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Allgemeine Psychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


Experimentelle Psychopathologie und Neurophysiologie

Prof. Dr. M. Weisbrod

Die Sektion für Experimentelle Psychopathologie und Neurophysiologie untersucht psychopathologische Phänomene mit experimentellen Methoden aus den kognitiven Neurowissenschaften. Das inhaltliche Kerngebiet der Sektion sind kognitive Störungen bei schizophrenen Patienten. Darüber hinaus versteht sich die Sektion aber auch als Kompetenzplattform innerhalb des Zentrums für Psychosoziale Medizin, was in Kooperation Arbeiten innerhalb eines weitreichenden Spektrums von Störungsbildern ermöglicht. Die Sektion Experimentelle Psychopathologie wurde von Professor Mundt gegründet und von Manfred Spitzer (inzwischen Ordinarius für Psychiatrie in Ulm) Anfang der 90er Jahre aufgebaut. Seit 1996 wird die Sektion von Matthias Weisbrod geleitet. Sie umfasst in fester Anstellung 1,5 wissenschaftliche Stellen und ¼ Sekretariatsstelle. Daneben arbeiten zahlreiche drittmittelgeförderte Mitarbeiter/innen sowie Mitarbeiter/innen der Klinik aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die sich zusätzlich zu ihrer klinischen Tätigkeit in der Arbeitsgruppe engagieren, in der Sektion.

 

Folgende Methoden werden eingesetzt:

  • neuropsychologische Verhaltensuntersuchungen
  • kognitive Elektrophysiologie (EEG, EKP, Quellenlokalisation, Q-EEG)
  • periphere Neurophysiologie (EDA)
  • transkranielle Magnetstimulation (TMS)
  • Magnetoenzephalographie (MEG) in Kooperation mit der Sektion Biomagnetismus der Neurologischen Klinik Heidelberg
  • Strukturelle und funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) in Kooperation mit der Neuroradiologischen Abteilung der Neurologischen Klinik Heidelberg

 

Im Bereich der kognitiven Störungen bei schizophrenen Patienten werden Störungen auf mehreren Ebenen der Informationsverarbeitung untersucht. Auf unterster Ebene werden frühe visuelle Informationsverarbeitung und motorische Leistungen analysiert. Auf höherer Ebene stellen exekutive Funktionen, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis einen wichtigen Fokus dar. Diese kognitiven Leistungen werden unter Verwendung der oben genannten Methoden untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien werden genutzt, um spezifische Trainingsprogramme und pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten für kognitive Störungen zu entwickeln. Eine Spezialambulanz (PAKT) für psychiatrische Patienten insbesondere mit Schizophrenie wird angeboten.
Darüber hinaus werden populations- und molekulargenetische Methoden zur Darstellung des Einflusses von genetischen Faktoren auf psychopathologische, neuropsychologische und neurophysiologische Auffälligkeiten schizophrener Patienten eingesetzt. So ist das Heidelberger Zwillingsprojekt in der Sektion angesiedelt.

 

 

In Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie werden die Bedeutung von Reifung bei der Entstehung schizophrener Psychosen sowie die physiologischen, psychologischen und psychiatrischen Grundlagen von Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter studiert. Gemeinsam mit der Psychosomatischen Klinik werden die neurophysiologischen Grundlagen von Essstörungen beforscht. Innerhalb der psychiatrischen Klinik bestehen Kooperationen, die sich mit affektiven Störungen und Zwangsstörungen beschäftigen.

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