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Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen

Unerfüllter Kinderwunsch durch Eileiterschäden – die tubare Sterilität

Funktion des Eileiters

Der Eileiter verbindet Eierstock und Gebärmutter. Dabei ist er alles andere als ein reines Gangsystem, sondern ein sehr subtiles eigenständiges Organ. Im Eileiter, genauer gesagt am Übergang zwischen isthmischem und ampullärem Teil des Eileiters, findet die Befruchtung statt. Bis dahin muss der Eileiter die Keimzellen gegenläufig transportiert haben, die Eizelle vom Eierstock uteruswärts gerichtet, die Samenzellen vom Uterus aus aufwärts Richtung Eierstock. Nach der Befruchtung durchläuft der entstandene Embryo während seiner Wanderung durch den Eileiter seine ersten Teilungsschritte und erreicht die Gebärmutter 5 Tage nach der Befruchtung im sog. Blastozystenstadium.


Ursachen der tubaren Sterilität

Die Ursachen der tubaren Sterilität sind vielschichtig. Grundsätzlich muss man zwischen Verschlüssen des Eileiters am Anfang, also uterusnah, der sogenannten proximalen Pathologie und am Ende des Eileiters am Fimbrientrichter, der sogenannten distalen Pathologie, sowie Verwachsungen um den Eileiter unterscheiden.

Für den proximalen Verschluss kommen als Ursache eine eigenständige Erkrankung des Eileiters, die sog. Salpingitis isthmica nodosa SIN, eine vorausgegangene Entzündung oder selten auch die Endometriose in Betracht. Der distale Eileiterverschluss ist fast immer entzündlich bedingt. Durch den Verschluss am Ende des Eileiters staut sich Tubenflüssigkeit im Eileiter. Es kommt zur Ausbildung einer sog. Hydrosalpinx.

Letztlich kann die Eileiterfunktion auch durch vorausgegangene Eileiterschwangerschaften irreparabel geschädigt oder verloren gegangen sein.


Diagnostik

Für die Überprüfung des Eileiters stehen primär 3 Methoden zur  Verfügung:

  • die Darstellung der Eileiterdurchgängigkeit mit einem Ultraschallkontrastmittel,
  • das Röntgen (Hysterosalpingographie) und
  • die Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Die ersten beiden Methoden sind für eine genaue Diagnostik unbrauchbar. Die alleinige Aussage, ob ein Eileiter durchgängig ist oder nicht, ist nicht ausreichend. Seine Funktion hängt vielmehr von seiner Wandbeschaffenheit, der Form und Intaktheit des Fimbrientrichters und der Schleimhaut und von möglichen Verwachsungen in der Umgebung des Eileiters ab. Diese Informationen sind nur über Bauchspiegelung zu gewinnen. Zusätzlich kann über die Bauchspiegelung auch eine Endometriose ausgeschlossen werden und eine direkte operative Behandlung einiger Typen von Eileiterstörungen erfolgen.


Therapie

Operative Behandlung: Nicht alle Formen von eileiterbedingter Sterilität können chirurgisch angegangen werden. Die meisten Eingriffe am Eileiter erfolgen heute über Bauchspiegelung. Operiert werden z.B. Verschlüsse am Ende des Eileiters. Dabei kann das Eileiterende wieder eröffnet werden, das eröffnete Ende wird umgenäht und somit ein neuer Fimbrientrichter geformt. Verwachsungen um den Eileiter, die seine Position zum Eierstock und die Aufnahme der Eizelle behindern, werden ebenfalls laparoskopisch entfernt, Verschlüsse am Anfangsteil des Eileiters sind heute keine Domäne der Eileiterchirurgie mehr. Die wesentliche Ausnahme stellt hier die Refertilisierung dar, d.h. die Wiederherstellung der Eileiterdurchgängigkeit nach Sterilisation.

IVF: Ist der Eileiterschaden sehr ausgeprägt, irreparabel oder sind die Eileiter z.B. nach vorausgegangenen Eileiterschwangerschaften entfernt, so ist die Überbrückung der fehlenden Eileiterpassage durch die extrakorporale Befruchtung, die in vitro Fertilisation, die Methode der Wahl.


Fazit

Vor der Behandlung bei tubarer Sterilität ist es stets notwendig, zunächst einmal eine exakte Diagnose der Störung der Eileiterpassage zu stellen, um dann die geeignetste Therapieform besprechen zu können. Insofern ist eine Bauchspiegelung wesentlicher Bestandteil der diagnostischen Abklärung.

An der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätstörungen ist die laparoskopische Chirurgie rund um den Eileiter ein Schwerpunkt. Insgesamt führen wir pro Jahr mehr als 100 überwiegend ambulante Operationen dazu durch.


Operative Sprechstunde

Anmeldungen für unsere operative Sprechstunde können unter der Telefonnummer
06221 56-7921 oder über die Privatambulanz von Prof. Strowitzki unter der
Telefonnummer 06221 56-7910 erfolgen.

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