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Prostatakarzinom

Flughafenhalle mit zwei Personen am Fenster_Prostatakrebs

“Active Surveillance – Active Protection”

 

Hintergrundinformationen:

Durch zunehmend verfeinerte Untersuchungsmethoden wird bei immer mehr Männern ein Prostatakrebs diagnostiziert. Gleichzeitig wächst jedoch die Unsicherheit, ob tatsächlich alle diese Tumore, von denen die meisten keinerlei Beschwerden verursachen einer invasiven Therapie wie u.a. Operation, externer Bestrahlung, Brachytherapie oder HIFU bedürfen.Alternativ können möglicherweise bestimmte Patienten mit einem gesicherten Prostatakarzinom engmaschig überwacht werden (Active Surveillance), um erst bei einem erkennbaren Fortschreiten des Tumors (Progression) invasiv behandelt zu werden. Active Surveillance bedeutet wahrscheinlich für viele Männer nicht nur den Aufschub einer invasiven Behandlung, sondern macht diese gänzlich überflüssig.Denn in vielen Fällen scheint eine Vorbeugung der besonders bösartigen Formen von Prostatakarzinom möglich zu sein. Im Gegensatz zu Deutschland tritt beispielsweise in Japan kaum Prostatakrebs auf. Verlagern Japaner ihren Wohnsitz in die USA und ändern ihre Ernährungsgewohnheiten, erkranken sie häufiger an Prostatakrebs. Daraus ist zu schließen, dass bestimmte Nahrungsstoffe die Entstehung von Prostatakrebs fördern können. Wissenschaftler empfehlen, weniger Fett zu essen, tierische Fette weitgehend durch mehrfach ungesättigte Pflanzenfette zu ersetzen und ausreichend Vitamin D und E sowie Selen aufzunehmen. Vor allem Sojaprodukte, Obst und Gemüse (Tomaten, Brokkoli, Kohl) wirken krebshemmend. Da jedoch eine sichere Vorbeugung nicht möglich ist, sind Früherkennungsmaßnahmen sinnvoll.

 

Ziel der Studie und Methodik:
Die Urologische Universitätsklinik Heidelberg hat das Konzept der Active Surveillance – Active Protection entwickelt. Das Konzept bedeutet zuerst die Bewertung der bereits erhobenen Befunde. Eine besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die aktuellen und älteren Laborwerte einschliesslich des PSA (Prostata-spezifisches Antigen), des sog. Gleason Wertes, sowie die Gesamtzahl und Lokalisation der entnommenen Prostata-Gewebeproben mit dem jeweiligen Prozentsatz des befallenen Gewebes. Die sorgfältige körperliche Untersuchung und Laboranalytik wird dann durch die Bildgebung erweitert. Hierzu steht, Dank einer großzügigen Spende der Dietmar-Hopp-Stiftung, in der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg ein spezielles Ultraschallgerät, zu Verfügung. Dieses SIEMENS Acuson S2000 hat nicht nur eine herausragende Bildqualität im Normalbetrieb, sondern erlaubt auch die Untersuchung der Prostata mit speziellen Kontrastmitteln und der sog. Elastographie. Bei speziellen Fragestellungen kann zusätzlich eine MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) und eine MRS (Magnet-Resonanz-Spektroskopie) durchgeführt werden. Entsprechend dem aktuellsten Stand der Wissenschaft und ihrem individuellen Befund werden dann die Männer mit dem Ziel beraten, bei Erhalt der normalen Lebensqualität die Tumorprogression zu hemmen. Anpassung des Lebensstils, Ernährung, Zusatzstoffe und ggf. unterstützende medikamentöse Maßnahmen stehen dabei in erster Linie zur Verfügung.


Wie nehme ich an der Studie teil?
Das Prostatazentrum an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg führt eine Spezialsprechstunde durch, die im Rahmen der Active Surveillance gezielt mit modernsten Methoden untersucht und entsprechend berät. Zusätzlich werden hierbei auch die Möglichkeiten der Progressionshemmung durch Lebensführung, Ernährung und ggf. unterstützende medikamentöse Maßnahmen erläutert (Active Protection). Ein Termin in dieser Spezial-Sprechstunde kann unter 06221 56-8820 vereinbart werden.