Kinder- und Jugendpsychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


Sektion „Translationale Psychobiologie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“

Leitung

Prof. Dr. med. Michael Kaess

 

Stellvertretende Leitung

Dr. sc. hum. Julian Koenig (neurobiologische Forschung)

Dr. phil. Anna Fuchs (klinische Forschung)

 

Mitarbeiterinnen

Dr. Ayaka Ando, PhD;  Dr. phil. Corinna Reichl
 

Lena Eppelmann; Gloria Fischer-Waldschmidt; Leonie Fleck; Denisa Ghinea; Alexandra Edinger; Vanessa Jantzer; Franziska Kellenbenz; Fanny Ossa; Lena Rinnewitz; Patrice Van der Venne; Sindy Weise; Natascha Schmitt; Amelie Werner

 

Forschungsthemen und -schwerpunkte

Die Forschungssektion für „Translationale Psychobiologie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ unter Leitung von PD. Dr. med. Michael Kaess, besteht seit August 2015 an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie ist unmittelbar aus der früheren Arbeitsgruppe „Adoleszentes Risikoverhalten und Selbstschädigung“ hervorgegangen. Im Rahmen experimenteller Studien mit grundlagenwissenschaftlicher Orientierung, klinischer Kohortenstudien und randomisiert kontrollierter Therapiestudien konzentriert sich die Arbeit der Sektion auf die Untersuchung des Nutzens neurobiologischer sowie psychologischer Marker im Kontext der Diagnostik und Therapie psychiatrischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Erkenntnisse dieser Arbeit sollen im Sinne der Optimierung psychiatrischer Diagnostik und Therapie hinsichtlich des Transfers in die klinische Praxis übersetzt und nach kritischer Prüfung implementiert werden. Die Sektion sichert ihren stark translationalen Fokus durch die direkte Zusammenarbeit mit der hauseigenen Ambulanz für Risikoverhalten und Selbstschädigung (AtR!Sk), die ebenfalls durch Prof. Dr. Kaess geleitet wird.

 

Der klinische Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt in der Forschung zu riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen (z.B. Selbstverletzung, Suizidalität, pathologischer Internetkonsum) sowie zur Entwicklung schwerer psychischer Störungen, wie Depressionen oder der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Konkrete Projekte thematisieren derzeit u. a. die Frage inwiefern riskante und selbstschädigende Verhaltensweisen sich als Indikatoren für psychiatrische Erkrankungen eignen und welche Prädiktoren für einen chronischen, Krankheitsverlauf solcher Verhaltensweisen gelten können. Hierbei geht es auch um die Frage des Nutzens dieser Indikatoren zur Früherkennung von schweren psychischen Störungen. Zu vielen dieser Fragestellungen besteht daher eine enge Beziehung zur hauseigenen Sektion „Störungen der Persönlichkeitsentwicklung“, die von Prof. Dr. Kaess stellvertretend geleitet wird. Im Bereich der Interventionsforschung laufen in der Sektion derzeit randomisiert kontrollierte Studien zur sowohl schulbasierten Prävention als auch klinischen Behandlung von riskanten und selbstschädigenden Verhaltensweisen sowie deren Risikofaktoren.

 

Eine Vielzahl laufender Forschungsprojekte adressiert zudem physiologische, endokrinologische und neuronale Korrelate der Entstehung und des Verlaufs psychopathologischer Symptomatik und neuropsychologischer Fehlverarbeitung bei zentralen Krankheitsbildern in dieser Altersklasse, insbesondere in der Folge von frühkindlicher Traumatisierung. Methodische Schwerpunkte liegen in der Evaluation der Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA), des Autonomen Nervensystems (ANS) und der kortikalen Aktivität mittels Blut- und Speichelanalyse sowie nicht-invasiven elektrophysiologischen und photo-optischen Verfahren. Begleitend zur neurobiologischen Ausrichtung, kommen Methoden des Ecological Momentary Assessments (EMA), Paradigmen der experimentellen Psychologie (z.B. Stressinduktion, Emotionserkennung, Aggressionsinduktion) und genetische sowie epigenetische Untersuchungen zum Einsatz.

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