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Biobehaviorale Mechanismen reaktiver Aggression bei der Borderline Persönlichkeitsstörung: Validierung und pharmakologische Modulation

Projektleiter: Bertsch, Herpertz

Mitarbeiter/innen: Krauch, Müller, Boll, Schmitz, Neukel, Idelberger

Laufzeit: 2014-2018

Förderinstanz: DFG (Klinische Forschergruppe 256)

Aggression gehört zu den Kernmerkmalen der Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS). Trotz einer hohen Prävalenz und erheblichen individuellen und gesellschaftlichen Kosten bleiben die neurobiologischen und behavioralen (ab hier biobehavioralen) Mechanismen von Aggression bei BPS-Patienten unklar und empirisch begründete, gezielte und kosteneffiziente Interventionen zur Reduktion von Aggression bei BPS-Patienten fehlen. Auf Basis der Ergebnisse aus der ersten Förderperiode und anderer Stunden haben wir kürzlich fünf biobehaviorale Mechanismen postuiert, die Aggression bei der BPS mediieren. Diese umfassen: eine Hypersensitivität für Bedrohungen, verringerte Ärgerregulation, Annäherung anstelle von Vermeidung sozialbedrohlicher Reize, Defizite in kognitiver Empathie sowie erhöhte emotionale Ansteckung. Ziel des vorliegenden Projekts ist die Untersuchung der Validität, d.h. des prädiktiven Werts der fünf identifizierten biobehavioralen Mechanismen bei der Vorhersage aggressiven Verhaltens von BPS-Patienten. Weiterhin erfolgt die Untersuchung neuronaler Korrelate reaktiver Aggression bei BPS-Patienten in sozialen Interaktionen. Zusätzlich untersuchen wir  die Modulation zwei der biobehavioralen Mechanismen – Hypersensitivität für Bedrohungen und Annäherung anstelle von Vermeidung von sozialen Bedrohungsreizen – durch eine pharmakologische Intervention mit intranasal verabreichtem Oxytocin untersuchen. Die Ergebnisse dieses Projekts werden daher unser Verständnis über biobehaviorale Mechanismen aggressiven Verhaltens bei der BPS vertiefen und die Erstellung einer Testbatterie behavioraler Marker erlauben, die zukünftig leicht zur klinischen Erfassung individueller Unterschiede auf der mechanistischen Ebene in der stark heterogenen Gruppe von BPS-Patienten erlaubt.