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Spezialsprechstunde Familiäres Mittelmeerfieber (FMF)

 

In der Sektion Klinische Tropenmedizin besteht seit über 10 Jahren eine Sprechstunde für FMF in enger Kooperation mit Herrn Prof. E. Ben-Chetrit von der Hadassah-Universität in Jerusalem, einem ausgewiesenen Experten der Erkrankung. Es besteht eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Sektion Rheumatologie der Medizinischen Klinik und der Sektion Rheumatologie der Kinderklinik.
Das familiäre Mittelmeerfieber ist eine monogene autoinflammatorische Erkrankung, die autosomal rezessiv vererbt wird. Die Erkrankung kommt insbesondere bei Menschen, die aus dem mittleren und Nahen Osten stammen (z.B. Türkei, Israel, Armenien, Syrien, Jordanien, Libanon), vor. Über 50% der Patienten erkranken vor dem 10. und ca. 90% vor dem 20. Lebensjahr. Die Erkrankung ist durch das periodische Auftreten von Fieber mit Bauch-, Thorax- oder Gelenkschmerzen charakterisiert. Die Beschwerden sind durch wiederkehrende Entzündung des Bauch- und/oder Rippenfells bzw. der Synovia (Gelenke) bedingt. Typischerweise klingen die Beschwerden ohne Behandlung innerhalb von 3 Tagen ab. Hauptkomplikation der Erkrankung ist die Niereninsuffizienz, die durch Ablagerung entzündlicher Eiweiße (Amyloid) entsteht. Durch eine frühzeitige Therapie mit Colchizin können entzündliche Schübe verhindert und Komplikationen der Erkrankung vermieden werden. Die Diagnose des FMF ist klinisch, d.h. sie wird auf der Basis der Herkunft des Patienten und dem wiederkehrenden Auftreten entzündlicher Schübe gestellt. Die FMF-Genanalyse sollte bei Vorliegen charakteristischer Symptome durchgeführt werden.