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Weiterbildung Radiologie

Curriculum zur modularen Weiterbildung „Radiologie“ in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Definition des Weiterbildungsgebietes Radiologie: 
Die Radiologie ist eine medizinische Spezialität, die alle Aspekte der medizinischen Bildgebung umfasst, welche Informationen über die Anatomie, Pathologie, Histopathologie und die Physiologie von Krankheiten liefert. Sie beinhaltet auch interventionelle Techniken für die Diagnose und minimal-invasive Therapie mit Hilfe bildgesteuerter Systeme. Die Weiterbildungszeit beträgt mindestens 60 Monate. Das Gebiet Radiologie umfasst somit die Erkennung von Krankheiten mit Hilfe ionisierender Strahlen, kernphysikalischer und sonografischer Verfahren und die Anwendung interventioneller, minimal-invasiver radiologisch-geführter Verfahren. Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharztkompetenz Radiologie. 

Weiterbildungsinhalte

Das Curriculum stellt sicher, dass sämtliche Weiterbildungsinhalte in wenig mehr als 60 Monate abgedeckt werden können. Im Einzelnen sind dies Fertigkeiten und Kenntnisse der:

  1. Indikationsstellung der mit ionisierenden Strahlen- und kernphysikalischen Verfahren zu untersuchenden Erkrankungen.
  2. Radiologischen Untersuchungsverfahren mit ionisierenden Strahlen, einschließlich ihrer Befundung.
  3. Magnetresonanzverfahren und Spektroskopie einschließlich ihrer Befundung.
  4. Sonografie einschließlich ihrer Befundung.
  5. Interventionell radiologischen Verfahren auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit.
  6. Analgesierungs- und Sedierungsmaßnahmen einschließlich der Behandlung akuter Schmerzzustände.
  7. Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktion und Wiederbelebung.
  8. Grundlagen der Strahlenbiologie und Strahlenphysik bei Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen.
  9. Physikalischen Grundlagen der Magnetresonanzverfahren und Biophysik einschließlich der Grundlagen der Patientenüberwachung sowie der Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Personal.
  10. Grundlagen des Strahlenschutzes beim Patienten und Personal einschließlich der Personalüberwachung sowie des baulichen apparativen Strahlenschutzes.
  11. Fachspezifischen Gerätekunde.
  12. Erwerb gebietsspezifischer Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in allgemeinen Bereichen lt. Logbuch. 

Zur Abdeckung des Weiterbildungscurriculums und zur Erfüllung der geforderten Untersuchungszahlen in den einzelnen Bereichen, die im Logbuch nachzulesen sind und die jährlich testiert werden müssen, wird folgendes Curriculum vorgeschlagen. Grundlage ist das Erlernen der radiologischen Anatomie, der Krankheitsmanifestationen und grundlegender radiologischer Fertigkeiten in der Weiterbildungszeit. Dieses soll vor allem in den ersten 4 Jahren erlernt werden, wobei das letzte Weiterbildungsjahr flexibler gehandhabt wird, so dass der Weiterzubildende die Möglichkeit hat, Schwerpunkte zu bilden. 

Gliederung der Weiterbildung in drei Phasen:

1. Phase (1.-18. Weiterbildungsmonat)

Ziel ist die Befähigung zur Teilnahme am Bereitschaftsdienst und der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz für das Anwendungsgebiet Notfalldiagnostik.

  • 6 Monaten konventionelles Röntgen inkl. Durchleuchtung
  • 6 Monate Ultraschalldiagnostik
  • 6 Monate Computertomographie inkl. Interventionen 

Nach Abschluss der 1. Phase sollte die Assistentin/der Assistent folgende Themengebiete erlernt haben:

  • Physikalische Grundlagen von Projektionsradiographie, CT und Ultraschall.
  • Strahlenschutz-Kurse
  • Umgang mit den IT-Systemen: KIS, RIS, PACS
  • Radiologische Projektions- und Schnittbildanatomie
  • Patientenaufklärung für radiologische Untersuchungen
  • Kontrastmittelapplikation, einschl. Nebenwirkungen  und deren Behandlung
  • Rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlen
  • Klinischen Fragestellungen an die Radiologie und allgemeine Krankheitslehre
  • Radiologischen Befundung und klinisch-radiologischen Interpretation

2. Phase (19.-48. Weiterbildungsmonat)

Ziel ist der Erwerb der Kernkompetenzen in den verschiedenen großen Gebieten der Radiologie erworben werden. Dazu werden die folgenden Arbeitsbereiche durchlaufen, wobei die Abfolge der einzelnen Module individuell geplant wird: 

  • Mindestens 3 Monate Magnetresonanztomographie
  • Mindestens 3 Monate Angiographie inkl. Interventionen
  • Mindestens 3 Monate „Woman’s imaging“ (Brustzentrum)
  • Mindestens 3 Monate Neuroradiologie (Rotation in Abt. Neuroradiologie)
  • Mindestens 3 Monate Pädiatrische Radiologie

Nach Abschluss der 2. Phase sollte die Assistentin/der Assistent folgende Themengebiete erlernt haben:

  • Beherrschung der Grundzüge der Diagnostische und Interventionelle Radiologie
  • Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik einschließlich Computertomographie

3. Phase (49.- 60. Weiterbildungsmonat, ggf. länger zum Abschluss der Weiterbildung)

Ziel ist die Vertiefung der Basiskenntnisse nach Weiterbildungsstand und Interessenschwerpunkt. Dabei sollen zwei sechsmonatige Einheiten aus folgender Liste individuell kombiniert werden:

  • Rotation in die Abteilung Neuroradiologie am UKL Heidelberg.
  • Rotation in die Radiologie der Thoraxklinik Heidelberg.
  • Rotation in die Sektion Pädiatrische Radiologie.
  • „Woman’s imaging“ inkl. Interventionen
  •  Angiographie inkl. Interventionen mit höherem Schwierigkeitsgrad.
  • MRT mit höherem Schwierigkeitsgrad.
  • CT inkl. Interventionen mit höherem Schwierigkeitsgrad.
  • Rotation in die Abteilung Radiologie des DKFZ.

Einzelne Module können ggf. auch im fortgeschrittenen Stadium der 2. Weiterbildungsphase begonnen werden. Des Weiteren soll der Weiterzubildende in der 3. Weiterbildungsphase die Möglichkeit haben, noch vorhandene Kenntnislücken hinsichtlich der Facharztreife individuell zu schließen und sich auf die Facharztprüfung vorzubereiten.