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Aktuelle Projekte

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Titel: Präzisierung der anteiligen Ursachen bei der Entwicklung von Handekzemen bei medizinischem Krankenpflegepersonal und Verwaltungsangestellten

Projektleitung: Prof. Dr. med. T.L. Diepgen
Biometriker: Dipl.-Math. T.M. Bruckner

Inhalt und Ziele:
In einer prospektiven Kohortenstudie bei medizinischem Pflegepersonal sollen die vielfältigen Einflussfaktoren bei der Entstehung von Handekzemen untersucht werden.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll eine Kohorte von 2000 medizinischen Krankenpflegekräften und eine Vergleichsgruppe von 500 Büroangestellten zu Beginn der Studie untersucht und über den geplanten Studienzeitraum nachverfolgt werden. Zielgröße ist das Auftreten behandlungsbedürftiger Handekzeme unter Berücksichtigung beruflicher Belastungsfaktoren (Exposition gegenüber sensibilisierenden und/oder hautreizenden Stoffen), durchgeführter Hautschutzmaßnahmen und individueller (endogener) Risikofaktoren (z.B. unterschiedliche Ausprägungen der Atopie). Zusätzlich soll die Erfassung der hautrelevanten Exposition gegenüber Allergenen, hautreizender Stoffe und hautirritierender Einflüsse hinsichtlich Art, Zeit und Konzentration der Einwirkung erfolgen. Dazu sind neben einer Erstuntersuchung zu Beginn des Studienzeitraumes (T0) zwei weitere Untersuchungen zur Mitte (T1) und zum Ende des geplanten Beobachtungszeitraums (T2) vorgesehen. In den beiden Jahren zwischen den geplanten Untersuchungen wird zusätzlich jeweils ein Follow-up mittels Fragebögen vorgenommen.

Im Einzelnen sollen folgende Projektziele realisiert werden:

  • Erfassung der Prävalenz und Inzidenz von Handekzemen in Abhängigkeit von der Exposition gegenüber Allergenen und Irritantien sowie individueller Risikofaktoren.
  • Quantifizierung der Belastung (Exposition gegenüber Allergenen und Irritantien, Feuchtarbeit, Desinfektionsmitteln, Handschuhe, etc.) und Erfassung von Art, Dauer und Intensität dieser Belastungen.
  • Ermittlung individueller Risikofaktoren (verschieden Ausprägung der Atopie usw.)
  • Quantitative und qualitative Erfassung von Hautschutzmaßnahmen (Hautschutz, Hautpflege, Hautreinigung, Desinfektionsmittel, Handschuhe)
  • Untersuchung der Anteile der unterschiedlichen Risikofaktoren bei der Entstehung von Handekzemen
  • Beurteilung der Wirkung von Hautschutzmaßnahmen und Prüfung von deren Eignung und Effektivität (Intervention durch Schulung)
  • Erfassung des Wissensstand der Beschäftigten zur Hautbelastung durch Irritantien und Allergene sowie möglichen Schutzmaßnahmen (Handschuhe, Hautschutz, Haupflege, Hautreinigung)
  • Ableitung von neuen Erkenntnissen zur Präzisierung und Gestaltung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen der Haut

Laufzeit: 2009

Kooperationspartner:
Dr. med. L. Buchholz, Leiter betriebsärztlicher Dienst des Universitätsklinikums Heidelberg
Prof. Dr. P.J. Coenraads, MPH, Universitätsklinikum Groningen

BK Hautregister

Titel: Epidemiologie berufsbedingter Hauterkrankungen in Nordbayern und im Saarland.

Projektleitung: Prof. Dr. med. T.L. Diepgen

Förderung: (teilweise): Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin,

Inhaltsangabe:
Bis heute existieren in der Bundesrepublik keine ausreichenden epidemiologischen Untersuchungen zu berufsbedingten Hauterkrankungen, um im Sinne deskriptiver Epidemiologie Ansatzpunkte der Primär- und Sekundärprävention verbessern zu können. Daher wird seit 1990 in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeaufsichtsamt Nürnberg und seit 1999 zusätzlich mit dem Landesamt für Arbeitssicherheit, Emissionsschutz u. Gesundheit des Saarlandes sowie der Bundesanstalt für Arbeit Nürnberg eine epidemiologische Studie durchgeführt, in der standardisiert alle in Nordbayern und im Saarland gemeldeten berufsbedingten Hauterkrankungen erfaßt und endogene und exogene Risikofaktoren untersucht werden. Zielsetzung sind die Erstellung epidemiologischer Maßzahlen (Inzidenzraten) zum Berufshautkrankheitsgeschehen, einschließlich demographischer Charakteristika der besonders betroffenen Berufsgruppen, Erarbeitung des klinischen Profils und Allergenspektrums in besonders betroffenen Berufsgruppen. Untersuchungen zur Anwendung von Hautschutzmaßnahmen.
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes tragen wesentlich zur Erarbeitung eines Noxenkatalogs im Auftrag des Bundesarbeitsministeiums sowie von neuen Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) bei. Mit finanzieller Unterstützung durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin werden z. Zt. die Daten mit denen des Informationsverbundes dermatologischer Kliniken (IVDK, Göttingen) abgeglichen.

Laufzeit: 1990-fortlaufend

Mitarbeiter/innen der Abteilung: Prof. Dr. med. Diepgen, Dr. sc. hum. Apfelbacher, Dr. med. Scheidt, apl.Prof. Dr. med. Weisshaar.

Externe Kooperationspartner: Frau Dr. A. Schmidt, Nürnberg, Frau Dr. Bernhard-Klimt, Saarbrücken

Carpe - Chronisches Handekzem Register zum Patienten-Langzeitmanagement

Projektleitung: Prof. Dr. T. L. Diepgen

 

Projektkoordination: Dr. C. Apfelbacher MSc

 

Mitarbeiter/innen der Abteilung: S. Ehrhardt, A. Scheuermann, Dr. med. R. Scheidt, E. Zimmermann, S. Treichel, M.A., MPH (ehemalige Mitarbeiterin)

 

Auftraggeber: Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)

 

Förderung: Firma Basilea Pharmaceutica Deutschland GmbH, München

 

Laufzeit: Mai 2009 – Dezember 2013

 

Inhalt:

 

Handekzeme zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen und haben eine hohe gesundheits­ökonomische und sozialmedizinische Bedeutung. Trotz ihrer Bedeutung sind sie bislang epide­mio­logisch unzureichend charakterisiert. Insbesondere fehlen Daten zum Vorkom­men der ver­schiedenen ätiologischen und morpho­lo­gischen Subtypen, zum Schweregrad, zur Arbeitsun­fä­higkeit, zur Lebensqualitäts­beein­trächtigung, zur Prognose sowie zu den Risikofaktoren. Auch zum Therapieverlauf und zu Therapiegewohnheiten der behan­deln­den Dermatologen sowie zu den Erfolgen und Neben­wir­kungen der ver­schiedenen Behandlungsmethoden sind kaum Lang­zeitdaten erhoben worden. Diese wichtigen noch fehlenden Daten strukturiert zu erheben sind die Ziele des weltweit ersten Register-Projektes zum schweren chronischen Handekzem (CHE).

 

Im Rahmen des carpe-Projektes sollen planmäßig etwa 2.000 Patienten mit CHE von Dermato­lo­gen aus ganz Deutschland über zwei Jahre hinweg beobachtet werden. Die Erfassung erfolgt mittels Erhebungsbögen für Ärzte und Patienten oder alternativ mit Hilfe eines internetbasierten Eingabemoduls.

 

carpe-Flyer zum Download (PDF-Datei, 600KB)

 

Konzept und wissenschaftliche Begleitung:

Prof. Dr. T. Luger, Münster
Prof. Dr. M. Augustin, Hamburg
Prof. Dr. Dr.h.c. T. Ruzicka, München
Prof. Dr. A. Kapp, Hannover
Prof. Dr. B. Homey, Düsseldorf
Prof. Dr. P. Elsner, Jena

Weitere Informationen im Internet:

http://carpe.dermis.net

DermIS

Titel: Informationssystem Dermatologie im Internet (DermIS)

Projektleitung: Prof. Dr. T.L. Diepgen

Förderung: früher BMBF, Schering AG

Inhaltsangabe:
Aufbauend auf den Forschungsprojekten “Verteilte Klinische und Histologische Konferenz und Hypertextlehrbuch, Regionales Testbed Bayern” und “Informationssystem Dermatologie” wurde der Dermatology Online Atlas (DOIA) und für einige Hautkrankheiten Patienteninformationssysteme entwickelt. Das Angebot wird ständig erweitert und verbessert und in ein internetbasiertes Arzt- und Patienteninformationssystem für Hautkrankheiten und Allergien weiterentwickelt. Gleichzeitig wird DermIS für die präventivmedizinische und epidemiologische Forschung genutzt. Seit seiner Einführung steigt die Nutzung des mittlerweile 7-sprachigen Atlasses kontinuierlich an. Mit über 6 Millionen Seitenaufrufe (PI) durch mehr als 800.000 Nutzer (Visits) im Monat gehört DermIS heute zu den führenden Informationssystemen auf dem Gebiet der Dermatologie weltweit.

Laufzeit: seit 1996

aktuelle Mitarbeiter/innen der Abteilung:
Prof. Dr. med T.L. Diepgen, Dr. sc. hum. R. Ofenloch, apl. Prof. Dr. med. E. Weisshaar.

Externe Kooperationspartner:
Prof. Schuler, Prof. Simon, Prof. Fartasch
(Dermatologische Universitätsklinik Erlangen), Prof. Stalder (Universitätsklinik Nantes, Frankreich), Prof. Gieler (Universitätsklinik Gießen), Dr. Hartmann, Heidelberg.

Kontakt:
Dr. Robert Ofenloch
Abteilung für Klinische Sozialmedizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
69115 Heidelberg
Tel +49 6221 56 8757
Fax +49 6221 56 5584
Email: Robert.Ofenloch@med.uni-heidelberg.de
 
Publikationen: www.dermis.net

Evidenzbasierte Medizin - H1-Antihistamines for atopic eczema

Projektleitung: apl. Prof. Dr. E. Weisshaar

Mitarbeiter/innen der Abteilung:

Dr. R. Scheidt, Dr. sc. hum. C. Apfelbacher, Fr. I. Ebert (Doktorandin)

 

Das atopische Ekzem gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Neben der topischen Therapie werden häufig H1-Antihistaminika insbesondere zur Therapie des zumeist chronisch vorhandenen Juckreizes eingesetzt. Die tägliche klinische Praxis zeigt, dass Antihistaminika diesen chronischen Pruritus nur wenig reduzieren können. Auch ist der Einfluss von Antihistaminika auf den Verlauf des atopischen Ekzems unklar. Mit Hilfe eines Systematischen Reviews soll die Verbesserung des Ekzems gemäß objektiver und krankheitsbezogener Kriterien und die Verbesserung des Juckempfindens überprüft werden. Dazu wird eine umfassende Literatursuche mit Sichtung aller randomisierten Studien durchgeführt. In Abhängigkeit der Ergebnisse erfolgt eine Metaanalyse. Diese Systematische Übersichtsarbeit wird unter dem Dach der Cochrane Skin Group erstellt.

 

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Hywel Williams, Evidence Based Dermatology, Queen’s Medical Centre, Nottingham, UK

 

Ferner ist die Abteilung Klinische Sozialmedizin aktiv in die Erstellung und Erarbeitung mehrerer Leitlinien eingebunden: deutschsprachige Juckreizleitlinie (Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei chronischem Pruritus, Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), AWMF online, Nr. 013/048, www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/013-048.htm, Leitlinie zum Handekzem und Leitlinie des kutanen Lupus erythematodes.

Fragrance Allergy

Studie zur Prävalenz von Duftstoffallergien in der Allgemeinbevölkerung

In Zusammenarbeit mit dem European Epidemiological Network (EDEN)
 

Projektleitung: Prof. Thomas Diepgen
 

MitarbeiterInnen der Abteilung:

Prof. Diepgen, apl.Prof. Dr. Weisshaar, Hr. Shab, Dr. med. Scheidt, Fr. Kurman, Fr. Schulz, Dr. Ofenloch, Dr. Scheuermann, Fr. Treichel
 

Förderung: Research Institute for Fragrance Materials (RIFM)
 

Laufzeit: 2006-2010
 

Inhalt:

Duftstoffe werden zunehmend in allen Produkten des täglichen Lebens verwendet. Daten über Duftstoffallergien in der Allgemeinbevölkerung sind derzeit limitiert. Es wird vermutet, dass Allergien gegenüber Duftstoffen in den letzten Jahrzehnten durch erhöhte Verwendung in der Industrie zugenommen haben.

Ziel dieser europäischen multizentrischen Studie ist es, das richtige Testverfahren zur Feststellung von Duftstoffallergien und die Prävalenz von Duftstoffallergien in der Allgemeinbevölkerung im europäischen Vergleich herauszuarbeiten.

 

Externe Kooperationspartner:

Prof. Dr. Elsner (Universitäts-Hautklinik Jena),
Prof. L. Naldi (Universitäts-Hautklinik Mailand,/IT),
Prof. M. Bruze und Prof. A. Svensson (Universitätshautklinik Malmö/SE),
Frau Prof. M. Goncalvo (Universitäts-Hautklinik Coimbra, PT),
Prof. J. Coenraads (Universitäts-Hautklinik Groningen, NL).
 

Weitere Informationen im Internet:

http://www.edenskin.eu

Gesundheitspsychologie

1. Der Einfluss sozial-kognitiver Variablen auf die Motivation im Beruf Haut- und Arbeitsschutzmaßnahmen durchzuführen und das tatsächliche Verhalten – untersucht bei Teilnehmern einer stationären tertiären Präventionsmaßnahme (TIP) mit berufsbezogenen Hauterkrankungen


Diese Studie geht der Frage nach, ob die ROQ-Patienten mit unterschiedlich ausgeprägten Hautschutzkognitionen (beispielsweise Einstellungen,  Normen und wahrgenommener Verhaltenskontrolle) zu Beginn der Rehabilitation erscheinen und sich diese dann im Verlauf des Aufenthaltes (Intervention) verändern. Weiterhin wird untersucht, ob etablierte Prädiktoren des Gesundheitsverhaltens mit der Ausübung von Hautschutzmaßnahmen nach Rehabilitation in Zusammenhang stehen. Diese Studie ist längsschnittlich angelegt.

 

Kontakt:
Dr. U. Matterne
Abteilung für Klinische Sozialmedizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
69115 Heidelberg
Tel +49 6221 56 8758
Fax +49 6221 56 5584
Email: uwe.matterne@med.uni-heidelberg.de

 

Publikationen:
 

Matterne U., Diepgen T. L., & Weisshaar E. (2011). A longitudinal application of three health behaviour models in the context of skin protection behaviour in individuals with occupational skin disease. Psychology & Health. DOI: 10.1080/08870446.2010.546859

Matterne, U., Diepgen, T. L., & Weisshaar, E. (2010). Effects of a health-educational and psychological intervention on socio-cognitive determinants of skin protection behaviour in individuals with occupational dermatoses. Int Arch Occup Environ Health, 83(2), 183-189.

Matterne, U., Diepgen, T. L., & Weisshaar, E. (2010). Differential effects of a tertiary individual prevention programme for patients with occupational skin disease depending on diagnosis. JEADV, 24(9), 1089-1093.

 

2. Berufsbedingte Hauterkrankungen aus Sicht der Betroffenen-Eine qualitative Studie


Ansprechpartnerin: Dipl.-Gesundheitswissenschaftlerin A. Bathe


An das ROQ-Projekt angebunden ist eine qualitative Studie zu den subjektiven Krankheitsvorstellungen von Betroffenen mit berufsbedingten Hauterkrankungen. Die subjektiven Annahmen zu Ursachen, Verlauf und Einflussmöglichkeiten der Krankheit bilden einen wichtigen Ansatzpunkt für erfolgreiche gesundheitspädagogische Interventionen, die sich auf die Möglichkeiten von adäquatem Hautschutz und Hautpflege im beruflichen- wie im privaten Lebensbereich konzentrieren.

 

Kontakt:
A. Bathe
Abteilung für Klinische Sozialmedizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Thibautstraße 3
69115 Heidelberg
Tel +49 6221 56 8755
Fax +49 6221 56 5584
Email: anja.bathe@med.uni-heidelberg.de

Entwicklung und Validierung eines Instruments zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei Handekzempatienten

Projektleitung: Dr. Robert Ofenloch (Dipl. rer. soc.)

 

Mitarbeiter der Abteilung:
Prof. Diepgen, apl. Prof. Dr. Weisshaar, Dr. med. univ. Gina, Fr. Neubauer, Fr. Ehrhardt

 

Förderung: Nachwuchsakademie Versorgungsforschung Baden Württemberg

 

Laufzeit: 2011-2013

 

Inhalt:

Der durch den Patienten berichtete Therapieerfolg gewinnt in der klinischen Forschung zunehmend an Bedeutung. Dies bedeutet, es ist nicht nur von Interesse wie die behandelnden Ärzte den Erfolg einer Therapie beurteilen, sondern auch der Patient soll seine Wahrnehmung des Behandlungserfolgs in die Beurteilung einer Therapie einbringen können. Hierzu werden validierte Erfassungsbögen benötigt die alle relevanten (also durch die Krankheit bedingten) Beeinträchtigungen im Alltag des Patienten erfassen. Bisher wurden diese Beeinträchtigungen mit Instrumenten erfasst, die allgemein für Hautkrankheiten gültig sein sollen. Neuere Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass die so gewonnen Daten oft nicht aussagekräftig bzw. die Fragebögen schlecht anwendbar sind (jemand mit Akne hat beispielsweise ganz andere Problemfelder als jemand mit einem Handekzem), gleichzeitig werden die Fragen in verschiedenen Ländern oft unterschiedlich interpretiert.

 

Aus diesem Grund hat die Abteilung Klinische Sozialmedizin in internationaler Zusammenarbeit mit Experten aus 5 Ländern (Australien, Dänemark, Finnland, Japan und Schweden) ein Instrument entwickelt, dass die gesundheitsbezogenen Lebensqualität (in Englisch: Health-related Quality of Life (HrQoL)) bei Handekzempatienten erfassen soll. Die Erfassung der HrQoL erfolgt dabei anhand von Beeinträchtigungen in den folgenden 4 Domänen: Symptome, Emotionen, Funktionen sowie Behandlung/Prävention. Zurzeit erfolgt die Validierung des Instruments im Rahmen einer Studie, bei der Handekzempatienten aus mehreren Studienzentren zu mehreren Zeitpunkten untersucht werden.

 

Website: www.QOLHEQ.dermis.net 

 

Externe Kooperationsspartner:

Prof. Tove Agner (Kopenhagen /DK)
Prof. Christian Apfelbacher (Regensburg)
Dr. Anne-Katrin Dumke (Falkenstein)
Prof. Peter Elsner (Jena)
Prof. Keiko Minamoto (Kumamoto /J)
Dr. Sonja Molin (München)
Prof Rosemary Nixon (Mealbourne /AU)
Prof. Päivikki Susitaival (Joensuu /FIN)
Prof. Jochen Schmitt (Dresden)
Prof. Åke Svensson (Malmö/SE)

 

Kontakt:

Robert.Ofenloch@med.uni-heidelberg.de

Leitlinien

Die Abteilung Klinische Sozialmedizin ist aktiv in die Erstellung und Erarbeitung mehrerer Leitlinien im Bereich der (Berufs-)Dermatologie eingebunden. Dazu zählen folgende:

  • deutschsprachige Juckreizleitlinie (Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei chronischem Pruritus),
  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), AWMF online, Nr. 013/048, www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/013-048.html
  • Leitlinie zum Handekzem und Leitlinie des kutanen Lupus erythematodes.

Multi-Center-Studie „Medizinisch-berufliches Rehabilitationsverfahren Haut – Optimierung und Qualitätssicherung des Heilverfahrens (ROQ)“ – Konzeption und Einbindung in das Stufenverfahren“

Mitarbeiter der Abteilung:

Prof. Diepgen, apl. Prof. Dr. Weisshaar, Dr. Fröhlich, Fr. Neubauer, Fr. Büttner, Hr. Matterne (Psychologe), Fr. Bathe (Gesundheitswissenschaftlerin), Fr. Zimmermann (Medizinische Dokumentation)
 

Förderung: Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
 

Inhalt:

Im Bereich der Berufsdermatologie wurden in den letzten Jahren wissenschaftlich begründete Präventions- und Patienten-Management-Konzepte fortentwickelt und wesentlich optimiert. Neben der Primär- und Sekundärprävention stellt die Tertiärprävention mittlerweile ein wichtiges Standbein dar. Für die Fälle von Berufsdermatosen, in denen ambulante Präventionsmaßnahmen nicht erfolgreich sind, werden spezielle interdisziplinäre stationäre Rehabilitationsmaßnahmen, sogenannte Tertiäre Individualprävention (TIP), angeboten.  In dem hierarchisch angeordneten Präventionskonzept stellt die TIP-Maßnahme so die sogen. „ultima ratio“ dar. Hierbei handelt es sich um eine dreiwöchige, in Einzelfällen auch längere stationäre Behandlung einschließlich intensivierter gesundheitspädagogischer, gesundheitspsychologischer Interventionen im interdisziplinären Ansatz mit nachfolgender ambulanter Weiterbehandlung durch den Dermatologen am Heimatort. Zudem ist eine 3jährige Nachbeobachtung mit einer 1-Jahres- und einer 3-Jahres-Nachuntersuchung zur Beurteilung des weiteren Verlaufs eingeschlossen. Die Studie wird von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) finanziert.

Die TIP-Maßnahme wird in Form eines stationären Heilverfahrens auch in Heidelberg angeboten und durchgeführt. Zudem ist die Abteilung Klinische Sozialmedizin Studienzentrum einschließlich Verwaltung und Sammlung der Daten für die Datenauswertung.

 

Weitere Studienzentren:

Klinik für Dermatologie an der Universität Osnabrück (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Swen Malte John)Abt. Klinische Sozialmedizin, Schwerpunkt Berufs- und Umweltdermatologie, Universitätsklinikum Heidelberg (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Thomas L. Diepgen)Klinik für Berufskrankheiten der Berufsgenossenschaft der Keramischen und Glasindustrie, Bad Reichenhall (Ärztlicher Direktor Dr. W. Raab)Klinik für Dermatologie und Dermatologische Allergologie, Universitätsklinikum Jena (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. P. Elsner)Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten Falkenstein
 

Ansprechpartner:

Bei Fragen erhalten Sie weitere Informationen unter: Tel. 06221-568751
 

Laufzeit: 2006-2013

 

Publikationen:

Skudlik C, Weisshaar E, Scheidt R, Wulfhorst B, Diepgen TL, Elsner P, Schönfeld M, John SM: Multi-Center-Studie “Medizinisch-Berufliches Rehabilitationsverfahren Haut – Optimierung und Qualitätssicherung des Heilverfahrens (ROQ)”. JDDG 7:122-127 (2009)

PACO

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Diepgen

Ansprechpartner: Dr. Christian Apfelbacher

Förderung: Deutsche Forschungsgesellschaft DFG (2005-2008) und Heidelberger Graduiertenkolleg

Laufzeit: 1990-2010

Inhalt:
Ziel des Vorhabens war es, an einem 1990-1998 untersuchten Kollektiv von Metallarbeitern ein 10-Jahres Follow-up durchzuführen und neue Erkenntnisse zur Rolle exogener und endogener Risikofaktoren bei der Entstehung und Unterhaltung beruflich induzierter Handekzeme zu gewinnen.
Dabei sollen vor allem auch durch das Langzeit-Follow-up neue Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf und zur Prognose von allergischen und irritativen Kontaktekzemen gewonnen werden. Zusätzlich soll die Bedeutung einer atopischen Hautdiathese sowie verschiedener atopischer Krankheitsmanifestationen (atopische Dermatitis, allergisches Asthma, allergische Rhinokonjunktivitis) bei der Entstehung beruflich ausgelöster Handekzeme im Langzeitvergleich untersucht werden.

Kooperationspartner: Dr. Funke, Ingolstadt

Paedimed

Titel:
Paedimed - Pädagogische Kompetenz in der Medizin, medizinische Kompetenz in der Pädagogik

Projektleitung:
Prof. Dr. T.L. Diepgen

Mitarbeiter der Abteilung:
Erika Deimling M.A.; Dr. sc.hum. Christian Apfelbacher; Erika Schulz
Medizinische Beratung:
PD Dr. med. Elke Weisshaar, Dr. med. Arna Shab
Datenmanagement:
Elisabeth Zimmermann

Allgemeines:
Das Projekt paedimed ist ein internationales und interdisziplinäres Projekt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des SOKRATES-MINERVA-Bildungsprogrammes gefördert wird. Dieses Programm unterstützt die Zusammenarbeit im Bereich des offenen Unterrichts und der Fernlehre sowie der Informations- und Kommunikationstechnologien im Bildungswesen.

Förderzeitraum:
Der Förderzeitraum erstreckt sich über zwei Jahre vom 10. Oktober 2006 bis zum 30.September 2008.

Projektziel:
Bei paedimed handelt es sich um ein Projekt zur schulischen Gesundheitsförderung. Das Ziel des Projektes ist es, SchülerInnen mit dem Thema Gesundheit allgemein sowie der Hautgesundheit und dem Schutz vor sexuell übertragbaren Errankungen im Speziellen vertraut zu machen. Sie sollen Kompetenzen und Einstellungen in den genannten Bereichen erwerben, die ihnen helfen gesund zu bleiben. Um dies zu erreichen, wurde eine netzbasierte Lernumgebung entwickelt, die SchülerInnen verschiedene Möglichkeiten des Lernens bietet und für Multiplikatoren zahlreiche Vorschläge für Unterrichts- und Projektangebote breit hält.

Zielgruppen:
Zu den Zielgruppen gehören auf der einen Seite die Multiplikatoren der Inhalte (dazu zählen Gesundheitsdienstleister, die an Schulen kommen, und Pädagogen) und auf der anderen Seite die SchülerInnen. Die entwickelte Lernumgebung wird beispielhaft an vier Modellschulen in Deutschland, Italien und Rumänien eingesetzt.

Erste Ergebnisse:
Im Mai 2008 war der Prototyp der entwickelten Lernumgebung mit dem Namen „in Touch with Health“ erstmals in ausgewählten Schulen im Einsatz. Derzeit wird das Angebot zur Gesundheitsförderung hinsichtlich der Akzeptanz und Wirksamkeit evaluiert und ggf. optimiert. Interessierte erreichen das Lernangebot über den folgenden Link: http://e-learning.paedimed.org/de/

Projektpartner:
Das Projektteam setzt sich aus Partner aus dem medizinischen (Dermatologie, Sozialmedizin) und pädagogischen (Medien-, Gesundheitspädagogik) Bereich zusammen. Teilnehmende Länder sind Deutschland, Rumänien und Italien.

 

  • Universitätsklinikum Heidelberg, Klinische Sozialmedizin (Koordination)
  • Universität Augsburg, Professur für Medienpädagogik
  • Universität Osnabrück, Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie
  • Berufsverband Deutscher Dermatologen e.V. (LV Bayern)
  • Centro Studi GISED/Italien
  • Universität Oradea/, Abteilung für Mikrobiologie/Rumänien

Projekthomepage:
Nähere Informationen über das Projekt paedimed erhalten Sie unter: http://www.paedimed.org/

Lernplattform:
Die Lernplattform erreichen Sie unter: http://e-learning.paedimed.org/de/

Klinisch-epidemiologische Studien zum Pruritus

Projektleitung: apl. Prof. Dr. Weisshaar

MitarbeiterInnen der Abteilung:
Dr. sc.hum. Apfelbacher (Gesundheitswissenschaftler), Dr. Matterne (Psychologe), Fr. Bathe (Gesundheitswissenschaftlerin), Lena Vogelgsang (Doktorandin), Fr. Strassner (Doktorandin), Fr. Grüll (Doktorandin), Fr. König (Doktorandin)

Inhalt:
Jucken (Pruritus) ist das häufigste Symptom in der Dermatologie und kann auch bei verschiedenen internistischen, neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen auftreten oder z. B. durch Medikamenteneinnahme verursacht sein. Somit stellt chronisches Jucken als interdisziplinäres Symptom eine Herausforderung der täglichen Praxis für Ärzte verschiedener Disziplinen dar. Im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Projekte, die einem interdisziplinären Ansatz folgen, sollen neue Erkenntnisse zu klinischen Aspekte und zur Epidemiologie von chronischem Pruritus gewonnen werden.

Zu den laufenden Projekten bzw. Aktivitäten an der AKS zählen:

  • Untersuchung zu medizinhistorischen Aspekten zum Symptom „Jucken“ – von der Antike bis zur Gegenwart
  • Studien zur Epidemiologie von Pruritus in der Allgemeinbevölkerung und bei ausgewählten Patientenkollektiven
  • Studien zur Entwicklung von Juckreizfragebögen
  • Qualitative Studie: „Leben mit Juckreiz. Auswirkungen von chronischem Pruritus auf den Alltag von Betroffenen“
  • Mitarbeit bei der Entwicklung und Erstellung der deutschsprachigen Leitlinie „Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei chronischem Pruritus“
  • Mitarbeit und Entwicklung bei der „European Guideline for chronic pruritus“
  • Studien zur evidenzbasierten Therapie des Pruritus


Externe Kooperationspartner:
Prof. W. Eckart, Institut für Geschichte der Medizin, Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. S. Ständer, Abt. für Neurodermatologie, Dermatologische Universitätsklinik Münster
Prof. T. Mettang, Deutsche Klinik für Diagnostik Wiesbaden
Prof. U. Gieler, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen
Prof. U. Darsow, Klinik für Dermatologie, TU und Klinikum rechts der Isar München
Dr. A. Loerbroks, Mannheim Institute of Public Health, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg

Internetseiten:
www.pruritus-forschung.de,
www.itchforum.net