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Olweus Mobbing-Präventionsprogramm

Sektion Translationale Psychobiologie

Projektbeschreibung

Projektbeschreibung

Mobbing hat weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen sowie die gesamte Gesellschaft. Es handelt sich um ein häufiges Phänomen unter Kindern und Jugendlichen, ungefähr jeder vierte Schüler gibt an, davon betroffen zu sein. Der negative Einfluss von Mobbing ist vielschichtig: emotional, sozial, kognitiv und verhaltensbezogen und die erlebte Viktimisierung erhöht das Risiko für ein großes Spektrum psychischer Störungen (Depressionen, Ängste, Selbstverletzung, Suizidalität, somatische Beschwerden etc.). Auch ökonomische Konsequenzen von Mobbing müssen bedacht werden, die u.a. durch eine Überbeanspruchung des Gesundheitssektors durch Betroffene verursacht werden. Mobbing tritt in allen sozialen Schichten und allen Schulformen und -größen auf. Die PISA-Studie (2015) hat gezeigt, dass an Schulen mit hohen Mobbingraten das Lernklima für alle negativ beeinträchtigt ist und insgesamt schlechtere akademische Leistungen erzielt werden. Auch Lehrkräfte fühlen sich durch das Thema oftmals überlastet, da ihnen Strategien im Umgang mit der Problematik fehlen. Akute Mobbingfälle stellen eine hohe zeitliche Belastung dar, der oftmals ineffektive Umgang mit der Thematik führt zu Frustration und Belastung der Lehrergesundheit.

Mobbing ist ein systemisches soziales Problem, der Umgang damit die kollektive Verantwortung aller an der Schule. Die Handlungsverantwortung, gegen schulisches Mobbing vorzugehen bzw. dieses zu verhindern, liegt bei den Erwachsenen. Im Kontext Schule können zentrale Ursachen und Aufrechterhaltungs-Mechanismen von Mobbing positiv beeinflusst werden. Insbesondere primär-präventive Programme für die gesamte Schule, wie das „Olweus Präventions-Programm gegen Mobbing und antisoziales Verhalten“, sind vielversprechend. Das Programm des skandinavischen Professors Dan Olweus ist das einzige evidenzbasierte Programm, das mehr als 30 Jahre Forschung beinhaltet, international positiv evaluiert wurde und auch von unabhängigen Experten empfohlen wird.  Sein einzigartiger Vorteil besteht zudem darin, dass nicht nur das eng umschriebene Thema Mobbing bearbeitet wird, sondern das Thema Sozialverhalten als Ganzes. So wird durch eine konsequente Arbeit nach Olweus nicht nur Mobbing zwischen Schülern reduziert, sondern auch das Schul- und Lernklima verbessert sowie andere Formen der Gewalt und Verhaltensprobleme im Allgemeinen reduziert (wie z.B. Unterrichtsstörungen, Vandalismus, Prügeleien, Diebstähle und Schulschwänzen). Ein konsequenter und kompetenter Umgang mit sozialen Problemen durch alle Lehrkräfte wird erzielt.

Das Olweus-Programm beinhaltet umfangreiche Schulungen und Materialien, die international bereits eingesetzt werden, bislang jedoch nicht auf Deutsch erhältlich sind. Im Rahmen des Aktionsprogramms „Psychische Gesundheit von Jugendlichen“ der Baden-Württemberg Stiftung wurde das Olweus-Programm daher an 29 Pilotschulen implementiert und wissenschaftlich begleitet. Jährliche Schülerbefragungen (2015 – 2019) gaben Auskunft über die Effektivität des Programms im Sinne eines Prä-Post Vergleichs und erlaubten auch Aussagen über langfristige Effekte des Programms. Zudem wurden Daten über das psychische Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen erhoben um festzustellen, ob durch eine Reduktion von Mobbing tatsächlich auch die Ausbildung von psychischen Folgestörungen verhindert werden kann. Die Schulen wurden zwei Jahre intensiv bei der Programmimplementierung unterstützt, danach ist das Programm Teil der Schulkultur und kann selbständig weitergeführt werden. Olweus-Coaches, die direkt vom skandinavischen bzw. amerikanischen Olweus-Team ausgebildet wurden, arbeiten vor Ort am schrittweisen Aufbau des Programms.

Aufgrund der bisherigen positiven Ergebnisse und Erfahrungen kann das Olweus-Programm nun für den gesamten deutschsprachigen Raum angeboten werden. Interessierte Schulen finden Informationsmaterial unter www.bwstiftung.de/olweus (Informationsmappe unter „Zum Download“) und können sich jederzeit an uns wenden.
Mobbing ist eine Form der Misshandlung unter Gleichaltrigen und verdient ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Aktivität, um dieser zu begegnen bzw. sie zu verhindern. Natürlich bringt die Einführung eines umfangreichen präventiven Programms zunächst einen organisatorischen und zeitlichen Aufwand mit sich. Dieser wird aber durch eine langfristige Zeitersparnis, bedingt durch den Rückgang an Unterrichtsstörungen und der Anzahl bzw. Schwere von Mobbingfällen sowie die effizientere Handhabe der Fälle, mehr als wettgemacht. Die Arbeit an der Thematik wird gerecht im Kollegium verteilt, alle profitieren vom angenehmeren Schulklima und dem erhöhten Kompetenzerleben.

Tutorial Dataweb

Im vorliegenden Video-Tutorial  wird erklärt, wie Sie eigenständig ein neues Schuljahr erstellen, ihre Klassen einrichten, eine neue Umfrage erstellen, diese aktivieren und anschließend die Codes für Ihre Klassen generieren und drucken können. Sie benötigen dafür Ihren Dataweb-Zugang und eine Klassenliste mit der Anzahl der Jungen und Mädchen pro Klasse an Ihrer Schule.

Sie gelangen auf Dataweb über: http://dataweb.olwin.no

Kooperationspartner

Olweus-International

Kontakt

Interessenten und Teilnehmer können sich an die Studienkoordinatorinnen des Olweus-Teams, Fanny Ossa, Vanessa Jantzer und Lena Eppelmann, wenden.

olweus.programm(at)med.uni-heidelberg.de
Telefon: 06221 56-39954

Förderung

Baden-Württemberg Stiftung

Projektzeitraum

2014 - 2019