Klimaschutz in Kliniken… Das Projekt Treibhausgas-Rechner…

Treibhausgas-Rechner für Krankenhäuser

Treibhausgas-Emissionen von Gesundheitseinrichtungen mit dem KliMeG-Rechner bestimmen

Mit dem KliMeG-Rechner (https://klimeg.de/rechner-co2-bilanzierung/) können Treibhausgas-Emissionen von Gesundheitseinrichtungen kostenlos und einfach berechnet werden. Der Treibhausgas-Rechner bietet detaillierte Einblicke in verschiedene Bereiche und hilft, Klimaschutzpotentiale zu identifizieren. Der Rechner wird über das ‚Kompetenzzentrum für klimaresiliente Medizin und Gesundheitseinrichtungen‘ (KliMeG) bereitgestellt, welches von der ‚Allianz Klimawandel und Gesundheit‘ (KLUG e.V.) gegründet wurde.

Der KliMeG-Rechner ist das Ergebnis der Kooperation zwischen KliOL und CAFOGES (https://www.uniklinik-freiburg.de/allgemeinmedizin/cafoges.html). Nachdem in den beiden wissenschaftlichen Projekten zunächst parallel an der Erstellung eines Treibhausgas-Rechners für Gesundheitseinrichtungen gearbeitet wurde, haben die Projekte Synergien geschaffen und beschlossen, für KliMeG ein gemeinsames Tool zu erstellen, welches „das Besten aus zwei Welten vereint“.

Dieser fusionierte Rechner bietet die Möglichkeit über die anwender:innen-freundliche Plattform ecocockpit (www.ecocockpit.de) eine Treibhausgasbilanz entsprechend des Greenhouse Gas Protocols zu erstellen, die auch vor- und nachgelagerte Emissionsquellen berücksichtigt. Ein begleitendes Handbuch unterstützt die Bilanzerstellung auf ecocockpit und erläutert den methodischen Hintergrund. In einigen Bereichen sind individuelle Rechenschritte nötig, die unterstützt durch ein Hilfsexcel durchgeführt werden können.

Seit Juni 2024 liegt die Version 2.0 des KliMeG-Rechners vor. Diese ermöglicht eine noch umfangreichere, genauere und einfachere Bilanzierung. 

Der KliMeG-Rechner besteht aus drei Komponenten: dem Handbuch, einem Online-Tool und einer Hilfs-Excel.

 

Hintergrund

Mit dem Treibhausgasrechner werden die Emissions-Kategorien nach dem Greenhouse Gas Protocol bilanziert. Dabei wird unterschieden nach Scope 1 (Emissionen aus Quellen im Besitz des Unternehmens wie Heizkessel und Fuhrpark), Scope 2 (Emissionen aus der Nutzung eingekaufter Energie wie Strom, Wärme und Kühlung) und Scope 3 Emissionen aus Aktivitäten, die nicht direkt zum Unternehmen gehören, wie der  Kauf von Produkten oder Dienstleistungen, Pendeln der Mitarbeitenden und Abfallmanagement).

Quelle: EnergieAgentur NRW

Details zu den Berechnungen sind der Präsentation zu entnehmen. Die für das Jahr 2022 berechneten THG-Emissionen von ca. 230.000 t CO2-eq/a entsprechen ca. 17 t CO2-eq/a pro Mitarbeiter/in. Es dominieren die Emissionen der Lieferketten (Scope 3) mit 71 %. Medikamente und Medizinprodukte sind zusammen für ca. 50 % der Scope 3-Emissionen verantwortlich, hier bestehen große Minderungspotenziale.

Transporte von Mitarbeitenden und Patient:innen sowie Geschäftsreisen verursachen ca. 17% der THG-Emissionen in Scope 3. Die Speiseversorgung der Patient:innen sowie die Mahlzeiten der Mitarbeitenden während der Arbeitszeit verursachen ca. 2% der THG-Emissionen in Scope 3. Die Daten in einigen Kategorien sind mit großen Unsicherheiten behaftet (vorrangig die, die durch einen Top-Down-Ansatz berechnet wurden, z.B. Medikamenten und Medizinprodukten).

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