POSH - Instrument zur Unterstützung von Diagnose, Schweregraderhebung, Steuerung und Verlaufsmessung bei postviralen Syndromen in Hausarztpraxen
Zusammenfassung
Ausgangslage:
Anhaltende teils schwerwiegende Beschwerden nach Infekten – sog. Postakute Infektionssyndrome (PAIS) - stellen die hausärztliche Versorgung zunehmend vor diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Betroffene berichten häufig über ein komplexes und heterogenes Beschwerdebild mit Fatigue, Belastungsintoleranz, Post-Exertional Malaise (PEM), kognitiven Einschränkungen, Schmerzen, Schlafstörungen oder anderen Symptomen. Gleichzeitig fehlen bislang standardisierte, praxistaugliche Instrumente, die Hausärzt:innen bei der Diagnosestellung, Schweregradeinschätzung, Verlaufsbeurteilung und Steuerung weiterer diagnostischer oder therapeutischer Schritte unterstützen. Dies erschwert eine strukturierte Versorgung sowie die Vergleichbarkeit klinischer Verläufe im ambulanten Bereich.
Ziel des Projekts:
Ziel des Projekts POSH - Instrument zur Unterstützung von Diagnose, Schweregraderhebung, Steuerung und Verlaufsmessung bei postviralen Syndromen in Hausarztpraxen - ist die Entwicklung und Validierung eines standardisierten Fragebogens zur Unterstützung von Diagnosestellung, Schweregraderhebung und Verlaufsmessung bei postviralen Syndromen in Hausarztpraxen. Das Projekt erfolgt in Kooperation zwischen der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung sowie der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg.
Projektbeschreibung:
Im Rahmen des Projekts wird ein multidimensionaler Fragebogen entwickelt, der zentrale Symptomdimensionen postviraler Syndrome sowie funktionelle Einschränkungen und alltagsrelevante Belastungen systematisch erfasst. Dabei sollen insbesondere Symptome berücksichtigt werden, die im hausärztlichen Alltag häufig relevant sind, jedoch bislang nur unzureichend standardisiert dokumentiert werden können. Hierzu zählen unter anderem Fatigue, Belastungsintoleranz und PEM, kognitive Beschwerden, Schmerzen, vegetative Symptome, Schlafstörungen sowie Einschränkungen der sozialen und beruflichen Teilhabe.
Das Instrument soll Hausärzt:innen dabei unterstützen, Patient:innen strukturierter einzuschätzen, potenzielle postvirale Syndrome frühzeitiger zu erkennen, Schweregrade differenzierter zu erfassen und Krankheitsverläufe standardisiert abzubilden. Darüber hinaus soll die Steuerung weiterer diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen erleichtert werden.
Zur wissenschaftlichen Validierung werden Patient:innen mit Verdacht auf postvirale Syndrome in Hausarztpraxen untersucht. Neben der Fragebogenerhebung mit Einsatz des neu-entwickelten Instrumentes erfolgt eine strukturierte klinische Einschätzungen durch erfahrene Ärzt:innen als Referenzstandard. Ergänzend werden Verlaufsdaten erhoben, um die Sensitivität des Instruments für Veränderungen im Krankheitsverlauf zu prüfen.
Das Projekt soll einen Beitrag zur Verbesserung der ambulanten Versorgung von Patient:innen mit postviralen Syndromen leisten und langfristig die Entwicklung standardisierter diagnostischer und versorgungsbezogener Strukturen im hausärztlichen Bereich unterstützen.
Laufzeit: 01/2025 - 12/2027
Lokale Projektleitung

Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Facharzt für Innere Medizin

Fachärztin für Innere Medizin
Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Schwerpunkt
Gesundheitssystemforschung, Familienmedizin, internistische Psychosomatik, Methoden psychosomatischer Forschung
Gesamtprojektleitung

Universitätsprofessor

Fachärztin für Allgemeinmedizin
Mitarbeiterinnen


Fachärztin für Innere Medizin
Kooperationspartner
Prof. U. Merle - Innere Medizin IV, UKHD
SEKiS Baden-Württemberg
Dr. Regina Poß-Doering, Dr. Katja Krug, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, UKHD
Laufzeit: 01/2025 bis 12/2027
Gefördert von G-BA Innovationsfonds
