Kliniken & Institute … Institute Zentrum für… Krankenhaus- /… Leistung Hygiene-Plan Hygiene-Plan Glossar

Glossar


Alloplastik

Plastische Operation unter Einpflanzung körperfremden, aber gewebefreundlichen, nichtbiologischen Materials (Metall, Kunststoff), engl.: alloplasty.

Arbeitsbereiche mit erhöhter Infektionsgefährdung

In Anlehnung an die RKI-Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Flächendesinfektion (siehe auch Kapitel 9.4 im Hygiene-Plan)

Zu berücksichtigen sind auch die Bestimmungen der Berufsgenossenschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGV C8 §18)

Bereiche ohne Infektionsrisiko a) Bereiche mit möglichem Infektionsrisiko Bereiche mit besonderem Infektionsrisiko Bereiche mit Patienten, die Erreger in oder an sich tragen, so dass im Einzelfall die Gefahr einer Weiterverbreitung besteht Bereiche, in denen v. a. für das Personal ein Infektionsrisiko besteht b)
Treppenhäuser, Flure, Verwaltung, Büros, Speiseräume, Hörsäle, Unterrichtsräume, technische Bereiche Allgemeinstationen, Ambulanzbereiche, Radiologie, Physikalische Therapie, Sanitärräume, Dialyse, Entbindung, Psychiatrie OP-Abteilungen, Eingriffsräume, Einheiten für: Intensivtherapie, IMC, Transplantationen, Hämatologie, Onkologie, Frühgeborene Isolierbereiche,
-pflege, Funktionsbereiche, in denen die o. g. Patienten behandelt werden
Mikrobiologie, Laboratorien, Pathologie, Entsorgung, unreine Bereiche von: Wäscherei, ZSVA

a) In Bezug auf das allgemeine Risiko in der Bevölkerung.
b) Nähere Angaben zur Risikobewertung enthalten die Technischen Regeln Biologische Arbeitsstoffe (z. B. TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im  Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege")

Aseptik

Umfasst alle Maßnahmen, die das Ziel haben, den Eintrag und das Einbringen von Erregern z.B. in eine Wunde, sterile Körperhöhle u.a. auszuschließen.

CDC-Definitionen

Centers for Disease Control and Prevention (USA): Definitionen basieren auf verschiedenen Kombinationen von klinischen Befunden, Ergebnissen von Laboruntersuchungen und anderen diagnostischen Maßnahmen für die verschiedenen Arten von nosokomialen Infektionen.

Debridement

  1. Engl.: adhesiolysis. Die Durchtrennung abschnürender strangförmiger Verwachsungen (Briden); auch »blutige« Erweiterung einer natürlichen Enge (z.B. Bruchpforte).
  2. Engl.: wound débridement. Die Abtragung oberflächlicher Nekrosen i.S. der Wundtoilette.

Enzymatisches Debridement

»Abdauungsbehandlung« von Wunden (Ablösung von Fibrinbelägen und Nekrosen) durch örtliche Anwendung fibrinolytischer (z.B. Streptokinase) oder tryptischer Enzyme.

Dehiszenz

das zu Spaltbildung führende Auseinanderweichen zweier angrenzender Strukturen, Gewebspartien infolge mechanischer Kräfte (z.B. Naht-, Wunddehiszenz).

Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen. Das Gesetz trat am 1. Jan 2001 in Kraft und löste u.a. das Bundesseuchengesetz ab.

Die wichtigsten Abschnitte sind die Verhütung und die Bekämpfung von übertragbaren Erkrankungen, Meldewesen, Gesunheitsanforderungen beim Umgang mit Lebensmitteln. 

Integument

Die aus Epidermis, Dermis (Corium) und Tela subcutanea bestehende äußere Haut als Körperhülle.

Kofferdam

Der Kofferdam (besteht aus Latex) dient dazu, beim Arbeiten an den Zähnen das Operationsfeld rein, trocken und nötigenfalls aseptisch zu halten. Letzteres ist besonders bei Wurzelbehandlungen wünschenswert.

Medizinprodukte – kritisch

Medizinprodukte zur Anwendung von Blut, Blutprodukten und anderen sterilen Arzneimitteln und Medizinprodukte, die die Haut oder Schleimhaut durchdringen und dabei in Kontakt mit Blut, inneren Geweben oder Organen kommen, einschließlich Wunden .

Konstruktive und materialtechnische Details des Produktdesigns können erhöhte Anforderungen an die Aufbereitung stellen.

Es ist deshalb erforderlich, diese Einstufung zu präzisieren.

(siehe Kapitel 7 im Hygiene-Plan)

Nosokomiale Infektion

Definition Infektions-Schutzgesetz (IfSG): Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder ihrer Toxine, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme steht, soweit die Infektion nicht bereits vorher bestand.

OP-Situs

Situs (lateinisch): Lage, Stellung. Anatomisch: Die normale Lage von Organen im Körper.

Protektive Isolierung

Die protektive Isolierung wird zum Schutz von immunsupprimierten Patienten vor den Keimen der Umwelt durchgeführt.

Residente Hautflora
(wird auch Standortflora genannt)

Residente Keime besiedeln die Haut nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft. Die Epidermis bietet gute Wachstumsbedingungen für überwiegend grampositive Bakterien (z.B. Staphylococcus epidermitis, Micrococcus luteus, Propioni- und Corynebakterien). Diese Keime haben ein besonders hohes Haftungsvermögen und sind in bis zu 0,3 mm Hauttiefe nachweisbar. Die Keimdichte beträgt 10.000 bis 100.000 pro cm² Haut.

Die Keime sind als Teil der physiologischen Hautflora nicht pathogen. Auf krankhaft veränderter Haut oder in sterilen Körperhöhlen können sie jedoch Infektionen verursachen.

RKI-Liste

Liste von vom Robert-Koch-Institut (RKI) geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel, die laut Infektionsschutzgesetz §18 zur behördlich angeordneten Entseuchung, sowie grundsätzlich für Maßnahmen bei bestimmten Infektionskrankheiten eingesetzt werden müssen.

Sekundärinokulation

Infektion eines bereits infizierten Organismus mit einem 2. anderen Erreger (u.U. durch die Erstinfektion gebahnt).

Sterilgutlagerfrist

Zeitraum, in dem eine gefahrlose Anwendung des Medizinproduktes möglich ist (Verfallsdatum).

Tabelle Sterilgutlagerfrist
Sterilgutverpackung Verpackungsart Lagerung Lagerdauer
Sterilisierbehälter gemäß DIN EN 868-1 oder 868-8 Sterilgut-Zweifachverpackung geschlossen in Schränken oder Schubladen 6 Monate
Klarsichtfolien gemäß DIN 58953-7 Sterilgut-Zweifachverpackung geschlossen in Schränken oder Schubladen 6 Monate

Die Sterilgut-Dreifachverpackung entfällt komplett.

Sterilgut-Einfachverpackungen sind zu vermeiden. Unabhänig ihrer Aufbewahrung sind sie ausschließlich zum alsbaldigen Verbrauch, d.h. innerhalb von maximal 7 Tagen zu verwenden.

Offen (z.B. auf Regalen) gelagerte Sterilgut-Zweifachverpackung sind ebenfalls zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt und müssen innerhalb von maximal 7 Tagen aufgebraucht werden.

Suprapubischer Blasenverweilkatheter

Ein Katheter wird über eine percutane Blasenpunktion durch die Bauchdecke eingeführt.

Transurethraler Blasenverweilkatheter

Ein Katheter wird durch die Harnröhre in die Blase eingeführt.

Transiente Hautflora

(wird auch Anflugflora genannt)

Mikroorganismen, die über direkten oder indirekten Kontakt auf die Haut gelangen und sich dort vorübergehend ansiedeln.

Dazu zählen pathogene Keime wie

  • Bakterien (z.B. Staphylococcus auerus),
  • Pilze (z.B. verschiedene Candida-Arten) und
  • Viren (z.B. HepatitisB-Virus, Rotaviren) u.a.

Transiente Keime sind vergleichsweise leicht zu inaktivieren und stehen bei der Hygienischen Hände-Desinfektion im Mittelpunkt.

valide

Mit Validität wird die Gültigkeit einer wissenschaftlichen Untersuchung, genauer eines Experiments oder Tests bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein Kriterium für die Qualität eines Tests, das angibt, in welchem Maß ein Test tatsächlich das misst, was er zu messen vorgibt
(valide = gültig).