Neurochirurgie
Wirbelsäulenchirurgie

Neurochirurgisches Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie

Exzellenzzentrum für operative und konservative Wirbelsäulenmedizin

Als einziges auf europäischer Ebene (Eurospine) zertifiziertes Wirbelsäulenzentrum der Region, ist die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg eines der führenden Zentren für die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen in Deutschland und Europa. Als zertifiziertes Wirbelsäulenzentrum der EUROSPINE und der AO Spine, mit zusätzlichem Individualzertifikat für konservative Wirbelsäulentherapie der DWG, bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Wirbelsäulenmedizin - von nicht-operativen Verfahren bis hin zu hochspezialisierten, komplexen chirurgischen Eingriffen. Nahezu alle unserer Operationen werden zudem mikrochirurgisch oder auch endoskopisch durchgeführt.

Neben der Sektion Wirbelsäulenchirurgie verfügt unser Zentrum ebenfalls über die Sektion für Operative Schmerztherapie, welche eng mit dem Schmerzzentrum des UKHD zusammenarbeitet. So können wir – unabhängig vom rein operativen Vorgehen – für alle Patienten die passgenaue Therapie anbieten.

Jährlich werden bei uns mehr als 1.200 Eingriffe an der Wirbelsäule durchgeführt. Hinzu kommt eine Vielzahl konservativ betreuter Patientinnen und Patienten, bei denen operative Maßnahmen vermieden oder hinausgezögert werden können. Im Rahmen der digitalen Nachsorge erfassen wir Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). Dies ermöglicht uns, Bedürfnisse besser zu verstehen, Ihre Therapie optimal anzupassen und die Versorgungsqualität für Sie persönlich, aber auch für zukünftige Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern.

 

Unsere Schwerpunkte

Wir verfügen über langjährige Erfahrung und besondere Expertise in der Behandlung von:

  • Degenerativen Erkrankungen (Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, Wirbelgleiten, Instabilitäten)
  • Deformitäten der Wirbelsäule (z. B. Skoliosen, Kyphosen)
  • Wirbelsäulentraumata (inkl. komplexe, instabile Frakturen und Wirbelkörperverletzungen)
  • Tumoren der Wirbelsäule (primäre und metastatische) inkl. seltener Entitäten (z.B. Chordome, Riesenzelltumore) oder gutartiger Befunde (z.B. Hämangiome, aneurysmatische Knochenzysten, Osteome)
  • Infektionen und Entzündungen (z. B. Spondylodiszitis, Epiduralabszesse)

Viele Eingriffe führen wir dabei äußerst schonend durch (minimalinvasive Operation) und bieten auch sogenannte dynamische Stabilisierungen an (semirigide Stabilisierung). Dies ermöglicht bei einigen Krankheitsbildern eine Kombination aus Stabilisierung und einer Restbeweglichkeit - So kann die Operationsdauer und somit die Belastung für den Patienten reduziert und ein Teil der natürlichen Funktion der Wirbelsäule erhalten werden.

Modernste Ausstattung für maximale Sicherheit und Präzision

Unsere Eingriffe erfolgen in fünf hochmodernen OP-Sälen, ausgestattet mit:

  • Intraoperativer CT- und MRT-Bildgebung
  • Hochpräziser 3D-Navigation
  • Intraoperativem Neuromonitoring (IONM) zur kontinuierlichen Überwachung sensibler Nervenfunktionen während der OP - für maximale Sicherheit
  • Robotische Assistenz in Kombination mit intraoperativer, robotischer 3D-Bildgebung mit reduzierter Strahlendosis für die hochpräzise Durchführung von kraniellen Biopsien, die Anwendung bei Stereo-EEGs sowie zur Anwendung bei spinalen Instrumentationen für präzise und stabile Schraubentrajektorien (Cirq® und LoopX®, Fa. Brainlab)
  • minimalinvasive sowie endoskopische Wirbelsäulenoperationen
  • Neurointensivmedizinischer Versorgung auf unserer eigenen, spezialisierten Intensivstation

Ganzheitlich und interdisziplinär

Unser Anspruch ist eine ganzheitliche Versorgung mit dem Nervensystem im Mittelpunkt. In der Wirbelsäulenchirurgie arbeiten wir deshalb eng mit unserer Sektion operative Schmerztherapie sowie weiteren Fachdisziplinen der Universitätsmedizin Heidelberg zusammen - etwa der Neurologie, Radiologie, Onkologie, Orthopädie und Rehabilitationsmedizin.

Unsere Patienten profitieren dabei von einem eingespielten, interprofessionellen Team aus Neurochirurgen, Anästhesisten, Pflegekräften, OP-Technikern, Physiotherapeuten und Schmerzexperten.

Auch konservativ in besten Händen

Viele Patientinnen und Patienten können durch gezielte, nicht-operative Maßnahmen erfolgreich behandelt werden. Als eines der wenigen Zentren verfügen wir über ein DWG-zertifiziertes Individualzertifikat für konservative Wirbelsäulenbehandlung. Unsere Angebote umfassen:

  • Medikamentöse und interventionelle Schmerztherapie
  • Bildgestützte Infiltrationen
  • Physiotherapie und funktionelle Stabilisierung
  • Multimodale Konzepte in Kooperation mit der Sektion operative Schmerztherapie

Drei Standorte für schnelle Hilfe

Neben unserem Hauptstandort in der Kopfklinik in Heidelberg bieten wir operative Wirbelsäulenversorgung auch am Standort Heppenheim und am Krankenhaus Salem an. Hierdurch ermöglichen wir kurzfristige Operationstermine, insbesondere bei dringlichen Indikationen.

Schnelle Terminvergabe für Zuweisende

Zuweisende Ärztinnen und Ärzte können ihre Patienten unkompliziert und mit kurzen Wartezeiten an uns übermitteln. Wir bieten strukturierte, fachärztliche Rückmeldungen und übernehmen - sofern gewünscht - auch die längerfristige Mitbetreuung im Rahmen eines abgestimmten Behandlungspfads.

Das zeichnet uns aus:

  • Zertifiziertes universitäres Wirbelsäulenzentrum (EUROSPINE, AO Spine)
  • Über 1.200 Eingriffe/Jahr, umfassende konservative und operative Expertise
  • Behandlung aller Krankheitsentitäten (degenerativ, traumatisch, infektiös, tumorös, deformierend)
  • Modernste Technik: Intraoperatives CT, MRT, 3D-Navigation, IONM
  • Eigene neurochirurgische Intensivstation
  • Ganzheitlicher Ansatz mit enger Kooperation der Sektion operative Schmerztherapie
  • Weitere Standorte in Heppenheim und am Krankenhaus Salem für schnelle Terminvergaben
  • Verwendung von digitalen Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) bei der Behandlung und Nachsorge unserer Patienten
  • Enge Zusammenarbeit mit allen relevanten Fachkliniken der Universitätsmedizin Heidelberg

Wirbelsäulenerkrankungen, Symptome und Behandlung

Bandscheibenvorfall | Spinalkanalstenose | Wirbelgleiten | Spinale Tumore | Spinale Deformitäten | Spinale Infektionen

OP einer Bandscheibenerkrankung
Wirbelsäule Halswirbelsäule Lendenwirbelsäule
Bandscheibenvorfall

Symptome, Diagnose und Behandlung bei Bandscheibenvorfall – unsere Spezialisten sind für Sie da.

Spinalkanalstenose
Wirbelsäule
Spinalkanalstenose

Eine Spinalkanalstenose ist eine mit Rückenschmerzen verbundene Verengung des Wirbelkanals. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu Diagnose und Behandlung.

Wirbelgleiten
Wirbelsäule
Wirbelgleiten

Wirbelgleiten (Spondylolisthese) ist eine Instabilität der Wirbelsäule. Wir verfügen über qualifizierte Spezialisten zur Behandlung der Erkrankung.

Spinale Tumore
Wirbelsäule
Spinale Tumore

Symptome sowie Diagnose und Behandlung von spinalen Tumoren am Neurochirurgischen Universitätsklinikum in Heidelberg.


Wir wollen Sie nicht wiedersehen

Oder: Was Sie selbst tun können, damit Ihre Operation langfristig erfolgreich bleibt

Nach einer Wirbelsäulenoperation hängt der langfristige Erfolg nicht nur vom Eingriff selbst ab. Auch Rauchen, Körpergewicht, Bewegung und die Knochengesundheit beeinflussen Heilung, Belastbarkeit und das Risiko für erneute Beschwerden [1-13]. Hierzu gibt es zahlreiche und gute wissenschaftliche Arbeiten, deren Ergebnisse wir in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen und Ihnen hier kurz zusammengefasst haben.

Rauchen ist einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren. Tabakkonsum verschlechtert die Durchblutung, erhöht das Risiko für Wundheilungsprobleme sowie Infektionen und ist bei Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule mit einer höheren Rate an einer ausbleibenden knöchernen Heilung verbunden. Ein Rauchstopp hat daher einen direkten positiven Einfluss auf das Operationsergebnis. Unterstützung durch ärztliche Beratung, Entwöhnungsprogramme und geeignete Medikamente kann die Erfolgschance dabei deutlich verbessern [1-5].

Auch starkes Übergewicht kann die Nachsorge erschweren. Sinnvoll ist keine kurzfristige Diät, sondern ein langfristiger, im Alltag realistisch langfristig umzusetzender Ansatz mit Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und bewusstem Umgang mit weiteren Risikofaktoren. Nach der Operation gilt: Der Belastungsaufbau richtet sich immer nach dem Eingriff und den individuellen ärztlichen Vorgaben, jedoch ist eine frühe Mobilisierung fast immer bereits am Tag der Operation möglich und auch förderlich [6-8]. Senken Sie die Last, die Ihre Wirbelsäule zu tragen hat und verbessern Sie die Balance, in der sich selbige befindet.

Ein oft unterschätztes Risiko ist die eingeschränkte Knochenqualität. Osteoporose oder Osteopenie erhöhen das Risiko für implantatspezifische Komplikationen und erneute Eingriffe. Wichtig sind Bewegung, Kraft- und Balanceübungen, ausreichende Eiweißzufuhr, genügend Kalzium und Vitamin D sowie eine gezielte Abklärung und spezifische Therapie bei Vorliegen von Risikofaktoren bzw. dem definitiven Nachweis einer Osteoporose [9-13].

Bitte sprechen Sie uns oder Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt an, wenn bei Ihnen Knochenbrüche ohne relevantes Trauma, häufige Stürze, eine bekannte Osteopenie/Osteoporose oder eine längere Kortisontherapie vorliegen [9,10].

Häufige Fragen und Antworten

Frage: Wie viel Bewegung ist nach der Operation sinnvoll?

Antwort: Sobald Ihre Operateurin oder Ihr Operateur es erlaubt, sollte Bewegung schrittweise wieder aufgebaut werden. Typischerweise ist dies bereits am Tag der Operation möglich. Für Erwachsene gelten allgemein 150 bis 300 Minuten Bewegung mittlerer Intensität pro Woche oder 75 bis 150 Minuten intensivere Bewegung pro Woche sowie muskelkräftigende Übungen an mindestens 2 Tagen pro Woche. Je nach Operationsverfahren können sich die individuellen Ziele unterscheiden; unser Informationsheft zum empfohlenen postoperativen Verhalten gibt hierüber spezifische Anleitung [6,9,10].

Frage: Wann sollte Osteoporose abgeklärt werden?

Antwort: Eine Abklärung ist besonders sinnvoll bei Knochenbrüchen ohne relevantes Trauma, Frakturen ab dem 50. Lebensjahr, bekannter Osteopenie/Osteoporose, Langzeit-Kortisontherapie, postmenopausalem Status oder häufigen Stürzen. Auch vor oder nach größeren Wirbelsäulenfusionen sollte bei Risikokonstellationen aktiv an die Knochenqualität gedacht werden [9-13].

Frage: Wo bekomme ich Hilfe beim Rauchstopp?

Antwort: Ein guter erster Schritt ist die Ansprache in der Hausarztpraxis. Wirksam sind kurze ärztliche Beratung, strukturierte Entwöhnungsprogramme und - je nach Situation - medikamentöse Unterstützung wie Nikotinersatz oder andere zugelassene Behandlungen [1,2].

Frage: Muss ich nach der Operation sofort abnehmen?

Antwort: Nein. Entscheidend ist kein schneller Gewichtsverlust, sondern eine langfristig tragfähige Veränderung. Wenn möglich sogar vor der Operation. Hilfreich sind realistische Ziele, regelmäßige Bewegung im erlaubten Rahmen und eine alltagstaugliche Ernährungsumstellung statt Crash-Diäten [6-8].

Literatur

1. World Health Organization. WHO clinical treatment guideline for tobacco cessation in adults [Internet]. Geneva: World Health Organization; 2024 [cited 2026 Apr 24]. Available from: www.who.int/publications/i/item/9789240096431

2. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung [Internet]. Berlin: AWMF; 2021 [cited 2026 Apr 24]. Available from: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/076-006

3. Jackson KL 2nd, Devine JG. The effects of smoking and smoking cessation on spine surgery: a systematic review of the literature. Global Spine J. 2016;6(7):695-701.

4. Zheng LM, Zhang ZW, Wang W, Li Y, Wen F. Relationship between smoking and postoperative complications of cervical spine surgery: a systematic review and meta-analysis. Sci Rep. 2022;12(1):9172. doi:10.1038/s41598-022-13198-x.

5. Arnold PM, Harrop JS, Mariscal G, Sasso RC, Steinmetz MP, Chaput CD, et al. Adverse impact of smoking on spine fusion and patient-reported outcomes: a systematic review and meta-analysis. Global Spine J. 2026;16(2):1329-1348. doi:10.1177/21925682251383167.

6. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., Deutsche Adipositas-Gesellschaft. S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas [Internet]. Berlin: AWMF; 2024 [cited 2026 Apr 24]. Available from: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/050-001

7. National Institute for Health and Care Excellence. Overweight and obesity management. NICE guideline NG246 [Internet]. London: NICE; 2025 [updated 2026 Jan 8; cited 2026 Apr 24]. Available from: www.nice.org.uk/guidance/ng246

8. O'Toole JE, Sasso RC, Harrop JS, Mariscal G, Chaput CD, Arnold PM, et al. Adverse impact of obesity on lumbar spine fusion, patient-reported outcomes and costs: a systematic review and meta-analysis. Spine (Phila Pa 1976). 2025;50(17):1208-1218. doi:10.1097/BRS.0000000000005395.

9. Dachverband Osteologie e.V. S3-Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr [Internet]. Berlin: AWMF; 2023 [cited 2026 Apr 24]. Available from: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/183-001

10. Pfeil A, Lange U. Update on the DVO Guideline 2023 "Prophylaxis, diagnosis and treatment of osteoporosis in postmenopausal women and in men aged over 50" - What's new for rheumatology? Z Rheumatol. 2024;83:401-406. doi:10.1007/s00393-024-01495-x.

11. Filley A, Baldwin A, Rechav Ben-Natan A, Hansen K, Arora A, Xiao A, et al. The influence of osteoporosis on mechanical complications in lumbar fusion surgery: a systematic review. N Am Spine Soc J. 2024;18:100327. doi:10.1016/j.xnsj.2024.100327.

12. Lechtholz-Zey EA, Gettleman BS, Ayad M, Mills ES, Shelby H, Ton A, et al. The effect of osteoporosis on complications and reoperation rates after surgical management of adult thoracolumbar spinal deformity: a systematic review and meta analysis. Global Spine J. 2024;14(8):2420-2439. doi:10.1177/21925682241250031.

13. Sardar ZM, Coury JR, Polly DW, Cheung KMC, Lewis SJ. Osteoporosis in adult patients undergoing spinal reconstructive surgery: associated complications and management. Global Spine J. 2025;15(3 Suppl):61S-74S. doi:10.1177/21925682241289899.