Klinische Studien in der Ionentherapie

Im Vergleich zu Photonenstrahlen (Röntgenstrahlen), die in der konventionellen Strahlentherapie eingesetzt werden, zeichnet sich Ionenstrahlung durch einzigartige physikalische Eigenschaften aus. Diese werden genutzt, um die Bestrahlungsdosis präzise auf den Tumor zu fokussieren und umgebendes gesundes Gewebe maximal zu schonen. Das ist möglich, weil Ionenstrahlen beim Eindringen in den Patienten zunächst sehr wenig Dosis abgeben, und es erst tief im Gewebe, im Tumor selbst, zu einer hohen lokalen Dosisabgabe kommt. Schwerionen, wie z.B. Kohlenstoffionen, sind darüber hinaus bei bestimmten Tumorarten biologisch wirksamer. Näheres über die physikalische und biologische Wirkungsweise ist im Kapitel Opens internal link in current windowIonenstrahlung erklärt.

Für eine Reihe von Tumorarten konnte bereits eine Überlegenheit der Partikeltherapie gezeigt werden, wie zum Beispiel für Speichedrüsentumore, oder spezielle Tumore an der Schädelbasis, wie Chordome und Chondrosakome. In klinischen Studien lag die lokale Tumorkontrollrate nach fünf Jahren bei Chordomen bei 70%. Nach vier Jahren lag sie bei adenoidcystischen Tumoren der Speicheldrüse bei 77,5% und bei Chondrosarkomen bei 89,8%. Bei diesen Tumoren werden Studien zur weiteren Optimierung der Behandlung durchgeführt.

Für verschiedene andere Erkrankungen wird die Ionentherapie in klinischen Therapiestudien der Phasen I-III untersucht, z.B. für:

  • Hirntumore
  • Hals-Nasen-Ohrentumore
  • Prostatatumore
  • Knochentumore
  • Lebertumore

In Zukunft werden weitere Tumore hinzukommen. Unsere Homepage wird Sie hierzu aktuell informieren.

 

Für die Teilnahme an einer klinischen Studie müssen für jeden einzelnen Patienten bestimmte Ein- und Ausschlusskriterien geprüft werden. Dafür stehen Ihnen unsere spezialisierten Ambulanzen mit Ihren Ansprechpartnern zur Verfügung (Opens internal link in current windowInformationen zur Terminvereinbarung).

Koordinationszentrum Heidelberg

Die Opens external link in new windowDeutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO), Berlin, hat die Opens external link in new windowKlinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Uni-Klinik Heidelberg beauftragt, in Abstimmung mit dem Opens external link in new windowDeutschen Krebsforschungszentrum (dkfz), Heidelberg, als Koordinationszentrum für klinische Studien zu wirken und alle zukünftig in Deutschland an der Protonentherapie interessierten Zentren einzubinden. Hier werden außerdem europaweit die klinischen Studien zur Schwerionentherapie koordiniert.

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