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Historischer Überblick zum Notarztstandort

Heidelberg verfügte im letzten Jahrhundert über namhafte Wegbereiter der Notfallmedizin in Deutschland. Der Heidelberger Chirurg Martin Kirschner formulierte 1938 die Forderung „Nicht der Verletzte muss so schnell wie möglich zum Arzt, sondern der Arzt zum Verletzten, da die Lebensgefahr in unmittelbarer Nähe des Ereignisses am größten ist“.

 

20 Jahre später entwickelte ebenfalls ein Heidelberger Chirurg, Karl-Heinz Bauer, das Klinomobil, ein mit mehreren Chirurgen besetzter Operationswagen, dessen Einsatz sich allerdings als zu teuer und unflexibel herausstellte.

 

Im Jahr 1964 schliesslich gelang dem Heidelberger Chirurgen Professor Eberhard Gögler mit der Idee des Rendezvoussystems der Durchbruch für die notarztgestützte prähospitale Patientenversorgung: Das erste Notarzteinsatzfahrzeug Deutschlands wurde am 07.04.1964 an der Chirurgischen Klinik unter dem Polizeifunknamen „Heidelberg 10“ in Dienst gestellt. Der „Heidelberg 10“ und das Konzept, dass sich mit ihm verbindet, wurde bundesweit zum Vorbild für die ärztliche Erstversorgung von Notfallpatienten am Unfallort.

 

Seit 2002 obliegt der Klinik für Anaesthesiologie die ärztliche Leitung des bodengebundenen Notarztsystems des Universitätsklinikums und stellt eine der Kernaufgaben des Faches Anaesthesiologie (Anästhesie-Intensivmedizin-Notfallmedizin-Schmerztherapie) dar.

 

Der Bereich Notfallmedizin wurde Anfang März 2006 in eine Sektion Notfallmedizin unter der initialen Leitung von Herrn Priv.-Doz. Dr. André Gries überführt.

 

Seit dem Stellenwechsel von Herrn Professor Gries als Direktor der Interdisziplinären Notfallaufnahme an das Klinikum Fulda gAG im April 2007, wurde die kommissarische Leitung der Sektion Notfallmedizin zunächst von Herrn Dr. Michael Bernhard übernommen.

 

Seit dem 1. März 2009 ist Prof. Dr. Erik Popp Leiter der Sektion Notfallmedizin.

 

 

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Notarztstandort Heidelberg und 2. Notarzt

Einsatzstatistik und Einsatzentwicklung

Jährlich werden unter Leitung der Klinik für Anaesthesiologie von den Notarztsystemen an der Chirurgischen Klinik rund 4.000 Einsätze abgewickelt, dies entspricht täglich durchschnittlich rund 11 Notarzteinsätzen pro Tag.

 

Die mit dem NADOK-System erfassten Notarzteinsätze werden jährlich im Rahmen des Qualitätsmanagements der Landesärztekammer (LÄK) Baden-Württemberg insbesondere hinsichtlich der sog. Tracerdiagnosen „Myokardinfarkt“, „Schlaganfall“, „Schädel-Hirn-Trauma“ und „Polytrauma“ mit denen anderer Notarztstandorte in Baden-Württemberg verglichen. 

 

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2011

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2010

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2009

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2008

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2005, 1. Halbjahr

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2004

Initiates file download MIND-Auswertung Heidelberg 2/82-1 2003 

 

Darüber hinaus ermöglicht die Erfassung der NADOK-Protokolle eine interne und genauere Analyse des Einsatzaufkommens. Eine detaillierte Darstellung des Notarztstandortes entnehmen Sie bitte dem Jahresbericht der Klinik.

 

Einsatzspektrum 

Das Einsatzspektrum der Notarztsysteme an der Chirurgischen Universitätsklinik weist einen deutlich höheren Anteil nichttraumatologischer (76%) im Vergleich zu traumatologischen Einsätzen (16%) auf. Bei rund 5% der Patienten werden sowohl eine Verletzung als auch eine akute Erkrankung vorgefunden. Bei rund 3% der Einsätze findet kein Patientenkontakt statt (Fehlfahrt). Führend bei den nichttraumatologischen Einsätzen sind akute Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Zentralen Nervensystems und der Atmung. Bei den traumatologischen Einsätzen  weisen die größte Anzahl der Patienten eine isolierte Verletzung und 1/3 der Patienten multiple Verletzungen auf. Kopfverletzungen und Verletzungen der Extremitäten sind dabei führend.

 

Versorgungskonzept beim Akutem Koronarsyndrom

In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik III der Universität Heidelberg wird das Projekt „Präklinische thrombolytische Therapie bei akutem Myokardinfarkt“ durchgeführt:

 

» Konzept Prähospitale Lyse bei akutem Myokardinfarkt (PDF)

» Checkliste Prähospitale Lyse (PDF)

 

Aktuelles zum Notarzteinsatzfahrzeug

» Bestückungskonzept des NEF - Stand 12/2015 (PDF)

» Medikamentendepot des NEF (PDF)

» 2. Notarztrucksack (PDF)

 

 

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Notarztstandort Walldorf

Notarztstandort Walldorf

Nach Beschluss des Bereichsausschusses wurde am 01.11.2008 der neue Notarztstandort Walldorf in Betrieb genommen. Das bodengebundene Notarztsystem steht nun 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr zur notärztlichen Bevölkerungsversorgung zur Verfügung. Die Klinik für Anaesthesiologie (Geschäftsf. und Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. E. Martin) des Universitätsklinikums Heidelberg stellt in Kooperation mit den Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH die Notärzte dieses bodengebundenen Notarztsystems (5/82-1) im südlichen Rettungsdienstbereich Rhein-Neckar/Heidelberg. Die hauptamtlichen und fahrzeugführenden Rettungsassistenten des Notarzteinsatzfahrzeuges Walldorf werden durch das Deutsche Rote Kreuz gestellt. Als Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes wurde Prof. Dr. Erik Popp, Leiter der Sektion Notfallmedizin, benannt. Trägerorganisation des Notarztsystems ist das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg. Die Ausstattung des Notarztsystems entspricht der des Notarzteinsatzfahrzeuges 2/82-1 am Notarztstandort des Universitätsklinikums. Die notfallmedizinische Versorgung unterliegt einem internen und einem externen Qualitätsmanagement der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Gemeinsames und stringentes Ziel aller Beteiligtem am bodengebundenen Notarztsystems in Walldorf ist es, die notfallmedizinische Bevölkerungsversorgung im südlichen Teil des Rettungsdienstbereiches Rhein-Neckar/Heidelberg kontinuierlich zu verbessern.

 

Initiates file download MIND-Auswertung Walldorf 5/82-1 2011

Initiates file download MIND-Auswertung Walldorf 5/82-1 2010

Initiates file download MIND-Auswertung Walldorf 5/82-1 2009

 

 

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Kooperation des Universitätsklinikums mit der DRF Luftrettung

Deutsche Rettungsflugwacht

Zum Jahreswechsel 2005 wurde die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen der DRF Luftrettung, Filderstadt, als eine der größten deutschen Luftrettungsorganisationen und der Klinik für Anaesthesiologie (Prof. Dr. E. Martin) nun in Form eines Kooperationsvertrages vertraglich besiegelt.

 

Vor dem Hintergrund eingeführter DRG-Fallpauschalen, einem gesteigerten Bedarf an Intensivtransporten und zu erwartenden regionalen bzw. überregionalen Umstrukturierungen, die Einführung einer Integrierten Rettungsleitstelle Mannheim/Heidelberg erscheint eine solche Kooperation sinnvoll. Für die Klinik besteht so die Möglichkeit ihre notfallmedizinischen Aktivitäten um die mit der Luftrettung verbundene Aspekte zu erweitern. Als universitäre Einrichtung sind verschiedene wissenschaftliche Projekte geplant oder bereits in Bearbeitung: Einsatzrealität im Notarztdienst, Versorgungszeiten bei RTH-Nachforderungen und Luftrettung bei Nacht. In enger Zusammenarbeit sollen darüber hinaus längerfristig notfallmedizinische Versorgungskonzepte für dünn besiedelte Regionen erarbeitet werden.

 

Die Klinik für Anaesthesiologie stellt mit Prof. Dr. Erik Popp die ärztliche Leitung des Luftrettungszentrums Mannheim. Der DRF-Hubschrauber "Christoph 53" ist am Mannheimer Stadtflughafen stationiert. Ursprünglich wurde der Hubschrauber für Intensivtransporte eingerichtet. Häufig wurde "Christoph 53" jedoch auch für Notfalleinsätze angefordert. Inzwischen macht die Notfallrettung im dicht besiedelten Ballungszentrum Rhein-Neckar mit rund zwei Millionen Einwohnern ca. 80% aller Einsätze aus. Die Einsatzkoordinierung erfolgt dabei durch die Rettungsleitstelle Rhein-Neckar in Ladenburg bzw. für den Intensivtransport durch die Zentrale Koordinierungsstelle für Sekundärtransporte (ZKS) in Rheinmünster.

 

Weitere Informationen:

http://www.drf-luftrettung.de/

http://www.drf-luftrettung.de/station-mannheim.html

http://www.rth.info/stationen.db/station.php?id=50

 

 

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Reanimationsregister der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

(verantwortlicher Mitarbeiter: Dr. Matthias Huck)


Die Sektion Notfallmedizin beteiligt sich aktiv am Deutschen Reanimationsregister und erfasst daher seit 2008 gezielt die Daten der durch uns präklinisch reanimierten Patienten. Das Deutsche Reanimationsregister wird von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin betrieben und ist das Qualitätsinstrument zur Erfassung, Auswertung und zum Ergebnisbenchmarking von präklinischen und innerklinischen Reanimationsdaten in Deutschland (www.reanimationsregister.de). Inzwischen sind über 120 präklinische Teilnehmer registriert und exportieren ihre Reanimationsdaten in das Register.


Die Sektion Notfallmedizin der Klinik für Anaesthesiologie exportiert die Einsätze der von ihr geleiteten bodengebundenen Notarztstandorte in Heidelberg (NEF RN 2/82-1, NEF RN 2/82-2) und Walldorf (NEF RN 5/82-1) in das Reanimationsregister. Bisher konnten 620 präklinische Reanimationen ausgewertet werden (Stand: 31.12.2011).

 

 

Die Daten der Jahresstatistik 2011 lassen sich wie folgt zusammenfassen: Vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011 wurden vom Personal der durch die Sektion Notfallmedizin geleiteten Notarzteinsatzfahrzeuge 215 präklinische Reanimationen durchgeführt. Dies entspricht einer Inzidenz von 61,4 Reanimationen pro 100.000 Einwohner und Jahr und liegt damit innerhalb des erwarteten Bereichs von 50-70 Reanimationen pro 100.000 Einwohner und Jahr. 94 dieser Patienten  konnten nach erfolgreicher Reanimation in ein Krankenhaus transportiert werden.
Der erste abgeleitete EKG-Rhythmus zeigte in 24,2% einen defibrillierbaren (Kammerflimmern, Kammerflattern, pulslose ventrikuläre Tachykardie) und in 67,0% einen nicht defibrillierbaren Rhythmus (Asystolie, pulslose elektrische Aktivität). In 8,8% war der initiale EKG-Rhythmus unbekannt. Im Vergleich zum Gesamtkollektiv fällt auf, dass - wie in den Vorjahren - eine geringere Rate (24,2% vs. 25,8%) an defibrillierbaren und somit prognostisch günstigen Rhythmen dokumentiert wurde. Eine mögliche Erklärung liegt in der nicht optimalen Einhaltung der durch das Rettungsdienstgesetz Baden-Württemberg geforderten Hilfsfristen. Entgegen der gesetzlichen Vorgabe (Eintreffen des Notarztes < 15 Minuten in 95% der Einsätze) wurde in 2010 im Rettungsdienstbereich Heidelberg / Rhein Neckar die notärztliche Hilfsfrist nur in 91,0% der Einsätze eingehalten. Erschwerend kommt hinzu, dass in Baden-Württemberg durch das Rettungsdienstgesetz eine – im Vergleich zu anderen Bundesländern – längere Eintreffzeit der Rettungsmittel am Notfallort als ausreichend betrachtet wird.

 

 

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18.-24.09.2017

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