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Biologie und Verhalten in der Mutter-Kind-Bindung

Sektion Translationale Psychobiologie

Studientitel

Bio-Behaviorale Mechanismen bei Störungen der Bindungsfähigkeit und Beeinträchtigungen des interpersonellen Funktionsniveaus

Projektbeschreibung

Die Fähigkeit, positive zwischenmenschliche Beziehungen zu bilden und aufrecht zu erhalten ist essentiell für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Die Bindungstheorie unterstreicht hierbei insbesondere die Bedeutsamkeit der Interaktion zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen, da frühe zwischenmenschliche Erfahrungen als „Blaupausen“ für zukünftige Beziehungen fungieren können. Neueste Forschungsergebnisse deuten zudem darauf hin, dass Eltern und Kinder sich in der Interaktion nicht nur auf Verhaltensebene einander anpassen, sondern auch auf physiologischer Ebene, beispielsweise in Bezug auf endokrinologische Prozesse, Gehirnaktivität sowie Herzratenvariabilität („Bio-Behaviorale Synchronie“).

Bindungsstörungen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen stellen im klinischen Alltag der Kinder- und Jugendpsychiatrie hoch relevante Krankheitsbilder dar, die sich beide durch Abweichungen im zwischenmenschlichen Erleben und Handeln auszeichnen. Kindliche Bindungsstörungen treten in zwei Formen auf: Bei der Reaktiven Bindungsstörung senden die Kinder kaum soziale Signale oder reagieren auf solche. Bei der Bindungsstörung mit Enthemmung zeigen Kinder unspezifisches Bindungsverhalten, unterscheiden nicht zwischen Fremden und Vertrauten und verhalten sich gegenüber unvertrauten Personen distanzlos. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wiederum zeichnet sich durch impulsives Verhalten, Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen und Schwierigkeiten in der Regulation von intensiven Gefühlen aus, wobei die Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich als ein Kernsymptom der Störung betrachtet werden. Neuere Forschungsergebnisse legen ätiologische Gemeinsamkeiten der Bindungsstörung und BPS nahe.

Bislang gibt es noch keine Studien, welche bio-behaviorale Mechanismen bei Patienten mit Bindungsstörungen und BPS und ihren primären Bezugspersonen untersucht und dabei mit einer gesunden Kontrollgruppe vergleicht. Ziel dieser Studie ist es, zu beleuchten, ob bio-behaviorale Mechanismen einen bedeutsamen Beitrag zum zwischenmenschlichen Funktionieren leisten. Ergebnisse aus der Studie könnten die Grundlage für Interventionen bilden, welche durch Veränderung physiologischer und verhaltensbezogener Abstimmungsprozesse zwischen Eltern und Kindern Veränderungen in klinischer Symptomatik erzeugen könnten.

Projektleitung

Projektkoordination

Dipl.-Psych. Anna Fuchs


Mitarbeiterinnen

Förderung

Physician Scientist Fellowship (Frau Dr. Fuchs) der Medizinischen Fakultät Heidelberg

Projektlaufzeit

2017 – 2019