Heidelberg,
09
April
2021
|
11:49
Europe/Amsterdam

Seit vielen Jahren Einsatz für Lungenkrebskranke in Heidelberg und darüber hinaus: Bundesverdienstkreuz für Annette Hans

Zusammenfassung

Ehemalige Patientin der Thoraxklinik Heidelberg ist Mitbegründerin der „Selbsthilfegruppe für Lungenkrebskranke und ihre Angehörigen der Metropolregion Rhein-Neckar“, des Landesverbands und europäischer Patientenorganisation / Anhaltendes Engagement bei Präventionskampagne „ohnekippe“ der Thoraxklinik / Wissenschaftsministerin Theresia Bauer übergab die Auszeichnung

Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für Lungenkrebskranke in Heidelberg und darüber hinaus ist Annette Hans, ehemalige Patientin der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg, mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Sie ist Mitbegründerin der „Selbsthilfegruppe für Lungenkrebskranke und ihre Angehörigen in der Metropoleregion Rhein-Neckar“ (SHG Lungenkrebs) sowie Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg und wirkt darüber hinaus regelmäßig am Tabakpräventionsprogramm „ohnekippe“ der Thoraxklinik mit. Die Verleihung durch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer fand am 8. April in der Thoraxklinik statt.

„Annette Hans hat sich unermüdlich für die Lungenkrebspatientinnen und -patienten eingesetzt. Durch ihren Dialog mit Schülerinnen und Schülern hat sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Prävention geleistet. Die von ihr gegründete „Selbsthilfegruppe Lungenkrebs“ in der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg ist ein Forum, das den Betroffenen und ihren Angehörigen Mut gibt und den Patientinnen und Patienten Gehör verschafft“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Insbesondere der unermüdliche Einsatz von Frau Hans, Jugendliche vor den Gefahren des Rauchens im Rahmen des ohnekippe-Projektes zu warnen kann nicht ausreichend gewürdigt werden“, bestätigt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Felix Herth.

Im Jahr 2005 erkrankte die damals 39-jährige Mutter zweier Kinder an Lungenkrebs und unterzog sich über mehrere Monate einer Behandlung in der Thoraxklink. Während dieser Zeit wurde sie auf die Präventionskampagne „ohnekippe“ aufmerksam, die seit über 20 Jahren Schülerinnen und Schüler der Rhein-Neckar-Region über die Risiken und Folgen des Rauchens aufklärt. Annette Hans stellte sich den Fragen der Jugendlichen – dies war der Grundstein für ihr bis heute anhaltendes Engagement. „Ich hatte während meiner Therapie nur Austausch mit anderen Patienten. Das Projekt mit den Schülern bot mir die Möglichkeit mit meiner Geschichte nach draußen zu gehen und junge Menschen über die Folgen des Rauchens aufzuklären“, so die in Worms lebende Annette Hans.

Während dieser Arbeit kam dem damaligen Leiter des Projekts, Michael Ehmann, die Idee einer Selbsthilfegruppe und er sprach Annette Hans darauf an. „Ich wollte anderen Betroffenen Mut machen, ihnen zeigen, dass sie nicht alleine dastehen und mich für die Bedürfnisse und Rechte der Patienten und Angehörigen einsetzen, wenn diese selbst nicht dazu in der Lage sind.“

Am 30. März 2009 konnte schließlich mit Unterstützung der Thoraxklinik und des Heidelberger Selbsthifebüros die „SHG Lungenkrebs“ gegründet werden, die sich seitdem regelmäßig jeden dritten Mittwoch im Monat in Räumlichkeiten des Krankenhauses trifft. Zwei Jahre später folgte die Gründung des „Landesverbands Baden-Württemberg für Lungenkrebskranke und deren Angehörige e. V.“. Auch auf europäischer Ebene engagierte sich Hans und gehörte im Jahr 2013 zu den Mitinitiatoren der europäischen Krebsorganisation LuCe (Lung Cancer Europe). Über ihre Motivation sagt sie: „Mir geht es auch darum, denjenigen etwas zurückzugeben, die mir Gutes getan haben und natürlich eine übergreifende Plattform zu schaffen, durch die sich Betroffene und deren Angehörigen untereinander austauschen können. Sie sollen wissen, dass man auch mit einer schlechten Prognose noch schöne Jahre haben kann.“

Zum Zeitpunkt der Gründung der „SHG Lungenkrebs“ war der Organisationsgrad von Lungenkrebspatienten sehr schwach. Die Thoraxklinik habe deshalb deren Entwicklung von Anfang an gefördert, da sie eine sinnvolle Ergänzung der Betreuung von Patienten und Angehörigen darstellt, wie Roland Fank, Kaufmännischer Geschäftsführer, erläutert: „Die enge Anbindung der Selbsthilfegruppe an die Klinik ermöglicht es, uns an den Bedürfnissen der Patienten zu orientieren und mit unseren Möglichkeiten die Arbeit der Gruppe zu unterstützen. Gerade in Zeiten des Internet und der enormen Vielfalt an Informationen ist es für die Betroffenen wichtig, auf einfachem Wege und in direktem Kontakt Experten als Ansprechpartner zu haben, die helfen können, dabei eine Orientierung zu finden.“

Die SHG Lungenkrebs trifft sich jeden 3. Mittwoch im Monat von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr in der Thoraxklinik in Heidelberg. Betroffene und Angehörige sind herzlich willkommen. Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Treffen derzeit per Videokonferenz statt.

Kontakt Selbsthilfegruppe

Annette Hans
Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg für Lungenkrebskranke und deren Angehörige e.V.
Tel.: 0162 7786609
E-Mail: annette.hans@live.de

 

Kontakt ohnekippe

Dr. med. Claudia Bauer-Kemeny
Leitung Raucherprävention
Thoraxklinik
Röntgenstr. 1, 69126 Heidelberg
Tel.06221/396-7888
E-mail: claudia.bauer@med.uni-heidelberg.de

 

Bei Rückfragen von Journalisten

Kirsten Gerlach M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thoraxklinik-Heidelberg gGmbH
Röntgenstr. 169126 Heidelberg
Tel: 06221/396-2101
Fax: 06221/396-2102
E-Mail:
Kirsten.Gerlach@med.uni-heidelberg.de

www.thoraxklinik-heidelberg.de
www.lungenkrebs-bw.de/LifeIsGood.php

Thoraxklinik - Universitätsklinikum Heidelberg

Als eine der größten Lungenfachkliniken Europas versorgen wir in der Thoraxklinik seit mehr als 100 Jahren Erkrankungen der Lunge und des Brustkorbs (ohne linkes Herz) und sind eine Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg. Unsere fachgerechte Behandlung umfasst alle modernen Diagnostik- und Therapieverfahren wie Lungenfunktion, Bronchoskopie, Bildgebung und OP-Roboter im eigenen Hause. Die international anerkannten medizinischen Abteilungen behandeln bundesweit mit die meisten gut- und bösartigen Lungenerkrankungen. Unsere Präzisionsonkologie vertritt dabei im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen den Bereich der Lunge. Über die Jahre wurde die bundesweit größte Lungenbiobank aufgebaut. Die Thoraxstiftung Heidelberg fördert gezielt Projekte in Wissenschaft, Forschung, Krankenversorgung und Prävention.

Weiterhin ist unsere Klinik Teil des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Gründungsmitglied des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) und arbeitet eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zusammen. Seit 2009 ist die Klinik ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum der Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) sowie zertifiziertes Weaningzentrum (DGP), zertifiziertes Schlafzentrum (DGSM), zertifiziertes Mukoviszidosezentrum und Mitglied im Europäischen Netzwerk seltener Erkrankungen.