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MRT- HIFU – MIT ULTRASCHALL GEGEN PROSTATAKREBS, JETZT NOCH GENAUER!!

PROFOUND – NEUE STUDIE ZUR SCHONENDE THERAPIE DES PROSTATAKARZINOMS

HIFU steht für hochintensiv fokussierten Ultraschall. Dieses innovative und schonende Verfahren wird schon seit mehreren Jahren zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt.

Das klassische HIFU Verfahren wurde jetzt an unserer Klinik weiterentwickelt. Das neue Verfahren, die MRT-Thermometrie gesteuerte HIFU (kurz MRT-HIFU) kombiniert die Genauigkeit der MRT-Bildgebung mit der schonenden Behandlung durch fokussierte Ultraschallerhitzung (HIFU). Es ist jetzt möglich punktgenau und in Echtzeit während der gesamten Behandlung die Temperatur an jedem Punkt der Prostata zu messen (MR-Thermometrie) und somit die Behandlung besser zu steuern und die Effektivität der Krebstherapie zu steigern.
Diese neuartige und vielversprechende Methode ist in Europa im Rahmen eines Studienprotokolls (ProfoundTM) nur an unserer Klinik vorhanden. Es können hiermit bisher noch unbehandelte Tumore  therapiert werden (Primärtherapie). Ob im individuellen Fall eine MRT-HIFU Therapie in Frage kommt, wird in einem persönlichen Gespräch geklärt.

Jetzt noch genauer und noch schonender für Patienten

Die HIFU-Technologie (hochintensiv fokussierter Ultraschall) nutzt gebündelte Ultraschallwellen um damit durch die Temperaturerhöhung das Krebsgewebe punktgenau abzutöten. Die bisherige Behandlung wird durch den Enddarm durchgeführt. Hierbei wird eine spezielle Sonde eingeführt, durch ein Spezialverfahren gekühlt, und die Behandlung unter Ultraschall (Grenzen, Nervenschonung) kontrolliert.

Die neue Methode (MRT-HIFU) bringt einige Änderungen und Vorteile. Zum einen wird die Behandlung durch die Harnröhre durchgeführt. Hierfür wurde durch Miniaturisierung eine neuartige HIFU-Sonde entwickelt, die genauso dünn wie ein herkömmlicher Harnröhrenkatheter ist. Zusätzlich wird aus der Mitte der Prostata die Erreichbarkeit des Prostatakrebses verbessert, sodass auch schwierige Tumorlagen, wie z.B. im vorderen Teil der Prostata, erreicht werden können. Es entfällt auch die oft im Vorfeld der Behandlung notwendige Verkleinerung der Prostata (TUR-P oder Greenlightlaservaporisation), da ein Risiko für eine anschließende Blasenhalsvernarbung sehr gering ist. Zudem wird eine Temperaturmessung in der gesamten Prostata während der Behandlung durchgeführt, was bisher nicht möglich war, sodass sowohl die Effektivität der Behandlung als auch die Schonung wichtiger Strukturen (z.B. Rektum, Harnröhre, Erektionsnerven) noch besser gewährleistet werden kann.

Welche Patienten kommen in Frage

Die Behandlung wird im Rahmen eines Studienprotokolls durchgeführt. In Frage kommen alle Patienten die mind. 65 Jahre alt sind, ein lokal begrenztes, niedrig malignes Prostatakarzinom (Gleason 3+3=6) in den letzten 2 Monaten diagnostiziert bekommen haben, und für die eine „aktive Überwachung“ keine Option darstellt. Für alle weiteren Ein- bzw. Ausschlusskriterien wenden Sie sich bitte an unserem HIFU Studienteam.

Ablauf der Behandlung

Die MRT HIFU-Behandlung findet auch in Narkose statt und dauert ein bis drei Stunden.
Während der Behandlung liegt der schlafende Patient gut gepolstert auf dem Rücken im MRT. Hier wird der Eingriff geplant und durchgeführt. Die Behandlung erfolgt über eine spezielle Ultraschallsonde in der Harnröhre. Zur Schonung des Enddarms wird dieser mit einem Katheter im gekühlt. Etwa eine Stunde nach dem Eingriff kann der Patient wieder aufstehen. Die Entlassung ist in der Regel am nächsten Tag mit einem mit Ventil versorgten Bauchdeckenkatheter (für ca. 1 Woche) möglich.