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Immunologie

Komplementdiagnostik - Theoretische Grundlagen

Die moderne Komplementdiagnostik erlaubt eine sichere Identifizierung primärer (zu geringe Bildung oder Bildung eines defekten Moleküls) und sekundärer (zu starker Verbrauch) Defekte.


Als Untersuchungsmaterial dient möglichst frisches, gekühltes oder bei -80°C (kurzfristig bei -20°C) tiefgefrorenes Serum und EDTA - Plasma, siehe auch Probenmaterial/Probentransport


Aufgrund der hohen Artefaktanfälligkeit erfordert die Komplementdiagnostik die Einsendung von gefrorenem Serum, bzw. EDTA - Plasma.


Am Beginn jeder Diagnostik sollte die (einfache) orientierende Bestimmung der Gesamtaktivität: CH50, APH50, C3d und sC5b-9 (= Komplementstatus) stehen.


Normale Werte schließen einen relevanten Komplementdefekt weitgehend aus. Eine fehlende oder stark reduzierte hämolytische Aktivität kann durch einen Komplementdefekt, aber auch durch eine massive Aktivierung bzw. Verbrauch bedingt sein.


Weisen die Befunde auf einen Defekt hin, so kann dieser mittels funktioneller Titration von Einzelkomponenten identifiziert werden (nur nach telefonischer Rücksprache). 

 

Da mit diesen Tests Defizienzen von Properdin und MBL (Mannose-bindendes Lektin) nicht erkennbar sind, sollte bei rezidivierenden bakteriellen Infekten zusätzlich die Analyse von Properdin und MBL erfolgen.


Bei Verdacht auf Angioödem (Quincke-Ödem) ist die proteinchemische und funktionelle Untersuchung des C1 Inhibitors unabdingbar.


Bei Verdacht auf Membranoproliferative Glomerulonephritis (MPGN) und Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) wird die Analyse des C3 Nephritisfaktors (Autoantikörper gegen C3-Konvertase) und des Regulators Faktor H empfohlen.

 

Probenmaterial/ Probentransport

Auftragsschein

Service for international laboratories

Annahmezeiten Komplementlabor

Aufgrund der hohen Artefaktanfälligkeit wird die Komplementdiagnostik (incl. der Bestimmung von Proteinkonzentrationen) ausschließlich in frisch abgenommenem Probenmaterial durchgeführt. Bei Versand ist die Serum-/EDTA-Plasmaprobe tief zu frieren und auf Trockeneis per Post bzw. Transportdienst zu verschicken.


Ein sicherer Empfang der Proben ist von Montag bis Freitag zwischen 7:00 und 16:00 gewährleistet. Der Versand am Freitag ist nicht zu empfehlen! Bei einer Blutabnahme am Freitag bzw. an Feiertagen sollten die Proben abgesert bei -70°C, ggf. bei -20°C zwischengelagert und dann am nächsten regulären Werktag auf Trockeneis versandt werden.