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Bereich Kinderneuroorthopädie und klinische Bewegungsanalyse

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Kinderneuroorthopädie

Die Kinderneuroorthopädie beschäftigt sich mit den Auswirkungen von neuromuskulären Erkrankungen, Entwicklungsverzögerungen und Syndromen auf den kindlichen Bewegungsapparat. Es können sich erhebliche strukturelle Deformitäten und Bewegungsstörungen entwickeln, die die Funktion der betroffenen Patienten zum Teil stark beeinträchtigen.

Die Krankheitsbilder sind vielfältig und komplex, hierzu gehören u.a. Zerebralparesen, Myelomeningozelen, Muskeldystrophien, spinale Muskelatrophien, hereditäre Neuropathien, Myasthenien, Hirnfehlbildungen, Arthrogryposen, syndromale Erkrankungen aber auch erworbene Pathologien nach Schädelhirntraumata, Infekten oder Tumoren.

In aller Regel lässt sich das zerebrale, spinale oder periphere Grundproblem nicht causal angehen. Somit ist das Vorbeugen, Erkennen und korrekte Behandeln der sekundären orthopädischen Probleme unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und des Restwachstums eine Herausforderung. Hierzu ist ein multi- und interdisziplinärer Ansatz mit hochspezialisierten Behandlern notwendig. Die orthopädischen Maßnahmen konzentrieren sich auf die Korrektur der Biomechanik und sind oft über einen langen Zeitraum, manchmal auch ein Leben lang notwendig. Das Behandlungsziel bei geringer betroffenen Kindern ist es, ein weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen, bei Kindern mit schwereren Beeinträchtigungen ist ein in erster Linie schmerzfreies Leben mit möglichst hoher Lebensqualität erstrebenswert.

Bereichsleitung

Sprechstunden

Die Behandlung und Betreuung von Kindern mit Entwicklungsstörungen, neuromuskulären Erkrankungen und Syndromen ist aufwendig und erfordert viel Zeit, Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Situation der Familien.

Neben unseren regulären neuroorthopädischen Sprechstunden, in denen auch ambulante Botulinumtoxininjektionsbehandlung erfolgen können, halten wir in Kooperation mit der Neuropädiatrie der Universitätskinderklinik Heidelberg eine interdisziplinäre neuroorthopädische SPZ-Sprechstunde in der Orthopädischen Klinik ab.

Speziell zur Erarbeitung von Konzepten bei starker spastischer Betroffenheit und dystonen Erkrankungen hat sich die monatliche Heidelberger Interdisziplinäre Tonussprechstunde (HITS) etabliert, die in Zusammenarbeit mit der Neuropädiatrie (Dr. A. Ziegler) und Kinderneurochirurgie (PD Dr. H. Bächli) das multidisziplinäre Herangehen an die Funktionsstörungen ermöglicht. Es geht hier speziell um das medikamentöse, teilinvasive oder operativen Tonusmanagement (Selektive dorsale Rhizotomien) und die Behandlung sekundärer orthopädischer Probleme.

Labor für Bewegungsanalyse

Die oft komplexen Gang- und Bewegungsstörungen, die sich im Rahmen o.g. Erkrankungen entwickeln können, stellen den Kinderneuroorthopäden immer wieder vor Herausforderungen. Essentiell zur Therapieplanung ist hier oft die Durchführung von instrumentellen 3D-Ganganalysen. Diese werden in enger Kooperation mit Herrn apl. Professor Dr. rer. nat. Sebastian Wolf und seinem Team durchgeführt und befundet.

Die klinische und auch methodische Forschung im Labor für Bewegungsanalyse ist essentiell um Ergebnisse kontrollieren, Therapieerfolge messen und die Behandlung der Patienten ständig verbessern zu können.

Technische Orthopädie

Die oft schwierigen konservativen Behandlungskonzepte werden in enger Kooperation mit unserer Abteilung für Technische Orthopädie erarbeitet, am Patienten abgenommen und auch in der klinischen Forschung evaluiert. Jeden Donnerstag halten wir daher eine technisch orthopädische Sprechstunde zusammen mit den zuständigen Technikern und Physiotherapeuten ab.