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Olweus Mobbing-Präventionsprogramm

Sektion Translationale Psychobiologie

Projektbeschreibung

Mobbing in der Schule ist ein weit verbreitetes und ernstzunehmendes Problem. Mobbing bedeutet, dass ein Schüler/eine Schülerin wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler/-innen ausgesetzt ist. Dabei besteht zwischen Tätern und Opfern ein Ungleichgewicht der Kräfte, das Opfer ist wehrlos. Repräsentativen Umfragen zufolge ist ca. jeder vierte Schüler in Europa von Mobbing betroffen, als Opfer, Täter oder beides zugleich. Auch Vorgängerstudien der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis ergaben vergleichbare Mobbingraten. Die Folgen von Mobbing sind gravierend und reichen z. T. bis ins Erwachsenenalter. Besonders die Opfer zeigen deutlich erhöhte Risiken für psychische Störungen (Depressionen, Ängste, Selbstverletzung, Suizidalität, somatische Beschwerden etc.).

Das einzige evidenzbasierte Mobbing-Präventionsprogramm, das nachweisbare Effekte erzielt und von unabhängigen Experten empfohlen wird (u. a. EU-Kommission Brüssel und Landtag Baden-Württemberg), ist das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm. Dieses Programm beinhaltet umfangreiche Schulungen und Materialien, die international bereits eingesetzt werden, bislang jedoch nicht auf Deutsch erhältlich sind. Im Rahmen des Aktionsprogramms „Psychische Gesundheit von Jugendlichen“ der Baden-Württemberg Stiftung soll das Olweus-Programm daher an 30 Pilotschulen implementiert und wissenschaftlich begleitet werden. Die Schulen werden dabei von zertifizierten Olweus-Coaches unterstützt, die direkt vom norwegischen Olweus-International-Team ausgebildet werden.

Das Programm richtet sich an alle weiterführenden Schulen, wobei max. 30 Schulen aus ganz Baden-Württemberg in der Pilotphase am Olweus-Programm teilnehmen konnten. Eine erste Welle von 12 Schulen hat im Juli 2015 mit der Schülerbefragung zum Thema Mobbing begonnen. Seit dem Schuljahr 2015/2016 sind 9 der 12 Schulen dabei das Programm zu implementieren. Im Juli 2016 startete die zweite Welle mit weiteren 10 Schulen, die an der Schülerbefragung teilnahmen. Zum Schuljahr 2016/2017 wird auch hier das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm schrittwiese eingeführt. Die Befragungen werden jährlich wiederholt, sodass die Effektivität des Programms im Sinne eines Prä-Post Vergleichs geprüft werden kann. Eine erneute Schülerumfrage im Juli 2017 erlaubt Aussagen über langfristige Effekte des Programms. Zudem werden Daten über das psychische Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen erhoben um festzustellen, ob durch eine Reduktion von Mobbing tatsächlich auch die Ausbildung von psychischen Folgestörungen verhindert werden kann. Die Schulen werden 18 Monate intensiv bei der Programmimplementierung unterstützt, danach ist das Programm Teil der Schulkultur und kann selbständig weitergeführt werden.

Tutorial Dataweb

Im vorliegenden Video-Tutorial  wird erklärt, wie Sie eigenständig ein neues Schuljahr erstellen, ihre Klassen einrichten, eine neue Umfrage erstellen, diese aktivieren und anschließend die Codes für Ihre Klassen generieren und drucken können. Sie benötigen dafür Ihren Dataweb-Zugang und eine Klassenliste mit der Anzahl der Jungen und Mädchen pro Klasse an Ihrer Schule.

Sie gelangen auf Dataweb über: http://dataweb.olwin.no

Kooperationspartner

Olweus-International

Projektleitung

Prof. Dr. med. univ. Franz Resch

Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychatrie


Projektkoordination

Dipl.-Psych. Vanessa Jantzer


Mitarbeiterinnen

Kontakt

Interessenten und Teilnehmer können sich an die Studienkoordinatorinnen des Olweus-Teams, Fanny Ossa, Vanessa Jantzer und Lena Eppelmann, wenden.

olweus.programm@med.uni-heidelberg.de
Telefon: 06221 56-39954

Förderung

Baden-Württemberg Stiftung

Projektzeitraum

2014 - 2018