Institut für Psychosoziale Prävention und Psychotherapie

Mentalisierungs-Basierte Therapie (MBT-SSV) für Jugendliche mit Störung des Sozialverhaltens

Jugendliche mit externalisierenden Verhaltensstörungen insbesondere mit gewalttätigem Verhalten stellen ein zentrales Gesundheitsproblem der Adoleszenz dar. Es wird ein Zusammenhang zwischen den Diagnosen oppositionelles Trotzverhalten (OTV) und Störung des Sozialverhaltens (SSV) und besonders kritischen Persönlichkeitsaspekten, der „Callousness“, angenommen. Als Früherkennungsmerkmal eines Entwicklungspfades in chronisch antisoziales Verhalten wird eine hohe Trait-Impulsivität in Verbindung mit weiteren sozialen Risikofaktoren angesehen. Frühe aversive Erfahrungen in Verbindung mit geringer Mentalisierungsfähigkeit können als ätiologischer Risikofaktor gelten, die im Verlauf der Adoleszenz zu einem Scheitern an den Entwicklungsaufgaben führen und im Falle von aggressivem Verhalten mit einer Desintegration von sozialen Werten einhergehen. Im Bereich der psychosozialen Versorgung für Jugendliche mit OTV/SSV ist ein Mangel an therapeutischen Verfahren zu konstatieren.

In einer Metaanalyse (inkl. 548 Studien) konnte gezeigt werden, dass therapeutische Interventionen wirksamer sind im Vergleich zu rein „wiedergutmachenden" Programmen und Interventionen, die auf verstärkter Kontrolle oder Bestrafung beruhen. Es gibt eine Reihe von therapeutischen Programmen, aber nur wenige therapeutische Programme beziehen die Jugendlichen UND ihre Familien ein während familienbezogenen Veränderungen die größte Bedeutung beigemessen wird. Der Schwerpunkt liegt meist auf Verhaltensänderungen, ohne die ätiologischen Ursachen anzugehen. Um die Versorgungssituation von Jugendlichen mit SSV und ihren Familien zu verbessern, wurde am Institut für Psychosoziale Prävention ein neues manualisiertes Psychotherapieverfahren entwickelt - die Mentalisierungs-Basierte-Therapie-SSV (MBT-SSV). Die MBT-SSV, welche eine Spezifizierung der Mentalisierungs-Basierten-Therapie (MBT) darstellt, fokussiert im psychotherapeutischen Kontext nicht ausschließlich die Jugendlichen, sondern involviert ebenso die Eltern und strebt eine gezielte Steigerung der Mentalisierungsfähigkeiten des gesamten Familiensystems an.

 

Nähere Informationen zur MBT-SSV finden Sie hier. Weitere Informationen zur Therapie erhalten Sie bei: Meike Hurrle