Klinische Ethikberatung

Ein Angebot des UKHD für Mitarbeiter und Patienten

Ziele und Aufgaben

Im modernen Klinikalltag gibt es eine Reihe von Problemen und müssen Entscheidungen getroffen werden, bei denen nicht nur medizinische Fakten, sondern auch grundlegende ethische Werte berücksichtigt werden müssen. Ethische Fragen stellen sich in Bezug auf das richtige, angemessene oder „gute“ Handeln in einer bestimmten Entscheidungssituation.

Der zunehmende Bedarf an ethischer Fachkompetenz ist u. a. bedingt durch:

  • erweiterte Handlungsmöglichkeiten im Zuge der modernen (Apparate-)Medizin
  • zunehmende Bedeutung der Selbstbestimmung von Patienten
  • Ausdifferenzierung von Wertvorstellungen in der Gesellschaft (Wertepluralismus)

Ziel der klinischen Ethikberatung ist es, ethische Problemlagen, die sich im Kontext der Patientenversorgung stellen, in kompetenter und lösungsorientierter Weise zu
reflektieren und zu bearbeiten.

Dies geschieht im Rahmen der folgenden Arbeitsbereiche:

  • Ethische Fallbesprechung
  • Leitlinienentwicklung
  • Beratung von Patienten und Angehörigen (Patientensprechstunde)
  • Fortbildung für Ärzte und Pflegepersonal
  • Medizinethische Forschung
Logo: Klinische Ethikberatung

Kontakt

Dr. Beate Herrmann M. A.


06221 56-37922
06221 56-5749

Zum Klinisches Ethik-Komitee

Was ist ein Ethik-Konsil?

Ein Ethik-Konsil ist eine Fallbesprechung, die in interdisziplinärer und berufsübergreifender Zusammensetzung stattfindet. Im Dialog mit den MitarbeiterInnen auf der Station wird eine ethische Analyse und Bewertung des jeweiligen Problems vorgenommen, z. B. der Fortgang einer Behandlung in problematischen Fällen wie der Nichteinwilligungsfähigkeit des Patienten. Moderiert vom Ethikberater oder einem Mitglied des Arbeitskreises „Ethik-Konsil“ werden die relevanten medizinischen, ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte erörtert. 

Auf dieser Grundlage wird eine ethisch begründete und von den Beteiligten mitgetragene Behandlungsempfehlung erarbeitet. Bei Bedarf werden Mitglieder des Arbeitskreises „Ethik-Konsil“ zur Beratung hinzugezogen. Die endgültige Entscheidung und die Verantwortung für das weitere therapeutische Vorgehen verbleiben beim behandelnden Arzt und dem Patienten bzw. seinem gesetzlichen Vertreter.

Prinzipien der Beratung

Wie jedes Beratungsangebot basiert das Ethik-Konsil auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und orientiert sich an den folgenden ethischen Grundsätzen:

  • Achtung der Menschenwürde
  • Patientenautonomie
  • Fürsorgepflicht der Behandelnden
  • Gerechtigkeit und Fairness
  • Wahrhaftigkeit und Verschwiegenheit

Anforderung eines Ethik-Konsils

Ein Ethik-Konsil kann in Akutsituationen oder zur Aufarbeitung problematischer Vorfälle von jedem Mitarbeiter der Klinik sowie von Patienten oder deren Angehörigen veranlasst werden.

Arbeitskreis „Ethik-Konsil“ (AKEK)

Der Arbeitskreis „Ethik-Konsil“ (AKEK) – eine interdisziplinäre und berufsübergreifende Arbeitsgruppe der Universitätsklinik Heidelberg.

Der AKEK arbeitet interdisziplinär und steht Interessentenaller Berufsgruppen innerhalb des Universitätsklinikums zur Mitarbeit offen. Derzeit gehören dem Arbeitskreis Vertreter aus den Bereichen Pflege, Medizin, Psychologie, Theologie, Seelsorge, Philosophie und Rechtswissenschaften an.

Im Unterschied zur Ethikkommission der Medizinischen Fakultät, die sich vor allem um die Zulässigkeit patientenbezogener Forschung kümmert, versteht sich der AKEK als Gremium zur Bearbeitung ethischer Fragestellungen, die sich im Kontext der Patientenversorgung im klinischen Alltag ergeben.

Der Arbeitskreis ist in Zusammenarbeit mit der klinischenEthikberaterin u. a. in den folgenden Bereichen tätig:

  • Ethische Fallbesprechung
  • Ethik-Konsil
  • Erarbeitung von Empfehlungen und Leitlinien
  • Veranstaltung von Symposien und Tagungen
  • Fortbildungen zu Themen klinischer Ethik für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Angebote für MitarbeiterInnen

Im Rahmen der Patientenversorgung sind zunehmend Entscheidungen gefordert, die neben medizinischem Fachwissen auch ethische Kompetenz erfordern. Dies gilt u. a. für Entscheidungen im Zusammenhang mit neuen Therapiemethoden und intensivierter Medizintechnik wie auch bei Unklarheit über den (mutmaßlichen) Willen des Patienten oder bei Konflikten, die den Behandlungsprozess behindern.

Die klinische Ethikberatung bietet in diesem Zusammenhang folgende Leistungen an:

  • Ethische Fallbesprechungen auf Station
  • Begleitung bei der Visite
  • Ethik-Konsil
  • Entwicklung von Leitlinien für den Umgang mit schwierigen Behandlungssituationen im Rahmen von Ethik-Arbeitsgruppen
  • Fortbildungen für Ärzte und Pflegende zu medizin bzw. pflegeethischen Fragestellungen Gesprächsmoderation in Konfliktfällen

Sprechstunde für PatientInnen und Angehörige

Die Klinische Ethikberaterin, Frau Beate Herrmann, berät Patienten und Angehörige in allen ethisch relevanten Angelegenheiten. Das Angebot umfasst u. a.

  • Beratung im Zusammenhang mit Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten
  • Beratung von Angehörigen, denen die rechtliche Betreuung für einen Patienten obliegt
  • Beratung bei ethischen Konfliktfällen, z. B. im Zusammenhang mit Therapieentscheidungen, Therapiebegrenzung, lebensverlängernden Maßnahmen, besonderen Bedürfnissen von Transplantationspatienten
  • Unterstützung der Kommunikation zwischen Patienten, ärztlichem Personal und Pflegepersonal

TERMIN UND ORT

Termine nach Vereinbarung
Medizinische Klinik,
Psychosomatische Ambulanz,
Ebene 01, Raum 417

Eine Voranmeldung ist erwünscht, jedoch keine Voraussetzung für eine Beratung.

Dr. Beate Herrmann M. A.

Klinische Ethikberaterin (Klinische Ethikberatung)


06221 56-37922
06221 56-5749

Aktuelles

Aktuell sind keine Veranstlatungen geplant.