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MR–geführte Strahlentherapie mit dem MR Linac

Mit der Implementierung der MRT-geführten Strahlentherapie am neuen MR-Linac geht die Radioonkologie am Heidelberger Universitätsklinikum den Weg der Präzisionsstrahlentherapie konsequent weiter. Der MR-Linac kombiniert einen Linearbeschleuniger mit einem Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) und erweitert somit erheblich die Möglichkeiten der bildgeführten Strahlentherapie, da nun das Bestrahlungsziel während der Bestrahlung noch präziser und fokussierter verfolgt werden kann.  

Der Einsatz der MRT-geführten Bestrahlung bietet große Vorteile:

Die Magnetresonanztomographie (MRT) kommt ohne zusätzliche Strahlenbelastung des Patienten aus und kann daher problemlos mehrmals wiederholt werden. Während einer Behandlung können  täglich Bilddaten gewonnen werden.

So erfasst der MR-Linac beispielsweise die veränderte Lage eines Tumors oder eine bereits deutliche Schrumpfung des Krebsgeschwürs während der Therapie. Auf diese Weise können etwaige Nebenwirkungen der Strahlentherapie reduziert werden.  Außerdem lassen sich durch den besseren Weichgewebskontrast des MRT im Vergleich zu Röntgenbildgebung die Unterschiede zwischen Tumor und gesundem Gewebe besser abbilden.

MR-geführte adaptive Strahlentherapie

Auch Tumoren, welche sich in der Röntgenbildgebung nur schlecht oder gar nicht vom umliegenden Gewebe abgrenzen lassen und deren Lage bislang nur anhand der knöchernen Strukturen bestimmt wurde, können nun während der gesamten Therapie mit dem MR-Linac in Bestrahlungsposition beobachtet werden. Schließlich lässt sich auch die Atembewegung durch kontinuierliche MR-Bildgebung während der Bestrahlung nachverfolgen und die Bestrahlung dahingehend anpassen. Die Einführung der MR-geführten Strahlentherapie stellt daher konsequent den nächsten Schritt hin zur individuell für jeden Patienten optimal angepassten Strahlentherapie dar. 

Der MR-Linac wurde durch das interdisziplinäre Heidelberger MRgRT-Konsortium, einer Kooperation Von Ärzten und Wissenschaftlern  des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ),  im Rahmen einer  kompetitiven Ausschreibung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. 

Um das enorme Potenzial dieser neuen Technologie optimal für unsere Patienten einsetzen zu können, laufen am Heidelberger Campus zahlreiche Forschungs– und Entwicklungsprojekte, die darauf ausgerichtet sind, die in Echtzeit adaptierte Strahlentherapie in die klinische Anwendung zu bringen.