Kliniken & Institute … Kliniken Zentrum für Innere… Innere Medizin V:… Behandlungsspektrum … Hämatologie

Stammzelltransplantation


Mit jährlich mehr als 300 Stammzelltransplantationen ist die Medizinische Klinik V die größte Einrichtung für Stammzelltransplantationen in Deutschland. Davon sind etwa ein Drittel allogene Transplantationen, d.h. das Transplantat wird dem Patienten von einem gesunden Spender übertragen.

Organisiert ist die allogene Stammzelltransplantation zusammen mit anderen zelltherapeutischen Verfahren wie der CAR-T-Zell-Therapie in der Sektion Stammzelltransplantation der Medizinischen Klinik V.

Der stationäre Teil der Behandlung findet auf der Spezialstation Theodor von Dusch statt, die sich in die Bereiche KMT (Stammzelltransplantation) und HIS (Hämatologische Intensivstation) untergliedert. Vor- und Nachbetreuung und auch viele Teilschritte der einzelnen Behandlungen erfolgen in der allogenen Transplantationsambulanz sowie der hämatologischen Tagesklinik der Medizinischen Klinik V.



Patienteninformation COVID-19 Pandemie

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

dieses Merkblatt richtet sich an alle Patienten, bei denen eine allogene oder autologe Stammzelltransplantation oder eine CAR-T-Zelltherapie geplant ist oder bereits durchgeführt wurde.

Wir möchten Sie hiermit über Verhaltensmaßregeln während der aktuellen Coronaviruswelle informieren. Zwar gibt es bisher keine sicheren Hinweise darauf, dass die Infektion bei Immunsupprimierten schwerer verläuft als bei Immungesunden. Dennoch sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Allgemein:

Hygienemaßnahmen

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette (https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/hygiene-beim-husten-und-niesen/), gute Händehygiene (https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/) sowie Abstand zu solchen Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus.

Händehygiene:

  • Händehygiene sollte vor und nach der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und immer dann durchgeführt werden, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind. Führen Sie die Händehygiene mit Wasser und Seife durch.
  • Bei Verwendung von Wasser und Seife sind Einweg-Papiertücher zum Trocknen der Hände das Mittel der Wahl. Wenn nicht verfügbar, verwenden Sie Handtücher und tauschen Sie diese aus, wenn sie feucht sind.
  • Gesunde sollten nicht dieselben Handtücher verwenden wie Erkrankte.

Husten- und Nies-Etikette:

Husten- und Nies-Etikette sollte jederzeit von allen, insbesondere von kranken Personen, praktiziert werden. Sie umfasst das Abdecken von Mund und Nase während des Hustens oder Niesens mit Taschentüchern oder gebeugtem Ellbogen, gefolgt von Händehygiene.

  • Entsorgen Sie Materialien, die zum Abdecken von Mund oder Nase verwendet werden, oder reinigen Sie sie nach Gebrauch entsprechend.
  • Taschentücher und andere Abfälle, die von kranken Personen oder bei der Pflege von kranken Personen erzeugt wurden, sollten vor der Entsorgung mit anderem Hausmüll in einem mit einer Auskleidung versehenen Behälter im Krankenzimmer aufbewahrt werden.

Reduktion enger direkter Kontakte im Alltag:

  • Generell das Risiko von Kontakten in der Öffentlichkeit (Supermärkte etc.) minimieren! Auch den Besuch beim Bäcker bitte jemand anderem überlassen.
  • Entsprechendes gilt für größere private Veranstaltungen und Zusammenkünfte. Geburtstags- und andere Feiern auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
  • Keine Reisen ins Ausland!
  • Keine öffentlichen Verkehrsmittel!
  • Wenn Sie berufstätig sind, sollten Sie überlegen, die Tätigkeit am Arbeitsplatz vorübergehend ruhen zu lassen bzw. auf Telearbeit umzustellen, wenn Sie in Bereichen mit Publikumsverkehr oder gar in der Kinder-/ Altenbetreuung oder in der medizinischen Versorgung tätig sind.
  • Elektive Arztbesuche oder Routinewiedervorstellungen bei Augen-, Haut-, Frauen- und Zahnarzt etc sind wieder möglich, wenn in den Praxen geeignete Hygienekonzepte sichergestellt sind (separate Wartebereiche!). Das gleiche gilt für elektive Krankenhausaufenthalte für orthopädische Eingriffe usw.  Im Zweifel bitte vorher Rücksprache mit uns.
  • Rehaaufenthalte sind wieder möglich, wenn in den Kliniken geeignete Hygienekonzepte sichergestellt sind (ggf. vorherige Rücksprache mit uns).

Wenn Atemwegssymptome vorliegen oder Kontakt mit Personen mit Erkältungssymptomen oder COVID-19-Verdacht bestand:

1. COVID-19 möglich:

Erkältungssymptome (insbesondere neu aufgetretene Geruchs- oder Geschmacksstörungen, trockener Husten, Fieber, Gliederschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit und/oder Durchfall)

  • Kontaktaufnahme mit dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt. Wenn dies das Heidelberger Gesundheitsamt ist (Hotline täglich von 7.30 bis 19 Uhr unter der Telefonnummer 06221/522-1881) und dort der COVID-19-Verdacht geteilt wird, erhalten Sie einen Code, mit dem Sie sich in der „Drive-In“ und „Walk-In“ Station in Heidelberg am Messeplatz (Kirchheim) täglich von 8 bis 16 Uhr testen lassen können.
  • Wenn dies ein anderes Gesundheitsamt ist, werden Sie dort über das erforderliche Vorgehen informiert.

2. Keine Beschwerden, aber Kontakt mit einer Person mit bestätigter COVID-19-Infektion oder Aufenthalt in COVID-19-Risikogebieten:

  • Häusliche Quarantäne für 14 Tage seit dem letzten Kontakt. Bitte besuchen sie unsere Ambulanz nicht (auch nicht für geplante Besuche), sondern setzen Sie sich telefonisch zum weiteren Vorgehen mit uns in Verbindung.

3. Keine Beschwerden, aber Kontakt mit einer Person mit Erkältungssymptomatik (ohne COVID-19-Verdacht):

  • Keine spezifischen Maßnahmen, aber Beachtung der allgemeinen Verhaltensregeln wie oben aufgeführt. Bitte besuchen sie unsere Ambulanz nicht (auch nicht für geplante Besuche), sondern setzen Sie sich telefonisch zum weiteren Vorgehen mit uns in Verbindung.

Die aktuell geltenden Regeln für die stationäre Aufnahme und die Besuchs- bzw. Begleitregelungen finden Sie hier.


Case Management

Dreh- und Angelpunkt der Patientenbetreuung ist das Case Management. Hier stehen Ihnen speziell qualifizierte  Mitarbeiterinnen zur Verfügung, die Sie durch den gesamten Behandlungsablauf begleiten und für alle organisatorischen und auch viele medizinische Fragen Ihr erster Ansprechpartner sind.

Team

Für eine hohe Qualität Ihrer Behandlung bürgt ein großes Team von spezialisierten Fachärzten, Assistenzärzten und Pflegekräften mit langjähriger Erfahrung in der Stammzelltransplantation und Zelltherapie.

Darüber hinaus sind Psychologen, Physiotherapeuten, Sportmediziner, Ernährungsmediziner, und Seelsorger Teil Ihres Behandlungsteams.

Unser Kliniksozialdienst ist Ihnen bei Fragen zur medizinischen Rehabilitation, zu sozialversicherungsrechtlichen Angelegenheiten, zur häuslichen Versorgung, zu finanziellen Hilfsmöglichkeiten und zur beruflichen Wiedereingliederung behilflich.

Transplantat- und Zellproduktgewinnung

Auch die Transplantat- und Zellproduktgewinnung erfolgt unter dem Dach der Medizinischen Klinik V in unserer Leukaphereseeinheit. Für die Weiterverarbeitung solcher Produkte zu CAR-T-Zellen verfügt unserer Klinik über ein modernes zertifiziertes Reinraumlabor (GMP-Labor). An die Leukaphereseeinheit angeschlossen ist eine Einrichtung zur Extracorporalen Leukapherese (ECP), einem modernen Verfahren zur Behandlung unerwünschter Immunreaktionen. Die Mitarbeiter der Transplant-Koordination kümmern sich um die Spendersuche für die allogene Transplantation.  

 

Die Transplantationprogramme der Medizinischen Klink V sind zertifiziert durch das „Joint Accreditation Committee of ISCT and EBMT (JACIE)".


Quantensprung: CAR-T-Zelltherapie

Mit der CAR-T-Zell-Therapie gewähren wir unseren Patienten einen zukunftsweisenden Ansatz in der Krebsbekämpfung.

Das innovative Prinzip dahinter:

Körpereigene Zellen werden dem Patienten entnommen und in einem speziellen Verfahren durch gentechnische Umprogrammierung mit einer Art Sensor ausgestattet. Dieser Sensor kann die Krebszellen zielgenau aufspüren, gezielt andocken und sie vernichten.

Die Aktivierung des Immunsystems ist die beste Waffe gegen die eigenen Krebszellen, vor allem dann wenn andere Therapien bereits ausgeschöpft wurden.

Die Entscheidung für oder gegen eine Therapie ist immer individuell zu treffen und berücksichtigt den Patienten und seine Lebensumstände. Wir klären Sie in einem persönlichen Gespräch intensiv über Möglichkeiten und Grenzen der Behandlungen auf und möchten uns allen Fragen ausführlich widmen.  

Hier können Sie sich über die CAR-T-Zelltherapie informieren. 


Ambulante autologe Stammzelltransplantation – Eine neue Option für Patienten mit Multiplem Myelom

Die Durchführung von autologen Blutstammzelltransplantationen nach Hochdosis-Chemotherapie ist ein Schwerpunkt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des  Universitätsklinikums Heidelberg. Jährlich werden ca. 200 autologe Stammzelltransplantationen in unserer Abteilung durchgeführt.

Normalerweise erfordert eine Hochdosis-Chemotherapie mit nachfolgender autologer Blutstammzell-Transplantation einen stationären Aufenthalt von ca. 3-4 Wochen. In dieser Zeit wird zuerst die Hochdosis-Chemotherapie verabreicht. Nach einem Pausentag werden dann die einige Wochen zuvor gesammelten Blutstammzellen des Patienten als Transfusion zurückgegeben. Diesen Vorgang bezeichnet man als autologe Blutstammzelltransplantation. Die Stammzellen sind in der Lage, die komplette Blutbildung des Patienten, die durch die hochdosierte Chemotherapie fast gänzlich zum Erliegen kommt, wieder neu aufzubauen. Es dauert ca. 10-14 Tage vom Zeitpunkt der Stammzellrückgabe bis zu dem Tag, an dem die Leukozyten den kritischen Wert von 1.000/µl wieder übersteigen. Den Zeitraum dazwischen nennt man „Aplasiephase“. Die autologe Transplantation ist fest etabliert und wird bereits seit über 25 Jahren in Heidelberg angewendet.

Viele Patienten empfinden einen stationären Aufenthalt von 3-4 Wochen jedoch als eine große Belastung. Bereits seit vielen Jahren werden Patienten auch ambulant bei uns transplantiert. Eine genaue Planung der Abläufe ist eine Grundvoraussetzung. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Patient. Die Therapie, als auch die sich anschließende eigentliche Stammzelltransplantation erfolgen in unserer Tagesklinik. Die Patienten werden täglich von einem festen Ärzteteam visitiert, zudem werden alle notwendigen Laborkontrollen sowie Infusionen (ggf. auch Transfusionen) durchgeführt. Nach einigen Stunden können die Patienten die Tagesklinik wieder verlassen und verbringen die Zeit bis zur nächsten Verlaufskontrolle zu Hause bzw. in einer Wohnung im Gästehaus des Uniklinikums in unmittelbarer Klinikumsnähe.

Am ambulanten Transplantationsprogramm können alle Myelom-Patienten teilnehmen. Der Patient wohnt drei Wochen lang extern, entweder nach Möglichkeit zuhause (Voraussetzung ist, dass die Fahrtzeit vom Wohnort bis zur Klinik maximal 60 Minuten beträgt) oder in unserem Gästehaus (Voraussetzung ist eine Begleitperson) und kommt täglich zur Behandlung und zur Kontrolle in unsere Tagesklinik. Die psychische Unterstützung durch Familie und Freunde und eine gute familiäre Einbindung, die gerade in dieser Therapiephase sehr wichtig für die Patienten sind, ist dadurch optimal gewährleistet.

Alle Myelom-Patienten, die sich vor einer Hochdosis-Chemotherapie in unserer Ambulanz vorstellen, werden von den Ärzten des Transplantationsteams daraufhin untersucht und befragt, ob sie für dieses Programm in Frage kommen. Die Sicherheit der Patienten steht dabei für die behandelnden Ärzte und das Team immer an erster Stelle. Es wird erwartungsgemäß immer einzelne Patienten geben, die aufgrund von Komplikationen (z.B. starker Schleimhautentzündung, Fieber o.ä.) in der Klinik vorübergehend stationär aufgenommen werden müssen. In diesem Falle ist daher jederzeit eine sofortige stationäre Aufnahme des Patienten rund um die Uhr gewährleistet. Das Feedback aller in diesem Programm bisher behandelten Patienten war durchweg sehr positiv.

Für weitere Fragen zum ambulanten Transplantationsprogramm steht Ihnen das Team der autologen Transplantationsambulanz gerne zur Verfügung.

 

Kontakt:
Dr. med. Sandra Sauer
Leitung Autologe Transplantationsambulanz
Universitätsklinikum Heidelberg
Medizinische Klinik, Abteilung Innere Medizin V
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Tel. 06221/56-8030
Fax 06221/56-8168
E-Mail: Sandra.Sauer@med.uni-heidelberg.de


Anzahl allogener Stammzellentransplantationen

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
75 87 88 101 108 114 106 111 101 105 99 118 133 119

Anzahl der CAR-T-Zelltherapien

2018 2019
7 38

 

So erreichen Sie uns
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

06221 56-8611

CLL Patienten Tag

am 16.02.2020

Präsentationen von Herrn Prof. Dr. med. Dreger und Herrn PD Dr. med. Dietrich

Infos zum Nachlesen für alle interessierten CLL-Patienten!