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Zentrale Tel.: 06221-560
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


Förderung des Hilfesuchverhaltens von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen durch den Einsatz neuer Medien (Pro-HEAD)

Projektleitung

Prof. Dr. med. Michael Kaess; Dr. sc. hum. Julian Koenig

 

Projektkoordination

Dr. biol. hum.Sabrina Ritter

 

Mitarbeiterinnen

Sophia Lustig M. Sc., Anna Koch, Prof. Dr. Romuald Brunner, Prof. Dr. Franz Resch, Dipl. Psych. Peter Parzer

 

Kooperationspartnerinnen

PD. Dr. rer. soc. Stephanie Bauer, Dr. phil. Markus Moessner, Forschungsstelle für Psychotherapie (FOST), Universitätsklinikum Heidelberg,
Prof. Dr. Rainer Thomasius, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Prof. Dr. Christine Rummel-Kluge, Universität Leipzig
Prof. Dr. Heike Eschenbeck, Pädagogische Hochschule Schwäbisch-Gmünd
Prof. Dr. Hans-Joachim Salize, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim
Prof. Dr. Katja Becker, Universitätsklinikum Marburg

 

Projektbeschreibung

Nahezu die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen berichtet von psychischen Problemen. Die Inzidenz und Prävalenz psychischer Erkrankungen ist am höchsten im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Um einer Chronifizierung der Problematik und die damit verbundene langfristige Beeinträchtigung zu vermeiden, ist schnelle und effektive Hilfe notwendig. Von entscheidender Bedeutung für den erfolgreichen Umgang mit psychischen Problemen in dieser Altersklasse ist die Bereitschaft, sich tatsächlich Hilfe zu suchen und professionelle Unterstützung von Experten anzunehmen. Dieser Schritt ist für Kinder und Jugendliche aufgrund von Scham, Angst vor negativen Reaktionen oder wegen fehlender Informationen jedoch eine große Herausforderung. Die Inanspruchnahme professioneller Hilfe zur Förderung der psychischen Gesundheit in dieser Altersgruppe ist im Vergleich am geringsten.

Um Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Hilfe im Umgang mit psychischen Problemen zu erleichtern, wurde daher das Pro-HEAD Konsortium ins Leben gerufen. Vom Zentralstandort Heidelberg aus werden dabei Kindern und Jugendlichen individuelle Hilfsangebote gemacht, die durch den Einsatz neuer Medien Hürden im Hilfesuchverhalten gezielt überwinden sollen. In Kooperation mit den Standorten Mannheim, Hamburg, Leipzig, Schwäbisch-Gmünd und Marburg werden dazu in mehreren randomisiert klinischen Studien Online-Interventionen entwickelt, bereits bestehende Programme umgesetzt und die Wirksamkeit der Interventionen evaluiert.

Durch ein schulbasiertes Screening von insgesamt 15.000 Schülerinnen und Schülern im Alter von 12 bis 17 Jahren, werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgrund ihrer individuellen Problembereiche unterschiedlichen Teilprojekten zugewiesen. Zur Zielgruppe der kooperierenden Projektstandorte gehören dabei sowohl gesunde Kinder und Jugendliche, deren psychische Gesundheit im Rahmen des Projektes gefördert werden soll, als auch Kinder und Jugendliche, die zur Risikogruppe für Essstörungen, Depression oder einer Alkoholproblematik gehören.

Am Standort Heidelberg wird eine Intervention für Kinder und Jugendliche entwickelt, bei denen sich im Screening psychische Probleme bereits als klinisch relevant gezeigt haben. Die Hälfte der Teilnehmer erhält Zugang zu einem Online-Portal, dass aktives Hilfesuchverhalten durch Aufklärung und Vermittlung in das professionelle Helfersystem verbessern soll. Neben einer umfangreichen Psychoedukation, erhalten die Teilnehmer Adressen von geeigneten Hilfsangeboten in Ihrer Umgebung, haben Zugang zu Erfahrungsberichten von gleichaltrigen Betroffenen sowie die Möglichkeit, zu altersgerechten Tageszeiten per Chat oder Telefon individuelle Fragen zu stellen. Das Aufsuchen professioneller Hilfe wird durch eine therapeutische Begleitung und wiederholte Kontaktaufnahmen gefördert. Die Kontrollgruppe erhält einen Flyer mit Kontaktadressen lokaler Hilfsangebote.

Um die Wirksamkeit der Intervention zu überprüfen, wird nach einem Jahr im Rahmen einer Nachuntersuchung erfasst, wie viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer tatsächlich professionelle Hilfe in Anspruch genommen haben.

 

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

 

Projektlaufzeit

2017–2021

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