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Forensische Medizin und Bildgebung

Derzeitige Forschungsschwerpunkte und Projekte im Bereich Forensische Medizin und Bildgebung:

Im Rahmen einer anonymen Fragebogenstudie sollen aktuelle Daten zur Häufigkeit und Schwere von partnerschaftlicher Gewalt an Männern sowohl generell als auch in Hinsicht auf die durch die Corona-Pandemie erhöhte Stresssituation im häuslichen Bereich erhoben werden. Auch soll untersucht werden, wie Betroffene partnerschaftlicher Gewalt mit dem Erlebnis umgegangen sind und ob diese sich zum Beispiel bei Freunden/Vertrauten oder bei einer Organisation Hilfe gesucht haben. Der Fragebogen steht in insgesamt 12 Sprachen zur Verfügung und wird voraussichtlich bis Ende Dezember zur Datenerfassung geöffnet sein. Die Studie wird mit freundlicher Unterstützung von fairmann® durchgeführt, für die wir uns herzlich bedanken.

Der folgende Link führt zur Studie: https://www.soscisurvey.de/Haeuslichegewalt_Maenner/

Ansprechpartner: Aysche Landmann

Das Epigenom eines Menschen verändert sich im Laufe des Lebens abhängig vom Lebensstil. Epigenetische Modifikationen, wie die DNS-Methylierung oder die Modifikation der Histone, sind keine Änderungen an der DNS-Sequenz selbst, sondern die Zugänglichkeit der DNS- und Chromatin-Struktur ändert sich. Da hierdurch die Genexpression reguliert wird, ist ein Zusammenhang mit der Entwicklung von altersbedingten Erkrankungen, wie z.B. neurodegenerative Erkrankungen, Substanzabhängigkeiten und Neurotizismus, zu vermuten. Neurodegenerative Erkrankungen sind jeweils spezifisch für den Menschen und haben bis auf wenige Ausnahmen keine Entsprechung in der Tierwelt. Hierdurch können Tiermodelle kaum für verlässliche Aussagen herangezogen werden. Die komplexen Zusammenhänge zwischen epigenetischen Strukturen des Alterns und altersbedingte Erkrankungen wurde in der letzten Dekade vielfältig untersucht, wobei das exakte Verständnis allerdings immer noch unzureichend ist. In vielen epigenetischen Studien im Bereich der Erforschung neuronaler Erkrankungen wurde die globale DNS-Methylierung in spezifischen, von der Krankheit betroffenen Hirnregionen oder bei spezifische Genkandidaten untersucht, die vorher in Assoziationstudien mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wurden. Eine breitere Untersuchung von verschiedenen Hirnarealen ist bisher nur in wenigen Studien beschrieben worden, zumeist mit sehr geringen Fallzahlen und ohne Unterscheidung von verschiedenen Zelltypen.

Aktuelles Projekt in Kollaboration mit dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL):

Untersuchung von DNS-Methylierungsgraden und Chromatinzugänglichkeit in spezifischen Gehirnregionen bei neurodegenerativen Erkrankungen

Ansprechpartner: Yasmeen Taalab

Das Ziel des Projektes ARMED ist mithilfe der Telemedizin Möglichkeiten für eine zeitnahe Untersuchung von Opfern von Misshandlung und Missbrauch auch in derzeit unterversorgten Regionen zu schaffen. Dazu gehören eine fachgerechte und vollständige Befunderhebung, Dokumentation und Spurensicherung. Die Telemedizin ermöglicht hierbei jederzeit Experten der Rechtsmedizin einzubeziehen und macht somit forensisches Fachwissen verfügbar, wo keine ausreichende Versorgung durch rechtsmedizinische Institute oder entsprechende Fachärzte und -ärztinnen für Rechtsmedizin vorhanden ist. Die Zusammenarbeit soll Ärzte und Ärztinnen in diesem sehr schwierigen Thema entlasten, sowie für eine verbesserte Befund- und Beweissicherung sorgen. Somit soll die Chance auf die entsprechenden medizinischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen in Fällen von Gewalt und Missbrauch steigen.

Durch die Einrichtung von Versuchsstandorten schafft ARMED Raum zu lernen, um letztlich die telemedizinischen Verfahren auch auf andere Anwendungsbereiche zu übertragen.

Ansprechpartner: Andreas Schroff


Beendete Projekte im Bereich Forensische Medizin:

Das von der EU kofinanzierte Projekt „Rights of Victims of Survived Bodily Harm and Improved Access to Clinical Forensic Examinations” (RiVi) zielte darauf ab, die forensische Versorgung von Gewaltopfern – unabhängig von einer Anzeige der Tat bei der Polizei - zu verbessern. Im Rahmen des Projektes ist am Institut für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin ein Lehrfilm entstanden, der als „Online Training“ unter folgendem Link zur Verfügung steht: https://www.youtube.com/watch?v=XWf9ihZ5xFk. Des Weiteren sollte die Vernetzung bestehender Strukturen, wie etwa des Jugendamts, der Polizei und der Justiz verbessert, offene Bedarfe in der Zusammenarbeit adressiert und mögliche Lösungsansätze diskutiert werden.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://bim.lbg.ac.at/en/rivi

Ansprechpartner: Aysche Landmann

Das von der EU kofinanzierte Projekt „Personal Guidance Service for Female Victims of Domestic Violence in Crisis Phase“ (Guide4You) sollte die in Heidelberg bestehenden Beratungsstrukturen für Betroffene von Gewalt verbessern. Das Projekt richtete sich an Frauen aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Mithilfe eines anonymen Online-Fragebogens sollten Erfahrungen, aber auch Wünsche und Bedürfnisse von betroffenen Frauen in Hinsicht auf das Hilfesystem erfasst werden. Der Fragebogen stand in mehreren Sprachen zur Verfügung: https://www.heidelberg.de/hd/HD/Rathaus/fragebogen.html. Im Rahmen von Guide4You wurde im Mai 2020 ein Lotsenservice eingerichtet. Hierbei stand den von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen eine Ansprechpartnerin zur Verfügung und unterstützte diese individuell bei der Auswahl des für sie optimalen Hilfeangebots, wie z.B. der kostenfreien Dokumentation von Verletzungen und der Sicherung von Spuren in der Gewaltambulanz des Instituts für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin Heidelberg. 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

https://www.heidelberg.de/hd/HD/Rathaus/guide4you.html

Ansprechpartner: Aysche Landmann