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PACS

Sektion Translationale Psychobiologie

Studientitel

Validierung eines Instrumentes zur Erfassung von Bindung in der Psychotherapie bei Jugendlichen

Projektbeschreibung

Die mentale Bindungsrepräsentation eines Menschen ist ein Abbild seiner Erwartungen bezüglich der Verfügbarkeit von Bezugspersonen. Diese Erwartungen basieren auf frühen Interaktionen mit dem primären Versorger.  Es hat sich gezeigt, dass der Bindungsstil von Patienten eine entscheidende Rolle für die therapeutische Beziehung sowie für den Therapieverlauf spielt. Bislang wird als objektive Methode zur Erhebung des Bindungsstils von Jugendlichen und Erwachsenen in der Psychotherapieforschung das semi-strukturierte „Adult Attachment Interview“ (AAI) von George, Kaplan und Main (1985) eingesetzt. Anhand der Darstellung und Verarbeitung früher Bindungserfahrungen des Interviewten wird hiermit die mentale Bindungsrepräsentation des Patienten beurteilt. Aus zeitökonomischen Gründen sowie Gewöhnungseffekten ist der Einsatz des AAI für Untersuchungen mit Messwiederholungen jedoch ungeeignet. Somit eignet sich das Instrument nicht für Fragestellungen in Längsschnittuntersuchungen, die die Bindungsstrategien zu mehreren Messzeitpunkten als Prozessvariable in der Psychotherapie einbeziehen. Das „Patient Attachment Coding System“ (PACS) von Talia und Miller-Bottome (2012) ist ein neu entwickeltes Kodiersystem, das diese Einschränkungen überwinden soll. Mithilfe des PACS kann der Bindungsstil des Patienten in jeder beliebigen Therapiesitzung erhoben werden. Es erfasst, wie sich Bindungsstrategien in der Interaktion mit dem Therapeuten äußern. Hierzu werden die Erzählungen des Patienten im Hinblick auf die Regulation von Nähe und Distanz zum Therapeuten analysiert. Bei erwachsenen Patienten haben sich bereits gute Übereinstimmungen zwischen der Klassifikation des Bindungsstils, beurteilt durch das PACS und durch das AAI, gezeigt. Im Rahmen des vorliegenden Projekts soll das PACS im Vergleich mit dem AAI auch für den Einsatz bei jugendlichen Patienten validiert werden. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse des PACS im Zusammenhang mit dem Therapieergebnis analysiert werden. Hierzu werden 30 tagesklinische und stationäre Patienten im Alter von 12-17 Jahren rekrutiert. Bewährt sich die Verwendung des PACS bei Jugendlichen, ermöglicht dies zukünftig die objektive Erfassung des Bindungsstils als Prozessvariable in der Psychotherapie.

Kooperationspartner

  • Ph.D. Alessandro Talia, Institut für Psychosoziale Prävention, Universitätsklinikum Heidelberg

Projektleitung

Projektkoordination

M.Sc. Leonie Fleck

Mitarbeiterinnen

Förderung

Eigenmittel

Projektlaufzeit

2017-2018