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RGN / MRGN


6.4.1 Hintergrund

Gramnegative Stäbchenbakterien, zu denen die Enterobacteriaceen (z.B. Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae) oder die Nonfermenter (z.B. Pseudomonas aeruginosa oder Acinetobacter baumannii) gehören, weisen zunehmend Resistenzen gegenüber den Antibiotika der first- und second-line auf. Einige Isolate sind bereits gegen alle verfügbaren Antibiotika resistent.

Warum wurde ESBL von RGN / MRGN abgelöst?

ESBL steht als Abkürzung für einen bestimmten Mechanismus der erweiterten Resistenz gegenüber Antibiotika bei Bakterien. Es handelt sich bei den ESBL-bildenden Bakterien um gramnegative Keime, sogenannte Enterobakterien, die originär im menschlichen Darm als Normalflora angesiedelt sind. Wenn diese Bakterien ihren Standort wechseln, können sie Infektionen verursachen, die dann wiederum nur schlecht zu therapieren sind. Darum wurden entsprechende  Hygienemaßnahmen, die zur Prävention der weiteren Verbreitung dienen in der Vergangenheit im Merkblatt „ESBL“ aufgeführt.

Da es sich bei ESBL jedoch nur um einen bestimmten Mechanismus der Resistenzentwicklung handelt, es aber die unterschiedlichsten Mikroorganismen mit verschiedenen Mechanismen der Resistenzbildung gibt, die jedoch letztlich alle dazu führen, dass eine Resistenz gegenüber mehreren Antibiotikagruppen bestehen kann, soll die Beschränkung auf ESBL aufgehoben werden. Sie wird durch eine Einteilung ersetzt, die die Resistenz gegenüber verschiedenen Antibiotikagruppen beschreibt, ohne auf den zugrunde liegenden Mechanismus zurück zu greifen.

Die Einteilung erfolgt in Nachweis von Resistenz (RGN) oder Multiresistenz (MRGN).

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