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Sektion Translationale Psychobiologie

Studientitel

STAR: Self-Injury - Treatment, Assessment, Recovery - Online-Intervention bei nichtsuizidalem selbstverletzendem Verhalten in der Adoleszenz – eine randomisiert-kontrollierte Studie

Projektbeschreibung

Etwa 18% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen weltweit sind von nichtsuizidalem selbstverletzendem Verhalten (NSSV) betroffen. Die Relevanz von NSSV zeigt sich in der Assoziation zu einem breiten Spektrum an psychiatrischen Diagnosen. Außerdem erwies sich NSSV als wichtiger Prädiktor  suizidaler Verhaltensweisen. Trotz dieser Befunde besteht ein Mangel an evidenzbasierten, spezifischen, zeit- und kosteneffektiven Behandlungsansätzen. Die kognitiv-behaviorale Therapie zeigt sich wirksam hinsichtlich der Reduktion des NSSV bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Jedoch weist gerade diese Altersgruppe eine bedenklich geringe Bereitschaft auf, sich professionelle Hilfe zu suchen und wirksame Therapien sind nicht in ausreichendem Maße in allen Regionen Deutschlands verfügbar. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass die Mehrheit der betroffenen Jugendlichen ein technologiebasiertes Interventionsformat präferieren. Bisher existiert jedoch noch keine internetbasierte Behandlung für Jugendliche und junge Erwachsene mit NSSV.

Daher konzentriert sich der Standort Heidelberg auf die Entwicklung und Evaluation einer Online-Intervention zur Behandlung von NSSV bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen des Konsortiums STAR. Untersuchungen durch die kooperierenden Standorte Ulm, Mannheim, Landau und Karlsruhe sollen zusätzlich Aufschluss über neurobiologische Prädiktoren des Verlaufs von NSSV geben sowie die Verbreitung störungsspezifischen Wissens an Primärversorger verbessern.

In Kooperation der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (Prof. Dr. Kaess), der Forschungsstelle für Psychotherapie (PD Dr. Bauer) und der Klinik für Allgemeine Psychiatrie (Prof. Dr. Herpertz) soll eine chatbasierte Online-Intervention entwickelt und im Vergleich zu einer online verfügbaren Psychoedukation im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie untersucht werden. Dabei liegt der Entwicklung der Online-Intervention eine bereits durch das Forscherteam um Prof. Dr. Kaess evaluierte Kurzzeittherapie für die Behandlung von NSSV im Jugendalter zugrunde. Diese erwies sich im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie in Bezug auf das selbstverletzende Verhalten, aber auch hinsichtlich komorbider Symptomatik, als ebenso hilfreich wie herkömmliche und deutlich aufwändigere Behandlungsansätze.

Um die Wirksamkeit der Intervention zu überprüfen, erhalten 700 aus 2000 rekrutierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen entweder eine online verfügbare Psychoedukation zum Thema NSSV (n=350) oder zusätzlich die Online-Intervention (n=350). Nach Ende der Intervention, sowie nach 12 und 18 Monaten wird im Rahmen von Nachuntersuchungen erfasst, wie sich das NSSV sowie komorbide Symptome verändert haben.

Projektleitung

Dr. sc. hum. Julian Koenig


Projektkoordination

M.Sc. Psych. Alexandra Edinger


Mitarbeiter

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektlaufzeit

2017 – 2021