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Arbeitsmedizinische Vorsorge

Die Aufgaben des Betriebsarztes ergeben sich aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) in Verbindung mit der DGUV Vorschrift 2. Die Arbeitsmedizinische Vorsorge ist in der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) geregelt (siehe unten). Weitere Rechtsgrundlagen für Untersuchungen ergeben sich aus der Röntgenverordnung, der Strahlenschutzverordnung u.a.

Abhängig von der Gefährdung sind spätere Nachuntersuchungen durchzuführen, um eine Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes durch die berufliche Tätigkeit zu verhindern. Arbeitsmedizinische Vorsorgen sind somit ein Beitrag zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge.

ANGEBOTE

  • Regelmäßige allgemeine Arbeitsmedizinische Vorsorgen, Untersuchungen und spezielle Untersuchungen entsprechend gesetzlichen Vorgaben (z.B. Strahlenschutz; zum Umgang mit Bio- und Gefahrstoffen (und BG-Grundsätze).
  • Impfungen
  • Arbeitsplatzbegehungen mit den Sicherheitsfachkräften und Betriebsrat um Gefährdungen und Sicherheitsmängel am Arbeitsplatz zu erkennen und zu beheben; Beratungen am Arbeitsplatz.
  • Mitarbeiterberatungssprechstunden nach Vereinbarung: Hier kann in Ruhe über gesundheitliche oder psychosoziale Probleme gesprochen werden. Termine für ein persönliches Gespräch sind nach telefonischer Anmeldung kurzfristig möglich.
  • Hilfestellung bei der Wiedereingliederung bzw. individuellen Anpassung des Arbeitsplatzes nach längerer Krankheit oder bei Behinderung.

Funktionsdiagnostik

Funktionsdiagnostik
  • Sehteste werden für Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen, bei Überwachungstätigkeiten sowie für das Führen von Dienstfahrzeugen angeboten (ggf. auch Gesichtsfelduntersuchungen)
  • Hörteste werden angeboten für Mitarbeiter an lärmexponierten Arbeitsplätzen.
  • Lungenfunktsdiagnostik wird u. a. für atemschutztechnische Prävention durchgeführt (z.B. beim Tragen von FFP3-Masken).
  • EKG werden nach entsprechenden Vorgaben oder durch den Betriebsarzt veranlasst.
  • Terminvereinbarung

Befundmitteilungen und Atteste

Erhobene Befunde werden dem Mitarbeiter zur Verfügung gestellt.

Auswärtige Untersuchungsbefunde

Externe Befunde können nach Tätigkeitsprofil und Entscheidung des Arztes berücksichtigt werden.

Arten von Vorsorgen

Es gibt entsprechend der ArbMedVV Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorgen. Die Vorsorgen sind für der Arbeitnehmer kostenfrei und erfolgt in der Regel innerhalb Ihrer Arbeitszeit. Bei arbeitsmedizinischen Vorsorgen handelt es sich nicht um eine Eignungsuntersuchung.

Pflichtvorsorgen

Sollte eine Pflichtvorsorge (P) anlässlich einer besonders gefährdenden Tätigkeit notwendig sein, sollte diese vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen erfolgen; die Teilnahme an dieser ist verpflichtend.  (* s.u.)  Nach einer Einladung zu einer Pflichtvorsorge sollten Mitarbeiter zur Terminvereinbarung möglichst zeitnah mit dem BÄD Kontakt aufnehmen.

Unter diese Tätigkeiten fallen beispielsweise:

  • Feuchtarbeit: Tragen von Handschuhen > 4 Std. am Tag / häufige Händedesinfektion
  • Infektionsrisiko: Pflege, Untersuchung, Umgang von infektiösen/potentiell infektiösen Personen od. Tätigkeiten mit erhöhter Verletzungs- u. Infektionsgefahr (z.B. bei Stichverletzungen durch Hepatitis)

(*) Bitte beachten:
In Einladungsschreiben des Betriebsärztlichen Dienst (BÄD) sind Pflichtvorsorgen mit (P) gekennzeichnet. Sollten Beschäftigte nach zweimaliger Aufforderungen durch den BÄD zur Teilnahme an einer Pflichtvorsorge ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sein, so erhalten die/der Beschäftige und der Arbeitgeber eine Benachrichtigung darüber, dass an der arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge 'nicht teilgenommen' wurde. 

Angebotsvorsorgen

Bei im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit angebotenen Angebotsvorsorge (A) ist die Teilnahme an der Vorsorge freiwillig. Unter diese Tätigkeiten fallen beispielsweise:

Feuchtarbeit: über 2 Std./Tag  bis unter 4 Std. am Tag 
Bildschirmarbeit: Büroarbeitsplatz mit überwiegender Arbeit an einem Monitor

Wunschvorsorgen

Bei der Wunschvorsorge muss die Initiative vom Beschäftigten selbst ausgehen und diese im Kontext zu seinem Arbeitsplatz (Gefährdung am Arbeitsplatz) stehen.

Eignungsuntersuchungen

Eignungsuntersuchungen (Tauglichkeitsuntersuchungen) können aufgrund spezieller Rechtsvorschriften vor Durchführung einzelner Tätigkeiten erforderlich sein. Diese dienen der Beantwortung der Frage, ob die vorhandenen physischen und psychischen Fähigkeiten und Potenziale der Beschäftigten erwarten lassen, dass die während der Beschäftigung zu erledigenden Tätigkeiten von ihnen ausgeübt werden können. Gesetzliche Grundlagen sind hier am Beispiel für Feuerwehrleute z.B. körperliche Eignung nach dem DGUV Grundsatz G 26 „Atemschutzgeräte", G 31 „Überdruck“ die Druckluftverordnung oder G 41 bei Arbeiten mit Absturzgefahr)

Hiervon zu unterscheiden sind Eignungsuntersuchungen

  •   auf der Basis arbeitsrechtlicher Rechtsgrundlagen 
  •   und Einstellungsuntersuchungen