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Neuronale Mechanismen moralischen Handelns

Projektleiter: Prof. Dr. S.C. Herpertz, Prof. Dr. F. Nüssel
Mitarbeiter/innen: C. Roth
Laufzeit: 2017 – 2018
Förderinstanz: Marsilius-Kolleg

Bisherige bildgebende Studien zum moralischen Denken und Handeln zeigen eine Aktivierung solcher neuronaler Areale, die auch mit der individuellen Identitätskonstruktion in Verbindung gebracht werden. Dies deutet auf eine ausgeprägte Integration moralischer Werte in die persönliche Identität. Insbesondere sogenannte geschützte moralische Werte, also solche Werte, die als unantastbar gelten, scheinen im hohen Maße damit verflochten. Eine besondere Rolle kommt hier Geschichten zu; diese finden nicht nur in der Vermittlung moralischer Werte ihre Anwendung, sondern dienen auch der Konstruktion eines kohärenten Selbst und somit von Identität. Die Untersuchung neuronaler Grundlagen moralischer Werte ist insbesondere bei Individuen von Interesse, die sich durch eine mangelnde Unterstützung eben dieser auszeichnen, namentlich Personen mit ausgeprägten psychopathischen Persönlichkeitszügen (engl. Traits). Abweichungen zugrundeliegender neuronaler Areale deuten auf eine dysfunktionale Internalisierung moralischer Werte und daraus resultierende defizitäre Aufmerksamkeitsprozesse als mögliche Grundlage psychopathischen Verhaltens. Diese fMRT Studie beschäftigt sich daher mit den neuronalen Grundlagen geschützter moralischer Werte anhand von Geschichten, mit besonderem Blick auf mögliche Unterschiede in Individuen mit stark ausgeprägten psychopathischen Traits. Ausgehend von Damasio´s “somatic marker theory” sind wir vor allem interessiert an der internalen Repräsentation moralischer Werte, die emotionale Signale induzieren, die die Aufmerksamkeit des Handelnden auf die Bedürfnisse und Recht anderer lenken.