Ist Querschnittlähmung überhaupt behandelbar?

Antwort: Ja! Zunächst kann durch das spezialisierte Team in der Akutphase unmittelbar nach Eintritt der Querschnittlähmung weiterer Schaden vermieden werden und die zügige Einbindung in den Rehabilitationsprozess vorbereitet werden. Je nach Ausprägung der Querschnittlähmung (Komplette oder inkomplette Lähmung, Beeinträchtigung der Funktionen der Arme und Beine sowie der Atemfunktion in Abhängigkeit von der Verletzungshöhe im Rückenmark) kommen verschiedene Therapien zum Einsatz, welche die größtmögliche Wiederherstellung der Selbständigkeit Betroffener zum Ziel haben. Durch den differenzierten Einsatz moderner neurorehabilitativer Verfahren können je nach Ausprägung die Rückbildung von Funktionseinschränkungen der Arme und Beine (= Restauration) bewirkt werden. Ist das auf Grund des Schweregrads der Schädigung nicht möglich, können Funktionsverluste der Arme und Beine durch geeignete Hilfsmittel und gezielte Nutzung verbliebener Restfunktionen ausgeglichen werden (Kompensation).

 

Akute & chronische Querschnittlähmung

In der Akutphase unmittelbar nach Eintritt der Querschnittlähmung gewährleisten wir das komplette Spektrum diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten – sowohl zur Behandlung der Unfall-bedingten (z.B. nach Verkehrsunfall, Sturz, Sportunfall) als auch der Krankheitsbedingten Querschnittlähmung (z.B. Tumor, Schlaganfall des Rückenmark, Entzündung des Rückenmarks). Neben der kombinierten medizinischen und rehabilitativen Behandlung akut Querschnittgelähmter (sogenannte Querschnitt-spezifische Erstbehandlung). Folgen der Querschnittlähmung begleiten Betroffene häufig zeitlebens. Komplikationen bei chronischer Querschnittlähmung wie z.B. Druckstellen (Decubitus), neurogene Darm- und Blasenentleerungsstörungen, Gelenk-Verknöcherungen, Spastik und chronische Schmerzen können gezielt untersucht und behandelt werden.

 

Hoch spezialisiertes, interdisziplinäres Team

Querschnittlähmung stellt eine schwerwiegende Schädigung des Zentralnervensystems dar, welche zu einer vielfältigen Funktionseinschränkungen im Bereich des gesamten Körpers führt. Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, werden Sie von einem multi-disziplinäres In-house Team bestehend aus Fachärzten(-innen) für Neurologie, Orthopädie, Urologie, physikalische Therapie/Rehamedizin, Innere Medizin und Allgemeinmedizin betreut.

Pflegerische und rehabilitativ-therapeutische Behandlung stellt die zweite wichtige Säule unserer Querschnitt-spezifischen Erstbehandlung dar. Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen, Logopäden, Sozialdienste – durchweg mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung Querschnittgelähmter – tragen wesentlich zum Erlangen eines Höchstmasses an Selbständigkeit bei.

 

 
 

 

Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen