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Kinder- und Jugendpsychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin

Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE) –

 

Gesundheitsförderung durch Prävention von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen

 

 

Anfang 2010 wird die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Psychosozialen Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg unter der Leitung von Prof. Brunner eine Studie unter dem Titel „Saving and Empowering Young Lives in Europe (SEYLE) – Gesundheitsförderung durch Prävention von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen“ durchführen.

Es handelt sich hierbei um eine Multi-Center-Studie, die in Kooperation mit 10 weiteren EU-Staaten durchgeführt wird und europaweit über 11.000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren (9. Klasse) erfassen und untersuchen wird.

 

Das Projekt erfährt Unterstützung von Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, der die Schirmherrschaft übernommen hat.  

 

Die deutsche Stichprobe wird einen Umfang von ca. 1.200 Schülerinnen und Schülern des Rhein-Neckar-Kreises umfassen.

Den Beginn der Studie markiert eine Fragebogenerhebung, die im Januar 2010 stattfinden wird. Im Anschluss werden in Abhängigkeit von der zugewiesenen Untersuchungsbedingung vier unterschiedliche Interventionen auf ihre Wirksamkeit untersucht. Diesen liegt primär das Ziel zugrunde riskante und selbstschädigende Verhaltensweisen zu erkennen sowie entsprechende Hilfsmaßnahmen anzubieten.

 

Die vier Interventionsbedingungen können wie folgt beschrieben werden:

 

Gatekeeper: Als Gatekeeper werden Personen bezeichnet, die Schlüsselfunktionen einnehmen und im Kontakt mit vielen Mitgliedern einer Gemeinde stehen. Im Rahmen dieses Projekts handelt es sich hierbei um Lehr- und Schulpersonal (= Gatekeeper), die durch sachkundige Studienmitarbeiterinnen einem Training unterzogen werden. Ziel dieser Schulung ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten, die die Gatekeeper befähigen, gefährdete Schülerinnen und Schüler zu identifizieren und an professionelle Helfer weiter zu verweisen.

 

Schulung der Selbstwahrnehmung: In drei aufeinander folgenden Sitzungen werden Schülerinnen und Schüler von erfahrenen Psychologinnen oder Pädagoginnen in der Wahrnehmung der eigenen Gefühle geschult. Hierbei kommen unterschiedliche Materialen und Methoden wie eine Broschüre und Poster zum Einsatz.

 

Screening: Basierend auf dem Antwortverhalten der Eingangserhebung werden Schülerinnen und Schüler, die klinisch relevante Grenzwerte überschreiten, zu einem Gespräch im Studienzentrum eingeladen. Das Gespräch wird von erfahrenem Klinikpersonal durchgeführt und dient der Abklärung der berichteten Symptome sowie einer eventuellen Einleitung von weiteren Hilfsmaßnahmen.

 

Minimale Intervention: Im Anschluss an die Eingangserhebung hängt das Studienpersonal sechs Poster im Klassenraum aus, die wichtige Informationen über riskante und selbstschädigende Verhaltensweisen proklamieren. Weiterhin werden Visitenkarten mit Kontaktinformationen an alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ausgeteilt.

 

Die erste Evaluierung der Wirksamkeit dieser Interventionen erfolgt in einem zeitlichen Abstand von drei Monaten. Die Abschlussbewertung erfolgt ein Jahr nach der Interventionsphase. Insgesamt werden eine Intervention sowie drei Fragebogenuntersuchungen stattfinden. Um eine möglichst umfassende Rückmeldung über die Wirksamkeit der Maßnahmen zu erhalten werden auch Lehrerinnen und Lehrer sowie weiteres Schulpersonal um die schriftliche Beantwortung einiger Fragen gebeten.

 

 

Leiter

Prof. Dr. med. Franz Resch

Direktor, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Zentrum für Psychosoziale Medizin

Prof. Dr. med. Romuald Brunner

Leitender Oberarzt, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Zentrum für Psychosoziale Medizin

Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter

Dipl.-Psych. Peter Parzer

Leiter der Forschungsstelle

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Dr. med. Nassrin Koch-Khoury

Dr. med. Michael Kaess

Dipl.-Psych. Katja Klug

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