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Stammzelltransplantation

Mit jährlich mehr als 300 Stammzelltransplantationen ist die Medizinische Klinik V die größte Einrichtung für Stammzelltransplantationen in Deutschland. Davon sind etwa ein Drittel allogene Transplantationen, d.h. das Transplantat wird dem Patienten von einem gesunden Spender übertragen.

Organisiert ist die allogene Stammzelltransplantation zusammen mit anderen zelltherapeutischen Verfahren wie der CAR-T-Zell-Therapie in der Sektion Stammzelltransplantation der Medizinischen Klinik V.

Der stationäre Teil der Behandlung findet auf der Spezialstation Theodor von Dusch statt, die sich in die Bereiche KMT (Stammzelltransplantation) und HIS (Hämatologische Intensivstation) untergliedert. Vor- und Nachbetreuung und auch viele Teilschritte der einzelnen Behandlungen erfolgen in der allogenen Transplantationsambulanz sowie der hämatologischen Tagesklinik der Medizinischen Klinik V.


Aktuelle Patienteninformation


Sektion Stammzelltransplantation der Medizinischen Klinik V des UKHD:

Patienteninformation Atemwegsinfekt/Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) Stand 30.03.2020

 

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

dieses Merkblatt richtet sich an alle Patienten, bei denen eine allogene oder autologe Stammzelltransplantation oder eine CAR-T-Zelltherapie geplant ist oder bereits durchgeführt wurde.

Wir möchten Sie hiermit über Verhaltensmaßregeln während der aktuellen Coronaviruswelle informieren. Zwar gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die Infektion bei Immunsupprimierten schwerer verläuft als bei Immungesunden. Dennoch sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Allgemein:

Hygienemaßnahmen

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette (https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/hygiene-beim-husten-und-niesen/), gute Händehygiene (https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/) sowie Abstand zu solchen Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus.

Händehygiene:

  • Händehygiene sollte vor und nach der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und immer dann durchgeführt werden, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind. Führen Sie die Händehygiene mit Wasser und Seife durch.
  • Bei Verwendung von Wasser und Seife sind Einweg-Papiertücher zum Trocknen der Hände das Mittel der Wahl. Wenn nicht verfügbar, verwenden Sie Handtücher und tauschen Sie diese aus, wenn sie feucht sind.
  • Gesunde sollten nicht dieselben Handtücher verwenden wie Erkrankte.

Husten- und Nies-Etikette:

Husten- und Nies-Etikette sollte jederzeit von allen, insbesondere von kranken Personen, praktiziert werden. Sie umfasst das Abdecken von Mund und Nase während des Hustens oder Niesens mit Taschentüchern oder gebeugtem Ellbogen, gefolgt von Händehygiene.

  • Entsorgen Sie Materialien, die zum Abdecken von Mund oder Nase verwendet werden, oder reinigen Sie sie nach Gebrauch entsprechend.
  • Taschentücher und andere Abfälle, die von kranken Personen oder bei der Pflege von kranken Personen erzeugt wurden, sollten vor der Entsorgung mit anderem Hausmüll in einem mit einer Auskleidung versehenen Behälter im Krankenzimmer aufbewahrt werden.

Reduktion enger direkter Kontakte im Alltag:

  • Generell das Risiko von Kontakten in der Öffentlichkeit (Supermärkte etc.) minimieren! Auch den Besuch beim Bäcker bitte jemand anderem überlassen.
  • Entsprechendes gilt für private Veranstaltungen und Zusammenkünfte. Geburtstags- und andere Feiern auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
  • Keine Reisen!
  • Keine öffentlichen Verkehrsmittel!
  • Wenn Sie berufstätig sind, sollten Sie überlegen, die Tätigkeit am Arbeitsplatz vorübergehend ruhen zu lassen bzw. auf Telearbeit umzustellen, wenn möglich. Das gilt besonders, wenn sie in Bereichen mit Publikumsverkehr oder gar in der Kinder-/ Altenbetreuung oder in der medizinischen Versorgung tätig sind. Hier ist eine vorübergehende Unterbrechung der Tätigkeit dringend zu empfehlen!
  • Persönliche Gesprächskontakte (Hauptübertragungsweg der Tröpfcheninfektion) grundsätzlich auf wenige, jederzeit bekannte und anzugebende Personen reduzieren und auch mit diesen verabreden, dass sie das ebenso handhaben.
  • Möglichkeiten von Onlineshopping, Telefon- oder Videomeetings, Skypen, Social media eruieren, ausprobieren und ab jetzt nut­zen
  • Vorausschauend planen, d. h. jeder kann sich (zusammen mit der Familie/ Haushaltsmitglie­dern/ Freunden) ein persönliches Konzept von Maßnahmen zusammenstellen, das sich auch über mehrere Wochen oder Monate durchhal­ten lässt, z. B. Weitergabe von Tipps zu On­line-Fitness, Verabredung von gemeinsamen Spaziergängen „mit Abstand“
  • Arztbesuche/ Krankenhausaufenthalte anderer Art: Sind auf Notfälle zu beschränken! Elektive Arztbesuche oder Routinewiedervorstellungen bei Augen-, Haut-, Frauen- und Zahnarzt etc sollten derzeit vermieden werden. Das gleiche gilt für elektive Krankenhausaufenthalte für orthopädische Eingriffe usw.  Im Zweifel bitte vorher Rücksprache mit uns.
  • Auch von geplanten Rehaaufenthalten sollte derzeit Abstand genommen werden und laufende Rehas ggf. abgebrochen werden!
  • Links: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html#c11964 und https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/12_20.pdf?__blob=publicationFile

Wenn Atemwegssymptome vorliegen oder Kontakt mit Personen mit Erkältungssymptomen oder COVID-19-Verdacht bestand:

  1. COVID-19 möglich:

Erkältungssymptome (Husten, Schnupfen, Fieber oder allgemeine Abgeschlagenheit) + Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall innerhalb der letzten 2 Wochen vor Symptombeginn

oder

Erkältungssymptome mit Geruchs- oder Geschmacksverlust  :

  • Kontaktaufnahme mit dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt. Wenn dies das Heidelberger Gesundheitsamt ist und dort der COVID-19-Verdacht geteilt wird, erhalten Sie einen Code, mit dem Sie sich in der „Drive-In“ und „Walk-In“ Station in Heidelberg am Messeplatz (Kirchheim) täglich von 8 bis 16 Uhr testen lassen können. Im Zweifel oder bei schwereren Symptomen (hohes Fieber, Luftnot!) stellen Sie sich bitte direkt in der Corona-Notaufnahme in der Medizinischen Klinik vor. In der Regel schließt sich dann eine stationäre Aufnahme an, die mindestens bis zum Vorliegen eines negativen Abstrichresultats fortgeführt werden muss.
  • Wenn dies ein anderes Gesundheitsamt ist, werden Sie dort über das erforderliche Vorgehen informiert.
  1. COVID-19 unwahrscheinlich:

Erkältungssymptome ohne konkreten COVID-19-Infektionsverdacht:

  • Telefonische Rücksprache mit uns. Je nach Schwere und Verlauf werden wir Ihnen die Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt oder der Notambulanz der Medizinischen Klinik oder aber die häusliche Versorgung empfehlen, ggf. unter Verschreibung eines Antibiotikums. Auch bei einem geplanten Besuch bei uns (z.B. routinemäßige Wiedereinbestellung) sollten Sie im Falle neu aufgetretener Erkältungssymptomatik telefonische Rücksprache mit uns halten, bevor Sie unsere Ambulanz besuchen. Zuhause bitten wir um Beachtung folgender Verhaltensregeln:
  • Stellen Sie nach Möglichkeit eine Einzelunterbringung in einem gut belüfteten Einzelraum sicher. Empfohlen ist regelmäßiges Lüften in allen Räumen, in denen Sie sich aufhalten.
  • Begrenzen Sie die Anzahl und Enge Ihrer Kontakte bestmöglich, insbesondere gegenüber Personen, die einer Risikogruppe angehören (Immunsupprimierte, chronische Kranke, ältere Personen, Schwangere). Empfangen Sie keinen unnötigen Besuch.
  • Haushaltspersonen und eventuelle Besucher sollten sich in anderen Räumen aufhalten oder, falls dies nicht möglich ist, einen Mindestabstand von mindestens 2 m zu Ihnen einhalten. Alternativ: die Nutzung gemeinsamer Räume sollte auf ein Minimum begrenzt werden und möglichst zeitlich getrennt erfolgen.
  • Stellen Sie sicher, dass Räume, die von mehreren Personen genutzt werden (z. B. Küche, Bad) regelmäßig gut gelüftet werden.
  1. Keine Beschwerden, aber Kontakt mit einer Person mit bestätigter COVID-19-Infektion oder Aufenthalt in COVID-19-Risikogebieten:
  • Häusliche Quarantäne für 14 Tage seit dem letzten Kontakt. Bitte besuchen sie unsere Ambulanz nicht (auch nicht für geplante Besuche), sondern setzen Sie sich telefonisch zum weiteren Vorgehen mit uns in Verbindung.
  1. Keine Beschwerden, aber Kontakt mit einer Person mit Erkältungssymptomatik (ohne COVID-19-Verdacht):
  • Keine spezifischen Maßnahmen, aber Beachtung der allgemeinen Verhaltensregeln wie oben aufgeführt.

Wenn Sie unsere Ambulanz besuchen:

Bitte beachten Sie unser gesondertes Informationsblatt Patienteninformation für die Grippesaison 2019/2020 und COVID -19

Case Management

Dreh- und Angelpunkt der Patientenbetreuung ist das Case Management. Hier stehen Ihnen speziell qualifizierte  Mitarbeiterinnen zur Verfügung, die Sie durch den gesamten Behandlungsablauf begleiten und für alle organisatorischen und auch viele medizinische Fragen Ihr erster Ansprechpartner sind.

Team

Für eine hohe Qualität Ihrer Behandlung bürgt ein großes Team von spezialisierten Fachärzten, Assistenzärzten und Pflegekräften mit langjähriger Erfahrung in der Stammzelltransplantation und Zelltherapie.

Darüber hinaus sind Psychologen, Physiotherapeuten, Sportmediziner, Ernährungsmediziner, und Seelsorger Teil Ihres Behandlungsteams.

Unser Kliniksozialdienst ist Ihnen bei Fragen zur medizinischen Rehabilitation, zu sozialversicherungsrechtlichen Angelegenheiten, zur häuslichen Versorgung, zu finanziellen Hilfsmöglichkeiten und zur beruflichen Wiedereingliederung behilflich.

Transplantat- und Zellproduktgewinnung

Auch die Transplantat- und Zellproduktgewinnung erfolgt unter dem Dach der Medizinischen Klinik V in unserer Leukaphereseeinheit. Für die Weiterverarbeitung solcher Produkte zu CAR-T-Zellen verfügt unserer Klinik über ein modernes zertifiziertes Reinraumlabor (GMP-Labor). An die Leukaphereseeinheit angeschlossen ist eine Einrichtung zur Extracorporalen Leukapherese (ECP), einem modernen Verfahren zur Behandlung unerwünschter Immunreaktionen. Die Mitarbeiter der Transplant-Koordination kümmern sich um die Spendersuche für die allogene Transplantation.  

 

Die Transplantationprogramme der Medizinischen Klink V sind zertifiziert durch das „Joint Accreditation Committee of ISCT and EBMT (JACIE)".


Anzahl allogener Stammzellentransplantationen

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
75 87 88 101 108 114 106 111 101 105 99 118 133 119

Anzahl der CAR-T-Zelltherapien

2018 2019
7 38

 

So erreichen Sie uns
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

06221 56-8611

CLL Patienten Tag

am 16.02.2020

Präsentationen von Herrn Prof. Dr. med. Dreger und Herrn PD Dr. med. Dietrich

Infos zum Nachlesen für alle interessierten CLL-Patienten!