Seite 16-17 - KLINIKTICKER - SONDERAUSGABE APRIL 2014

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ERFOLG UND ZUKUNFT
ERFOLG UND ZUKUNFT
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Rasche Hilfe für verletzte Patienten
IM MODERNISIERTEN SCHOCKRAUM STEHT EIN TRAUMA-TEAM RUND UM DIE UHR
ZUR VERFÜGUNG
V
erkehrsunfall auf einer Landesstraße imvorde­
renOdenwald: Das Geschehnis ist dramatisch,
leider aber nicht selten. Schnell ist der Ret­
tungsdienst vorOrt. EinAutofahrerwird verletzt ins
Kreiskrankenhaus Bergstraße eingeliefert.
Meldet die Leitstelle Bergstraße einen Notfall, ist eine
neunköpfige Mannschaft im KKH zur Stelle: Ärzte,
Pf leger, Medizintechnisch Assistenten gehören dazu.
Im Alltagsbetrieb des Krankenhauses sind sie in ver-
schiedenen Abteilungen eingebunden, im Schockraum
arbeiten sie Hand in Hand. Vor allem sind Unfallchirur-
gie, Anästhesie und Viszeralchirurgie gefordert, wenn
notwendig kommen weitere Spezialisten hinzu. Zehn
bis fünfzehn Minuten vor Eintreffen des Verletzten
bereiten sie dessen Übernahme vor.
„Alle lebensbedrohlichen Verletzungen
werden erfasst“
Bei der Übergabe in Heppenheim spricht der Notarzt
von einem Polytrauma, der Patient hat mehrere, z.T.
lebensbedrohliche Verletzungen. Er kommt sofort in den
Schockraum. Minutiös standardisierte Vorgaben, soge-
nannte Schockraum-Algorithmen, regeln alle Abläufe
wie die Übernahme, Untersuchung und Versorgung des
Patienten. Das Vorgehen gleicht dem Abarbeiten von
Checklisten wie aus der Fliegerei bekannt. „So ist
gewährleistet, dass alle lebensbedrohlichenVerletzungen
erfasstwerden“, erklärtUnfallchirurgDr.MatthiasLeiner.
Maximal 60 Minuten bleibt ein Patient in dem Spezial-
behandlungsraum, spätestens dann muss die Versor-
gung dort abgeschlossen sein: Der Patient kommt in den
OP oder zur Betreuung auf die Intensivstation, wenn es
sein Zustand zulässt auf eine Normalstation. Und in
besonders kritischen Situationen greift die Zusammen-
arbeit Heppenheim-Heidelberg. Beispielsweise bei einem
offenen Schädel-Hirn-Trauma oder wenn beim Unfall
Gliedmaßen abgetrennt wurden, wird der Patient sofort
ins Uniklinikum verlegt.
KKH im Traumanetzwerk
Kurpfalz
Modernisiert und Zertifiziert
Mit der Zertifizierung als Traumazentrum ist das Kreiskrankenhaus
Bergstraße 2013 erstmals Teil des Traumanetzwerks Kurpfalz
geworden, das auf enge Zusammenarbeit bei der Versorgung von
Schwerstverletzten setzt. Elf Kliniken haben sich in dem Verbund
zusammengefunden, mit dem Uniklinikum Heidelberg auch ein
Maximalversorger für Patienten mit besonders schweren Verletzun-
gen. Das Kreiskrankenhaus Bergstraße ist die einzige südhessische
Klinik in diesem ansonsten badischen Verbund.
Das Kreiskrankenhaus Bergstraße hat die Versorgung von Schwerst-
verletzen weiter verbessert. Der Schockraum ist komplett erneuert,
das Teamzusätzlich geschult worden. Rund 100.000 Euro sind in die
umfassende Modernisierung und eine bessere Ausstattung inves-
tiert worden. Parallel zum Um- und Ausbau wurden die Abläufe von
Diagnose und Behandlung optimiert, ebenso die Infrastruktur im
Umfeld des Schockraums, beispielsweise eine gut sichtbar ausge-
schilderte Wegführung. Damit erfüllt das KKH die Vorgaben der
Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie wodurch erstmals eine
Zertifizierung möglich wurde. Als solches ist das Haus nun Teil des
Traumanetzwerks Kurpfalz. Der Leiter des Heppenheimer Trauma-­
Teams, Dr. Matthias Leiner, hat den gesamten Prozess federführend
begleitet und mit seiner Kollegin Dr. Marion Dieterich eine Fortbil-
dung im Schockraummanagement absolviert. Das Team wurde von
ihm auf die speziellen Anforderungen im neuen Schockraum vorbe-
reitet und geschult.
PD Dr. Peter Arnold, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie (rechts), und Oberarzt Dr. Matthias Leiner im neuen Schockraum