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Psychosoziale Versorgung und Forschung zum Thema Familie

Rund um die Geburt eines Kindes ist aufgrund der mannigfaltigen Veränderungen im Leben der Eltern die Vulnerabilität (Verletzbarkeit) des gesamten Familiensystems besonders groß. Familien mit einem zu früh geborenen oder kranken Säugling können vor zusätzlichen Herausforderungen stehen: Umgang mit starken Emotionen wie beispielsweise Angst, Hilflosigkeit, Schuld, Scham, Trauer oder Wut; Übermittlung von schwerwiegenden Diagnosen und Behandlungsschritten; Balanceakt zwischen der Bewältigung des Alltags Zuhause und der oft langen Zeit auf Station; Konflikte in der Partnerschaft oder Familie; Entlassung aus der Klinik - wie geht es nun weiter?

Deren Bewältigung ist abhängig von der individuellen Situation, den familiären Ressourcen und den persönlichen Vorerfahrungen sowie dem gesellschaftlichen Umfeld. Die psychologische Versorgung von Familien in der Neonatologie zielt in erster Linie auf den Aufbau tragfähiger Bindungen zwischen Eltern und Kind. Es geht darum, Eltern nach der Geburt ihres zu früh oder krank geborenen Kindes bedarfsorientiert zu unterstützen und bei der Bewältigung dieser Extremsituation zu begleiten.

Aus der klinischen Beobachtung wird deutlich, dass Eltern von Früh- und krankgeborenen Kindern überdurchschnittlich oft von partnerschaftlichen Trennungen im ersten Lebensjahr des Kindes betroffen sind. Gerade Kinder, die besondere Entwicklungsrisiken tragen, sind jedoch auf stabile Familienverhältnisse angewiesen. Daraus ergibt sich die Frage, wie Resilienz- also Schutzfaktoren in den Familiensystemen aktiviert werden können, damit sie sich bestmöglich entfalten und auf diese Weise die physische und psychische Entwicklung des Kindes fördern können.

Ziel: Zunächst wird eine Iststandserhebung der partnerschaftsbezogenen Vulnerabilitäts- und Resilienz-Faktoren von Familien mit einem frühgeborenen Kind im Vergleich zu Familien mit einem reifgeborenem Kind umgesetzt. Des Weiteren interessiert uns nicht nur die psychosoziale Versorgung der Familien während des Klinikaufenthaltes, sondern auch die Transition aus der Klinik Nachhause. Welche psychosozialen Unterstützungsangebote können den Familien wirksam helfen sich zu konsolidieren und vereinigt darauf hinzuarbeiten dem Kind eine bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen?

Project Lead: Cristina Fischer

Ausgewählte Publikationen

Anna Sidor, Cristina Fischer, Oliver Evers, Svenja Taubner.
Wirksamkeit des Präventionsprogramms „Keiner fällt durchs Netz“. Psychotherapeut (Aug. 18).

Anna Sidor, Cristina Fischer, Manfred Cierpka.
The link between infant regulatory problems, temperament traits, maternal depressive symptoms and children's psychopathological symptoms at age three: A longitudinal study in a German at-risk sample. Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health (Dez. 17).

Anna Sidor, Cristina Fischer, Manfred Cierpka.
The effects of the early prevention program “Nobody Slips Through the Net”: A longitudinal controlled study in an at-risk sample. Mental Health and Prevention (Sept 15).

Anna Sidor, Cristina Fischer, Manfred Cierpka.
Early Regulatory Problems in Infancy and Psychopathological Symptoms at 24 Months: A Longitudinal Study in a High-risk Sample. Journal of Child & Adolescent Behavior (Nov. 13).

Anna Sidor, Cristina Fischer, Andreas Eickhorst, Manfred Cierpka.
Influence of early regulatory problems in infants on their development at 12 months: A longitudinal study in a high-risk sample. Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health (Okt. 13).