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Augenklinik
Kopfklinik (Zentrum)

Sehbehinderung (Low Vision)

Behandlungsgebiete der Sektion Ophthalmologische Rehabilitation

Wir untersuchen, beraten und versorgen sehbehinderte Patienten aller Altersstufen mit vergrößernden Sehhilfen. Dazu gehören:

  • die umfassende Diagnostik der zugrundeliegenden Erkrankung, dies betrifft insbesondere bei Kindern die genaue Diagnose-Stellung angesichts einer häufig zugrundeliegenden erblichen Netzhauterkrankung (u.a. Achromatopsie, Albinismus, juvenile Makuladystrophie (M. Stargardt, M. Best), Retinitis Pigmentosa, Zapfen-Stäbchen-Dystrophie)
  • die Früherfassung von sehbehinderten Säuglingen und Kleinkindern, die Bestimmung des vorhandenen Sehrestes sowie die Beratung der Eltern über die Möglichkeiten der Förderung dieses Sehrestes
  • bei Vorschulkindern die Einleitung von Förderungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit den Frühförderstellen der Blinden- und Sehbehindertenschulen, die unterstützende Beratung zu Einschulungsfragen aus augenärztlicher Sicht
  • bei Berufstätigen die Bestimmung und Anpassung vergrößernder Sehhilfen für den jeweiligen Arbeitsplatz sowie die Beratung über rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten einer beruflichen Neuorientierung
  • für Senioren die Anpassung vergrößernder Sehhilfen und darüber hinaus die Information über Hilfsorganisationen und die Beratung über nichtoptische lebenspraktische Hilfsmittel
  • für Betroffene und Angehörige die humangenetische Beratung


Was ist eine Sehbehinderung?

Wenn mit Brillen oder Kontaktlinsen infolge von Erkrankungen z.B. an Netzhaut oder Sehnerv keine normale Sehschärfe erreicht wird, spricht man von einer Sehbehinderung. Im Gegensatz zu einer Sehbehinderung durch den Grauen Star (Katarakt), bei welcher eine Operation helfen kann, ist bei zerstörten Sinneszellen oder Sehnervenfasern keine Funktionsverbesserung möglich.

Die Sehbehinderung kann verschiedene Ausprägungen haben. Charakteristisch ist, das die Sehanforderung des Patienten nicht erfüllt wird. Helfen können hier spezielle optische oder optoelektronische Hilfsmittel.


Was verursacht eine Sehbehinderung?

Menschen aller Altersstufen können betroffen sein. Eine Sehbehinderung kann Folge angeborener Erkrankungen sein. Verletzungen, Diabetes Glaukom, Katarakt und Altersveränderungen sind weitere mögliche Ursachen. Die größte Gruppe stellenPatienten mit altersbedingter Makuladegeneration dar. Hierbei kommt es zu einem Verlust der zentralen Sehschärfe. Alles was außerhalb liegt, bleibt unbeeinflußt. Das Bewegungssehen bleibt erhalten. Eine Orientierung ist somit möglich.


Was bewirken vergrößernde Sehhilfen?

Vergrößernde Sehhilfen haben Erfolg, wenn im zentralen Bereich der Netzhaut noch genügend intakte Inseln liegen, so dass z.B. eine vergrößerte Schriftzeile, wie die Überschrift in der Zeitung, erkannt wird. Mit steigender Vergrößerung verkleinert sich der Textausschnitt, der gesehen wird. Gleichzeitig kommt es zu einem reduzierten Leseabstand.


Welche Hilfsmittel gibt es?

Durch Entwicklung und Verbesserung der Vergrößernden Sehhilfen haben sich die Möglichkeiten zu helfen erweitert. Die Anpassung und Auswahl der geeigneten Sehhilfen erfordert Zeit und Einfühlungsvermögen. In der Regel werden verschiedene Sehhilfen benötigt. Einen ersten Anhalt für die notwendige Vergrößerung liefert die Sehschärfe, wie an folgender Tabelle gezeigt:

SehhilfeSehschärfeVergrößerungNäheFerne
verstärkte Lesebrille0,2 - 0,4 1- bis 2-fach
Lupe (Leseglas)0,005 - 0,45- bis 12-fach
Lupenbrille0,1 - 0,42- bis 8-fach (monokluar)
Lupenbrille0,1 - 0,42- bis 3-fach (binokular)
Fernrohr-Lupenbrille (Galilei)0,05 - 0,32- bis 8-fach1,8- bis 2,5-fach
Fernrohr-Lupenbrille (Kepler)0,05 - 0,24- bis 16-fach3- bis 4-fach
Bildschirm-Lesegerät1/50 - 0,15- bis 30-fach

 


Optisch vergrößernde Sehhilfen

Bei optisch vergrößernde Sehhilfe werden überkorrigierte Lesebrillen, Hand- oder Standlupen sowie Kopflupen, Fernrohrlupenbrillen und Fernrohre oder Monokulare unterschieden.

Die einfachste vergrößernde Sehhilfe ist eine Überkorrektur, bei der der Nahteil der Brille verstärkt wird und somit eine Vergrößerung der Zeitung erreicht wird. Dabei ergibt sich ein sehr kurzer Leseabstand, da die Schrift sonst unscharf wird. Vorteil sind neben dem unauffälligen Äusseren die Möglichkeit, beidhändig zu hantieren und Naharbeit zu verrichten.

Handlupen erlauben ein Lesen in gewohntem Abstand. Mobile Taschenlupen lassen sich zum Einkauf mitnehmen, andere Formen sind mit Lichtquellen ausgestattet.

Standlupen haben einen festen Arbeitsabstand zum Lesegut vergleichbar den Lesesteinen oder Visolett-Lupen. Bei Montage der Lupen an einem beweglichen Stativ ist beidhändiges Hantieren möglich, wie auch bei den Kopf- oder Umhängelupen. Außerdem ist hier oft ein größeres Sehfeld vorhanden.

Sehr praktisch sind auch Lupen als Aufstecker auf die Brille, die nur bei Bedarf benutzt werden.

Fernrohr-Lupenbrillen gibt es nach dem Galilei- oder Keplersystem in unterschiedlichster Ausführung. Einige lassen sich sowohl in der Nähe als auch in der Ferne anwenden. Im Vergleich zu den Lupen ist der Arbeitsabstand deutlich größer. Die Fernvergrößerung kann bis zu 4-fach betragen und zum Fernsehen benutzt werden.

Für höhere Vergrößerungen in der Ferne benutzt man Fernrohre oder Monokulare. Damit können z.B. Straßenschilder erkannt werden. Zur Orientierung sind sie nicht geeignet.


Optoelektronische Sehhilfen

Wenn mit konventionellen vergrößernden Sehhilfen keine Lesefähigkeit erreicht wird, kann mit Bildschirmlesegeräten weitergeholfen werden. Hierbei ist eine zunehmende stufenlose Vergrößerung in beliebiger Höhe möglich. Durch die wählbare Vergrößerung und die Kontraststeigerung ergeben sich teilweise Vorteile gegenüber optischen Sehhilfen.

Trotzdem kommen nicht alle Patienten, für die ein Bildschirmlesegerät theoretisch geeignet wäre, damit zurecht. Wer nur gelegentlich lesen will, wird sich mit dem Gerät nicht anfreunden. Bei echtem Leseinteresse lohnt sich das anfänglich beschwerliche Üben gewiß.

Bei der Wahl der für den Patienten am besten geeigneten vergrößernden Sehhilfe müssen medizinische, physiologische, optische und psychologische Voraussetzungen beachtet werden. Darum ist es unerläßlich, dass der Patient diese Hilfsmittel unter augenärztlicher Anleitung erprobt.

Spezialisten

Prof. Dr. med. Klaus Rohrschneider, FEBO
Sektionsleitung
Landesarzt für Sehbehinderte und Blinde in Baden-Württemberg

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