Heidelberg,
11
Oktober
2021
|
11:04
Europe/Amsterdam

OP-Mikroskop hilft Amputationen zu vermeiden

Heidelberger Expertinnen und Experten bei der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. in Mannheim

Zusammenfassung

Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden / Dietmar Hopp Stiftung finanziert neues OP-Mikroskop zur chirurgischen Wundabdeckung / Heidelberger Expertinnen und Experten auf der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. vom 13.-16.10.2021 / Gefäßchirurg Prof. Dr. Dietmar Böckler steht für Interviews zur Verfügung

Am 13. Oktober startet die 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) e.V. in Mannheim. Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden ist dabei eins der Themen über das sich die Experten unter anderem vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) austauschen werden.

Bei rund 50.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland Teile der unteren Extremität – Zehen, Fuß, Unterschenkel oder das gesamte Bein – amputiert. Zu viele, sagt Prof. Dr. Dittmar Böckler, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am UKHD. In Kooperation mit dem Plastischen Chirurgen Prof. Dr. Günter Germann, Honorarprofessor der Medizinischen Fakultät, geht er im „Zentrum für Amputationsprävention und Beinerhalt“ dagegen vor. Betroffene mit chronischen Wunden, denen eine Amputation droht, profitieren von der zweifachen Expertise und der technischen Ausstattung: In den modernen gefäßchirurgischen Hybrid-Operationssälen der 2020 bezogenen Chirurgischen Universitätsklinik können innerhalb eines Eingriffs verschlossene Gefäße der Beine wieder geöffnet, die Durchblutung verbessert und chronische Wunden sowie Gewebedefekte mittels Gewebeübertragung geschlossen werden. Ein eigens dazu angeschafftes, spezielles OP-Mikroskop hat die Dietmar Hopp Stiftung mit 184.000 Euro finanziert. Es ermöglicht die komplexe Übertragung von Gewebe samt Blutgefäßen und Nervenverbindungen z.B. vom Rücken des Patienten auf die Wunde an Fuß oder Bein.

Von chronischen Wunden spricht man, wenn ein Gewebedefekt länger als acht Wochen nicht abheilt. Bei rund der Hälfte der „offenen Beine“ sind Gefäßerkrankungen und damit einhergehende Durchblutungsstörungen die Ursache, die häufig auch in Folge eines Diabetes mellitus oder langjährigen Rauchens auftreten können. Die Behandlung ist komplex und langwierig. „Wichtig für einen langfristigen Behandlungserfolg ist eine interdisziplinäre und vor allem aufeinander abgestimmte Versorgung, die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung sowie Kontrolle der Risikofaktoren“, erläutert Böckler, Gründer des Gefäß- und Aortenzentrums am UKHD, in dem Patientinnen und Patienten mit allen Arten von Gefäßerkrankungen fachübergreifend von Gefäßchirurgen, Angiologen und Radiologen gemeinsam mit Herzchirurgen, plastischen Chirurgen sowie Neurologen, Nephrologen, Diabetologen und Orthopäden behandelt werden.

Interviewpartner

Prof. Dr. Dittmar Böckler
Ärztlicher Direktor
Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie
Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
Melanie Schaumburg-Beyer (Chefarztsekretärin und Assistentin)
Tel.: 06221 56-6226 und 56-6249

gefaesschirurgie@med.uni-heidelberg.de