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Arbeitsgruppe

Forschung: Spiegelbestimmungen

Hintergrund: Neben den antimikrobiellen Eigenschaften einer Substanz (Pharmakodynamik PD) und der Empfindlichkeit des Bakteriums spielen die pharmakokinetischen Eigenschaften (PK) und die Konzentration des Antibiotikums am Wirkort eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit der Antibiotikatherapie. Dabei können viele Patientenfaktoren die pharmakokinetischen Kernprozesse (Freisetzung, Absorption, Distribution, Metabolismus, Exkretion) und dadurch die Konzentration am Wirkort modulieren, weshalb diese bei der Festlegung des Behandlungsschemas berücksichtigt werden müssen.

Patienten mit Infektionskrankheiten unterscheiden sich wesentlich von Gesunden. Bei Intensivpatienten zählen Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt (z. B. „third spacing“) und damit in der Distribution sowie Eliminationsstörungen zu den häufigsten Mechanismen, welche die PK von Arzneistoffen und demzufolge ihre Konzentration am Wirkort beeinflussen. Wegen der häufig vorliegenden schwerwiegenden Niereninsuffizienz sind in dieser Population auch Daten zur Effizienz von Nierenersatzverfahren bedeutsam, da bei Anwendung moderner hocheffizienter Verfahren erniedrigte Arzneistoffkonzentrationen resultieren können, was Dosisanpassungen erforderlich macht. Wird die Minimale Hemmkonzentration (MHK90) des infektionsauslösenden Bakteriums unterschritten, wächst das Risiko des Therapieversagens und der Resistenzbildung. Im Gegenzug kann eine stark eingeschränkte Eliminationsleistung des Organismus zunehmende Arzneistoff-konzentrationen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen zur Folge haben.

Wissenschaftliche Schwerpunkte sind: pharmakokinetische und pharmako-dynamische Untersuchungen mit Antibiotika und Antimykotika, Erarbeitung von Prüfplänen und AMG-Anträgen, Konzeption, Organisation und Durchführung klinischer Studien in Zusammenarbeit mit Klinikern, Untersuchungen auf Stabilität und Kompatibilität, Freisetzungsmodelle, molekularbiologische Versuche. 

Die Arbeitsmethoden umfassen die pharmazeutische Analytik (vor allem HPLC-Analytik, UV/VIS-, IR-Spektroskopie) sowie mikrobiologische Untersuchungs-methoden. Es handelt sich um die Etablierung, Optimierung und Qualitätssicherung bestehender Verfahren sowie Validierung neuer analytischer Methoden. Neben den von uns selbst initiierten Studien führen wir Auftragsanalysen für die Industrie, für interne Klinikabteilungen und externe Universitätsklinika durch.

Seit 1998 wurden in der Krankenhausapotheke mehr als 20 Studien zu Spiegelbestimmungen durchgeführt. Jährlich werden die hierbei gewonnen Daten in Beiträgen auf nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt. Des weiteren erfolgen Publikationen in peer-reviewed Journals auf dem Gebiet der Antiinfektiva.

Prof. Dr. Stefanie Swoboda

Abteilungsleiterin


06221 56-32320
06221 56-7445

Dr. Torsten Hoppe-Tichy

Leitung
Leitung


06221 56-6761
06221 56-33570