastik wird Gewebe, z.B. aus der Muskelfaszie der vorderen Bauchwand, verwendet. Dieses Gewebe wird als gestielter Faszienstreifen hinter Blasenhals und Harnröhre miteinander vernäht und fixiert. Dadurch wird die Harnröhre repositioniert und der Blasenauslasswiederstand erhöht. Der Betroffene ist danach kontinent.
Einer der Vorteile der Faszienzügelplastik liegt in der Verwendung körpereigenen Gewebes. Das Infektionsrisiko ist dadurch geringer. Der allgemeine Aufwand gegenüber der Verwendung einer körperfremden Schlinge (z.B. TVT) ist beträchtlich größer, da der operative Zugang etwas größer und aufwendiger zu versorgen ist. Aus diesem Grund wird die Faszienzügelplastik heutzutage nur noch in besonders komplizierten Fällen eingesetzt, bei denen andere minimal-invasiven Verfahren nicht den entsprechenden Erfolg versprechen. Der Eingriff, der etwa 1 Stunde dauert, erfolgt im Rahmen einer Allgemein- oder Rückenmarksnarkose. Der Patient ist, je nach persönlicher Geschwindigkeit der Genesung, etwa 2 bis 3 Tage nach dem Eingriff stationär. Solche etwas aufwendigeren Operationsverfahren, wie die Faszienzügelplastik, sollten in anerkannten Kontinenzzentren mit der entsprechenden Erfahrung durchgeführt werden.

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