Inkontinenzsprechstunde

Informationen und Terminvereinbarung unter Telefon: 06221 56-8820

Blasenschwäche/Harninkontinenz

Allgemeine Informationen

Das Thema Blasenschwäche und Harninkontinenz wird von den betroffenen Patientinnen und Patienten trotz eines enormen Leidensdrucks häufig verschwiegen. Nach wie vor stellt dieses Krankheitsbild trotz zunehmender Aufklärung nicht selten ein Tabuthema dar.
Der unwillkürliche, unfreiwillige Urinabgang ist eine häufige Erkrankung, die ca. 50 % aller über 50-jährigen Frauen betrifft.
In unserer Klinik stellt neben einer differenzierten Diagnostik, wie einer körperlichen Untersuchung, Urin- und Ultraschalluntersuchungen, insbesondere das persönliche Gespräch mit der betroffenen Patientin/dem betroffenen Patienten einen wichtigen Schritt in der Abklärung der Inkontinenzproblematik dar. Gegebenenfalls erfolgt eine Erweiterung der Diagnostik durch Röntgenuntersuchungen, eine Blasenspiegelung sowie eine Blasendruckmessung. Anhand der Untersuchungsergebnisse können dann zusammen mit der Patientin/dem Patienten therapeutische Möglichkeiten erörtert und ein Behandlungsplan erstellt werden.

 

Blasenschwäche/Harninkontinenz

Harninkontinenz

Harninkontinenz, im Volksmund besser bekannt als Blasenschwäche, ist das Unvermögen willkürlich, zur passenden Zeit und an einem geeigneten Ort, die Blase zu entleeren. Der unwillkürliche Urinverlust kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein; von einigen Tropfen Harnverlust bis zu permanentem Harnverlust, ohne die Möglichkeit auch nur geringe Mengen Harn halten zu können. Betroffene sind durch den unwillkürlichen Harnabgang im Alltag oft stark beeinträchtigt. Trotz der teilweisen deutlichen Beeinträchtigung im Alltag, trauen sich nur wenige entsprechende Hilfe einzuholen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Inkontinenz immer noch von vielen als „Tabuthema“ angesehen wird; und dies obwohl mehrere Millionen Menschen in Deutschland von Inkontinenz betroffen sind. Dabei ist die Harninkontinenz oft sehr gut behandelbar. Mehr lesen ...

 

Die häufigsten Formen der Inkontinenz sind:

 

 

Blasenschwäche/Harninkontinenz/Formen

Belastungs- oder Stressinkontinenz

Charakteristisch für die Belastungsinkontinenz ist der Urinverlust bei Druckerhöhung im Bauchraum. Der Urinverlust tritt besonders auf beim Husten, Lachen und Heben schwerer Lasten. Dieser Form der Inkontinenz liegt eine Insuffizienz des Schließmuskelapparates zugrunde. Je schwerer die Belastungsinkontinenz desto niedriger die notwendige Druckerhöhung im Bauchraum, die zum unwillkürlichen Urinverlust führt. So kann der Urinverlust bereits im Stehen, beim Gehen oder in der schwersten Ausprägung auch im Liegen auftreten. Mehr lesen ...

 

 

Blasenschwäche/Harninkontinenz/Formen

Drangsymptomatik, Drang-/Urgeinkontinenz und überaktive Blase

Eine krankhafte Drangsymptomatik ist mit plötzlich auftretendem Harndrang verbunden, der oft in kurzen Zeitabständen und insbesondere auch bei geringer Blasenfüllung auftritt und den Betroffenen zum sofortigen Aufsuchen einer Toilette zwingt. Eine Dranginkontinenz liegt dann vor, wenn die Drangsymptomatik nicht hinausgezögert werden kann und es manchmal zum unwillkürlichen Harnabgang bereits vor Erreichen einer Toilette kommt. So kann es sein, dass der Betroffene mehrmals in der Stunde und rund um die Uhr die Toilette aufsuchen muss, um nur kleine Mengen Urin abzulassen. Mehr lesen ...

 

 

Blasenschwäche/Belastungsinkontinenz/Therapie

Spannungsfreie Bänder (TVT/TOT) – eine minimal-invasive Technik zur Behandlung der weiblichen Belastungsinkontinenz

Wenn konservative Behandlungsoptionen nicht mehr ausreichen um die Belastungsinkontinenz zu beheben, stehen mehrere operative Verfahren zur Verfügung. Seit Mitte der 90-iger Jahre, werden kleine Bändchen, die spannungsfrei unter der Harnröhre gelegt werden, immer häufiger eingesetzt. Die hohen Erfolgsraten der spannungsfreien Bänder, verbunden mit einem minimal-invasiven Operationsverfahren, haben dazu beigetragen andere länger bestehenden Verfahren, wie die Burch-Kolposuspension und die Faszienzügelplastik, zu verdrängen. Heute stellen spannungsfreie Bänder den Goldstandard in der Therapie der weiblichen Belastungsinkontinenz dar. Mehr lesen …

 

 

Beckenbodenschwäche/Harninkontinenz

Prolaps (Gebärmuttersenkung, Beckenbodenschwäche)

Unter dem Begriff Prolaps im Volksmund auch Gebärmuttersenkung bzw. Beckenbodenschwäche  genannt, wird ein Absinken der Gebärmutter aus ihrer normalen Lage im Becken bezeichnet. Unter normalen Umständen hält der Beckenboden wie eine straffe Hängematte bestehend aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe, Organe wie Gebärmutter, Blase und Darm in ihrer Position fest. Wenn nun dieser Halteapparat geschwächt ist, können diese Organe die auch miteinander verbunden sind mit der Schwerkraft absinken Eine solche Senkung der unterschiedlich ausgeprägt sein kann, führt zu unterschiedlichen Beschwerden die sich oft gut behandeln lassen. Mehr lesen ...

 

 

Blasenschwäche/Belastungsinkontinenz/Therapie

Burch-Kolposuspension


Eine weitere Therapieoption nach Versagen konservativer Behandlungsmöglichkeiten bei Harninkontinenz mit oder ohne Beckenbodensenkung ist die Kolposuspension nach Burch. Auch wenn sie aufgrund vorhandener minimal-invasiverer Operationen im Vergleich zu früheren Jahren weniger häufig durchgeführt wird, hat die Burch-Kolposuspension weiterhin eine Daseinsberechtigung in der modernen Behandlung der weiblichen Belastungsinkontinenz. Mehr lesen ...

 

 

Blasenschwäche/Belastungsinkontinenz/Therapie

Faszienzügelplastik

Die Faszienzügelplastik ist ein Operationsverfahren, welches hauptsächlich in Rezidivsituationen bei weiblicher Harninkontinenz eingesetzt wird, d.h. wenn andere Operationsmethoden zu Wiederherstellung der Kontinenz nicht den entsprechenden Erfolg erbrachen. Die Faszienzügelplastik wird allerdings auch oft verwendet beim unwillkürlichen Urinverlust im Zusammenhang mit einer angeborenen Schließmuskelfunktionsstörung. Das Therapieprinzip beruht auf einer Erhöhung des in der Situation erniedrigten Auslasswiderstands sowie einer Replatzierung der Harnröhre und des Blasenhalses. Mehr lesen …

 

 

Blasenschwäche/Harninkontinenz

Therapie bei männlicher Harninkontinenz

Harninkontinenz (Unvermögen Urin zu halten bzw. unwillkürliche Urinverlust) ist ein häufiges Problem in der Bevölkerung. Sie kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein; von einigen Tropfen Harnverlust bei körperlicher Anstrengung bis zu permanentem Harnverlust, ohne die Möglichkeit auch nur geringe Mengen Harn halten zu können. Im klinischen Alltag werden zunächst konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining, Magnetstuhltherapie und Biofeedbacktraining teilweise in Kombination mit Medikamenten eingesetzt. In den meisten Fällen bildet sich die Harninkontinenz unter solchen Maßnahmen komplett oder zum größten Teil zurück, kann aber auch auf Dauer bestehen bleiben. Im Fall des Letzteren, wobei die Harninkontinenz den Patienten im Alltag einschränkt und alle konservativen Maßnahmen der Kontinenzwiederherstellung ausgeschöpft sind, stehen mehrere operative Verfahren zur Wiederherstellung des Harnhaltevermögens zur Verfügung. Mehr lesen ...

 

 

Harninkontinenz

Komplikationen bei der Verwendung von Netzen bei Beckenbodensenkung

Mit zunehmendem Alter kommt es oft zu einer Erschlaffung des Gewebes des Beckenbodens und des bindgewebigen Halteapparats der Beckenorgane. Folge kann eine sogenannte "Senkung" insbesondere von Gebärmutter, Scheide, Blase und Enddarm sein. Ergeben sich starke Beschwerden, so kann eine Operation notwendig sein. Zur Stützung und Wiederherstellung von überdehntem oder auch gerissenem Bindegewebe werden beim Hängemattenprinzip kleine Netze zwischen Blase und Scheide und/oder Enddarm und Scheide eingebracht und im Becken fixiert. Dadurch soll eine dauerhafte stabilisierende Unterfütterung der Organe in ihrer natürlichen Position erfolgen. Mehr lesen ...

 

 

Neurourologie/Harninkontinenz

Nervale Fehlsteuerung von Blase und Schließmuskel

Schäden des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung) oder des peripheren Nervensystems (z.B. Polyneuropathie, Diabetes mellitus) können zu einer fehlerhaften Funktion von Blase und Schließmuskel führen. Die notwendige Diagnostik wird durch die Natur der zugrundeliegenden Läsion bestimmt. Insbesondere bei der sogenannten spastischen Blase muß auch die Funktion von Niere und Harnleiter abgeklärt werden. Moderne an der Urologischen Uniklinik Heidelberg angewendete Therapieverfahren schließen die Einspritzung von Botox in den Blasenmuskel und die Implantation von sogenannten Blasenschrittmachern ein. Mehr lesen ...

 

 

Neurourologie/Harninkontinenz

Überaktivität der Blase bei Querschnittslähmung

Patienten mit einer Querschnittlähmung leiden neben der motorischen Paraplegie oftmals an einer neurogenen Blasenfunktionsstörung. Liegt die Läsion oberhalb des sakralen Miktionszentrums (S2-S4) kommt es in der Regel zu der Ausbildung einer spastischen Blase. Die Folge ist eine reflexartige Inkontinenz, welche durch dir Injektion von Botulinumtoxin gehemmt werden kann. Mehr lesen ...

 

 

Blasenschwäche/Dranginkontinenz und überaktive Blase/Therapie

Botulinumtoxin-Therapie

Das Botulinumtoxin ist ein potentes Nervengift, dessen Wirkung auf die Nervenleitung und Muskelfunktion erstmals 1817 beschrieben wurde. Über die letzten Jahre, fand das Nervengift in niedrigster Dosierung immer mehr Anwendung in verschiedenen Bereichen der Medizin. So wird das Botulinumtoxin (Handelsnamen in Deutschland: Botox®, NeuroBloc®) seit einigen Jahren auch erfolgreich in der Urologie eingesetzt, u.a. zur Behandlung von Drangsymptomatik, Dranginkontinenz, der überaktiven Blase und nervenbedingten (neurogenen) Blasenentleerungsstörungen, z.B. bei Rückenmarkschädigung.  Mehr lesen ...

 

 

Diagnostik

Blasendruckmessung (Video-Urodynamik)

Grundlage der kompetenten Behandlung einer Blasenschwäche (Harninkontinenz) oder einer neurogenen Blase ist die exakte Diagnose der Fehlfunktion von Blase und/oder Schließmuskel. Mit der Video-Urodynamik können Speicher- und Entleerungsstörungen des unteren Harntrakts differenziert beurteilt werden. In Kombination mit einer digitalen Röntgenanlage wird die evt. notwendige Strahlenbelastung auf ein Minimum reduziert, ein besonders für die Kinderurologie wichtiger Punkt.

 

 

Blasenschwäche

Kontinent bleiben - Kontinent werden

Mit diesem Ziel veranstaltete Professor Dr. Markus Hohenfellner den 21. Jahreskongress der Deutschen Kontinenzgesellschaft 2010 unter der Schirmherrschaft von Professor Dr. Peter Frankenberg, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Mehr als 1500 Teilnehmer wurden von Experten aus den Bereichen Urologie, Chirurgie, Gynäkologie und weiteren beteiligten Disziplinen über die neuesten Entwicklungen zur Verhinderung (Prävention) und Behandlungen von Inkontinenz unterrichtet. In diesem Zusammenhang stellte Professor Hohenfellner in einem Übersichtsreferat die besonderen Möglichkeiten der robotischen Chirurgie unter Verwendung des Da Vinci Systems vor, die auch im Bereich Kontinenz und Inkontinenz eine immer wichtigere Rolle spielt. Mehr lesen ...