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Auswirkungen von mütterlichem pränatalem Stress und von Stresserfahrungen des Säuglings auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion

Studienleitung:

  • PD Dr. phil. Dipl.-Psych .Corinna Reck , Leitende Psychologin, Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Universitätsklinikum Heidelberg

 

In Kooperation mit:

  • Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs, Oberarzt der Psychiatrische Ambulanz, Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Prof. Dr. med. Manfred Cierpka, Institut für Familientherapie und Psychosomatische Kooperationsforschung
  • Dr. med. Consolata Thiel-Bonney, Institut für Familientherapie und Psychosomatische Kooperationsforschung

Inhalte und Ziele:
Im ersten Teil des Projektes wird der Zusammenhang zwischen prä-, peri- und postnatalem Stress der Mutter und der Qualität der Mutter-Kind-Interaktion im Säuglingsalter in einer prospektiven Studie untersucht. Der zweite Teil des Forschungsvorhabens befasst sich mit der Frage, inwiefern erhöhte Stressbelastungen bzw. Selbstregulationsstörungen des Kindes, die sich in exzessivem Säuglingsschreien, Schlaf- oder Futterproblemen zeigen, das soziale Interaktionsgeschehen zwischen Mutter und Kind beeinflussen.

 

Hintergrund:
Die Grundannahme ist dabei, dass Stress selten eine Person isoliert betrifft, sondern stets auch Konsequenzen für das soziale Umfeld hat. Die Auswirkungen von mütterlichem Stress in der Pränatalzeit auf die Entwicklung des Fötus verdeutlichen dies ebenso wie ein gestresster Säugling, der die Familiendynamik ungünstig beeinflussen kann. Dies wird durch die große Nachfrage nach Beratungsterminen in der Eltern-Säuglings-Sprechstunde anschaulich dokumentiert. Daher ist zu erwarten, dass sich bei erhöhtem Stress seitens der Mutter und/oder seitens des Kindes negative Folgen für das Interaktionsverhalten bei der Mutter-Kind-Dyade ergeben. Es konnte wiederholt nachgewiesen werden, dass sich emotionaler mütterlicher Stress nach der Geburt ungünstig auf die kindliche Selbstregulation in der Mutter-Kind-Interaktion auswirkt und dass erhöhtes Stresserleben oder traumatische Erfahrungen der Mutter bei der Geburt eine frühkindliche Regulationsstörung des Säuglings mit bedingen.

 

Studienablauf:
Die entsprechenden Untersuchungsgruppen rekrutieren sich aus prä- und perinatal gestressten Müttern sowie aus Kindern mit Selbstregulationsstörungen, deren Eltern die Eltern-Säuglings-Sprechstunde in Heidelberg aufsuchen. Die aktuelle Stressbelastung der Mutter wird mit Hilfe von Fragebögen und physiologischen Parametern ermittelt, die des Kindes über durch die Eltern auszufüllende Fragebögen, physiologische Parameter und 24-Stunden-Protokolle. Zur Analyse der kindlichen Regulationsfähigkeit in der Interaktionssituation kommt die sogenannte Still-Face- Situation als standardisiertes Videoanalyseverfahren zur Anwendung. Die Still-Face-Situation ist ein häufig verwendetes experimentelles Paradigma, das aus drei jeweils zweiminütigen Phasen besteht. In Phase 1 (Spielsituation, play) und 3 (Wiedervereinigungsphase, reunion) verbringen Mutter und Kind jeweils zwei Minuten im freien Zwiegespräch. In Phase 2 (Unterbrechung der Interaktion, still-face) spielt und spricht die Mutter weder mit dem Kind, noch nimmt sie Blick- oder Körperkontakt zu ihm auf.