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Zusammenhänge zwischen der Eltern-Kind Interaktion und der kindlichen Entwicklung über die ersten beiden Lebensjahre (COMPARE)

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Studie wird zeitgleich in Heidelberg und München durchgeführt.

Studienleitung:
Dr. Anna-Lena Zietlow, Institut für Medizinische Psychologie im Zentrum für Psychosoziale Medizin Universitätsklinikum, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Studienleitung Standort München:
Prof. Dr. Corinna Reck, Lehr- und Forschungseinheit Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters und Beratungspsychologie, Department Psychologie, Ludwig-Maximilians Universität München

Weitere Kooperationen:
Prof. Dr. Urs Nater, Lehrstuhl für Klinische Psychologie, Universität Wien
Prof. Dr. Christian Montag, Leitung der Abteilung Molekulare Psychologie, Universität Ulm

Ansprechpartnerin:
Dr. Nora Nonnenmacher
Kontakt

Ziele:
Die Studie untersucht Familien, in denen die Mütter in der Zeit rund um die Geburt an Depression und/oder Angststörungen erkrankt sind. Dabei interessieren uns insbesondere die Interaktion zwischen den Eltern und ihrem Kind, aber auch die Paar-Interaktion und die kindliche Entwicklung über die ersten zwei Lebensjahre.

Hintergrund:
Psychische Störungen in der Zeit rund um die Geburt (= Peripartalzeitraum) stellen eine Belastung für die betroffenen Familien dar. Etwa 12% der Frauen sind während der Schwangerschaft von Depressionen betroffen, etwa 6% im Postpartalzeitraum (= Zeit nach der Entbindung). Neben Depressionen gehören Angststörungen zu den häufigsten psychischen Störungen rund um Schwangerschaft und Geburt. Etwa 7% aller Frauen sind während der Schwangerschaft von Angststörungen betroffen, etwa 11% während der ersten drei Monate postpartal.

Die Studie untersucht die Auswirkungen mütterlicher Depression und/oder Angststörungen auf die kindliche Entwicklung innerhalb der ersten zwei Lebensjahre, unter Berücksichtigung der Eltern-Kind-Interaktion. Die Forschung zeigt, dass sich nicht allein die psychische Störung der Mutter auf die kindliche Entwicklung auswirkt, sondern dass vielmehr der Mutter-Kind-Interaktion eine entscheidende Rolle zukommt. Wir untersuchen den Einfluss der dyadischen Interaktion zwischen Mutter und Kind sowie Vater und Kind auf die kindliche Entwicklung. Von besonderem Interesse ist für uns auch, wie die Eltern als Paar miteinander umgehen. Darüber hinaus interessieren wir uns für den Einfluss psychobiologischer Variablen, genauer für die Stressempfindlichkeit (Cortisol, α-Amylase, Herzrate) des Kindes in Interaktion mit den Eltern sowie auch für die Stressempfindlichkeit der Eltern in der Paar-Interaktion. Zusätzlich untersuchen wir, welche Rolle das mütterliche Hormon Oxytocin im Zusammenhang mit dem Interaktionsverhalten der Mutter spielt.
Die Ergebnisse dieser Studie dienen als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Hilfsangebote für betroffene Familien.

Studienablauf:
Die prospektive Längsschnittstudie umfasst mehrere Termine über die ersten zwei Lebensjahre des Kindes und startet 3 Monate nach der Geburt mit einem ersten Videotermin, bei dem das Interaktionsverhalten zwischen Eltern und Kind untersucht wird. Bei diesem Termin wird auch eine Aufnahme der Interaktion der Eltern untereinander (Paar-Interaktion) aufgenommen. Mit den Eltern werden Interviews geführt, um aktuell bestehende, psychische Belastungen zu erfassen.

An weiteren Untersuchungsterminen mit 12, 18 und 24 Monaten des Kindes steht die Erfassung der kindlichen Entwicklung im Vordergrund. Dabei wird spielerisch die sozio-emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes untersucht, erneut die Eltern-Kind-Interaktion aufgenommen und mittels Interviews und Fragebögen die momentane Stimmung, den Umgang mit Emotionen, eigenes Erziehungsverhalten, die Partnerschaftsqualität und das Verhalten des Kindes erfragt. Über Speichelproben werden bei den Eltern wie auch dem Kind die Stressempfindlichkeit erhoben und während der Eltern-Kind- wie auch der Paar-Interaktion die Herzrate mit Hilfe von Elektroden erfasst, die auf den Oberkörper der Studienteilnehmer und des Kindes aufgeklebt werden. Beide Verfahren sind absolut schmerzfrei. Um das Hormon Oxytocin – auch als „Bindungshormon“ bekannt – bei der Mutter erfassen zu können, wird von dieser eine Blutprobe abgenommen. Oxytocin spielt in sozialen Beziehungen und der emotionalen Bindung der Mutter an ihr Kind eine wichtige Rolle und ist daher in diesem Zusammenhang für die Studie relevant.