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Pharmazeutisch Onkologischer Service (POS)

Zytostatika sind hochwirksame Arzneistoffe, die gegen bösartige Krebserkrankungen meist in Kombination mit Operation und/oder Strahlentherapie eingesetzt werden. Im Volksmund wird eine solche Therapie auch als "Chemotherapie" bezeichnet. Da Zytostatika eine toxische Wirkung gegenüber Krebszellen besitzen, sind sie in der Lage Krebszellen in bestimmtem Umfang abzutöten. Leider ist diese toxische Wirkung nicht allein auf Krebszellen beschränkt, so daß auch gesunde Zellen betroffen sein können. Dies kann mehr oder weniger starke Nebenwirkungen verursachen. Die Art der Nebenwirkung ist meist vom eingesetzten Wirkstoff abhängig und muß unter Umständen unterstützend behandelt werden (sog. Supportivtherapie). 

Was wir uns wünschen

Eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Personal bei der Erarbeitung von Leitlinien für den Einsatz von Zytostatika oder der onkologischen Supportivtherapie. Die Erstellung von Standards (SOPs) ermöglicht eine Transparenz der Arzneimitteltherapie und erhöht die Arzneimittelsicherheit. Aus pharmakoökonomischer Sicht hat die Erstellung von Leitlinien in der Onkologie eine besonders große Bedeutung.

Eine frühzeitige Einbindung der Apotheke in neue onkologische Studien. Wir wünschen uns einen intensiven Informationsfluss von Seiten der Studienzentren in unserem Hause. Durch jahrelange Mitwirkung bei der Durchführung von klinischen Studien, nicht nur im onkologischen Bereich, sind wir mit dieser Materie vertraut.

So erreichen Sie uns
Im Neuenheimer Feld 670
69120 Heidelberg

06221 56-6782
06221 56-4094

Dienstzeiten

Zentraler Zytostatika-Service
Montag - Freitag: 7 - 17 Uhr 

Reguläre Bestellzeiten
Montag - Freitag: 7 - 14 Uhr
Samstag: 10 - 12 Uhr (nur dringende Fälle)  

Notfälle

Werktags nach 17 Uhr und an Wochenenden
Rufbereitschaft in Notfällen über die Pforte der Chirurgie
Tel.: 06221 - 56 6110

Serviceleistungen des POS

  • Patientenindividuelle, aseptische Herstellung von Zytostatika-Infusionslösungen
  • Einhaltung aller geforderten Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit Zytostatika
  • Plausibilitätskontrolle der Verschreibung bzgl. der Dosis, des zeitlichen Intervalls, der Kompatibilität mit der Trägerlösung
  • Betreuung onkologischer Studien. Dies kann neben der Herstellung, die Randomisierung, Verblindung und Dokumentation der Studienware beinhalten.
  • Beratung der Ärzte bezüglich aller auftretenden Fragen zu Zytostatika, deren Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
  • Mitwirkung an der Erarbeitung von Leitlinien für die onkologische Supportivtherapie
  • Fortbildungen für Ärzte und das Pflegepersonal über den sicheren Umgang mit Zytostatika, sowie über die Eigenschaften von Zytostatika und die Supportivtherapie

Zentraler Zytostatika Service (ZZS)

Die Abteilung wurde 1994 aufgebaut. Damals begannen wir in der Poliklinik auf der Station von Dusch und in der Apotheke im INF mit zwei Apothekern und zwei pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA´s). Nur wenige Stationen konnten von Beginn an mit applikationsfertigen Zubereitungen versorgt werden. 1996 sind wir in neue Räumlichkeiten im Altklinikum umgezogen und konnten mehr Personal einstellen. Seitdem sind wir in der Lage, allen onkologischen Stationen die Herstellung von Zytostatikalösungen abzunehmen. Zunehmend teilen wir auch hochpreisige nicht-onkologische Arzneimittel ab, um Verwurf zu verringern und so Kosten im erheblichen Maße einzusparen. 2002 konnte die elektronische Verordnung mittels einer selbst entwickelten Software in der SAP-Materialwirtschaft eingeführt werden. Hiermit konnte die fallbezogene Buchung und Abrechnung sowie ein Gewinn an Therapiesicherheit erreicht werden. 2004 konnten dann neue Reinräume in der Klinikapotheke im Neuenheimer Feld bezogen werden. Inzwischen arbeiten in unserer Abteilung 3 Apotheker und 8-10 PTAs. Die Herstellung ist durch die Bereitstellung einer Dienstbereitschaft für Notfälle außerhalb der regulären Arbeitszeit 24h am Tag sowie auch an Wochenenden möglich. Mit einer Zubereitungszahl von über 60.000 patientenindividuellen Zubereitungen im Jahr sind wir eine der größten zytostatikaherstellenden Klinikapotheken in Deutschland.

Wie werden Zytostatika hergestellt?

Verordnete Zytostatika zur intravenösen, intrathekalen, intramuskulären oder subcutanen Verabreichung werden von der Klinikapotheke individuell für die/den Patientin/en hergestellt. Dies erfolgt zeitnah zur Verabreichung der Zubereitungen. Dabei ist die Körpergröße und das Körpergewicht wichtig für die Berechnung der Dosis. Mit der Herstellung verbunden sind umfangreiche Prüf- und Dokumentationstätigkeiten, die oft auch ein hohes Maß an Kommunikationsaufwand mit sich bringen um später ein qualitativ hochwertiges, unbedenkliches Produkt abgeben zu können. Die Herstellung erfolgt unter Produkt- und Personalschutz. Produktschutz einerseits, da das Produkt eine möglichst minimale Keimbelastung aufweisen muß um die meist immungeschwächten Patienten nicht der Gefahr einer Infektion auszusetzen, die schwere Folgen haben könnte. Um dies zu vermeiden wird in sogenannten "Reinräumen" mit Reinraumkleidung gearbeitet. Personalschutz andererseits, da es sich - wie bereits erwähnt - um hochwirksame Arzneimittel mit einer nicht zu unterschätzenden Toxizität handelt. So ist bei Umgang mit diesen Arzneistoffen eine persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben. Diese besteht meist aus einem Schutzkittel, Mundschutz, Handschuhen und Armstulpen. Es wird unter Sicherheitswerkbänken gearbeitet, die eine Verschleppung der Zytostatika aus dem Arbeitsbereich vermeiden sollen. Die Herstellung von Zytostatika fordert dem Personal sehr viel Konzentration, Disziplin und Zuverlässigkeit ab, da kleine Fehler bereits sehr schwerwiegend sein können. Aus diesem Grund handelt es sich bei dem eingesetzten Personal ausschließlich um aufwendig geschultes und hochqualifiziertes pharmazeutisches Personal. Nach der Herstellung werden die Zubereitungen von einem Zivildienstleistenden direkt auf Station transportiert. 

Verantwortliche Apotheker

Dr. Tilman Schöning

Stellv. Leitung (Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg)


06221 56-38062
06221 56-33424

Dr. Michael Ober

Fachapotheker für klinische Pharmazie und Arzneimittelinformation (Pharmazeutisch Onkologischer Service)


06221 56-38348
06221 56-4166

Mieke Mertens

Apothekerin (Pharmazeutisch Onkologischer Service)


06221 56-36562
06221 56-4094

Matthew Schnabl

Apotheker (Pharmazeutisch Onkologischer Service)


06221 56-32316
06221 56-4094