Sektion Klinische Tropenmedizin

Transmissionsdynamik der Lungen-Tuberkulose zwischen Einheimischen und Migranten-Subpopulationen (Migration und Tuberkulose – MuT-Studie)

Förderung:  Deutsche Forschungsgemeinschaft / BMGS
Laufzeit: 2003 - 2006
WissenschaftlerInnen (Sektion Klinische Tropenmedizin): T. Junghanss, J. Barniol (Doktorandin)
Kooperationspartner:
● H. Becher (Sektion Biostatistik und Epidemiologie, Universitätsklinikum Heidelberg)
● W. Haas, Robert-Koch-Institut, Berlin
● E. Göhring-Zwacka, C. Dreweck, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg
● S. Niemann, S. Rüsch-Gerdes, Nationales Tuberkulose - Referenzzentrum Borstel

 

Projektziele: Prospektive Beschreibung der Tuberkulose-Übertragungsdynamik innerhalb und zwischen Subpopulationen aus TB-Hochprävalenzgebieten (Migranten) und Niedrigprävalenzgebieten (Deutsche) in Baden-Württemberg unter Anwendung molekularer, epidemiologischer und sozialwissenschaftlicher Methoden, ii) Erhebung der Übertragungsmuster und sozialer Vernetzungsstrukturen.

Projektresultate: Insgesamt wurden 749 Kultur-positive Lungentuberkulosepatienten in die Studie aufgenommen. Diese repräsentieren 57,8% aller Fälle, die während der Studienperiode diagnostiziert wurden. Von den 555 (74%) Fällen mit Fingerprints gehörten 132 (24%) 47 DNA fingerprint Clustern an. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein gemischtes Cluster von einer eingewanderten Person verursacht wurde, betrug 19,2%. Der Trend einem gemischten Cluster anzugehören nahm mit der Zeit, welche die eingewanderten Personen in der Einwanderungsregion verbrachten, zu. Diese Gruppe wies auch einen höheren Integrationsindex auf im Vergleich zu Personen, die erst vor kürzerer Zeit angekommen waren.

Schlussfolgerungen: Unsere Resultate bestätigen die Ergebnisse früherer Studien, dass die Tuberkuloseübertragung von Hoch- auf Niedrigprävalenzpopulationen keine große Rolle spielt, sie beträgt nur ein Drittel der unter zufälliger Transmission zu erwartenden Rate. Dies kann mit der Leistungsfähigkeit des Screening- und Therapieprogramms oder der beschränkten Interaktion der beiden Populationen oder einer Kombination beider Gründe erklärt werden.

 

 

 

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