Exenteration
Chirurgische Behandlung bei wiederkehrenden gynäkologischen Tumorerkrankungen
Ein hochkomplexes Operationsverfahren bei lokal begrenztem Tumorrückfall
Die Exenteration ist ein großer, aber in ausgewählten Fällen potenziell heilender chirurgischer Eingriff, der bei wiederkehrenden (rezidivierenden) gynäkologischen Tumorerkrankungen durchgeführt wird. Dabei werden alle Tumoranteile im kleinen Becken entfernt, wenn die Erkrankung nach einer abgeschlossenen Vorbehandlung – etwa nach Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie – erneut aufgetreten ist und durch andere Therapieverfahren nicht mehr sicher beherrscht werden kann.
Beim Gebärmutterhalskrebs wird dieser Eingriff ausschließlich bei einem lokalen Beckenrezidiv ohne Fernmetastasen durchgeführt, also dann, wenn die Erkrankung auf das kleine Becken begrenzt ist und eine heilende Operation möglich erscheint. Auch beim Vulvakarzinom kann die Exenteration in ausgewählten Fällen eine therapeutische Option darstellen.
Bei primär fortgeschrittenen Tumorstadien erfolgt hingegen eine kombinierte Radiochemotherapie, nicht jedoch eine primäre Exenteration. Das Ziel des Eingriffs ist die vollständige Entfernung des Tumors und damit die Chance auf langfristige Tumorfreiheit oder Heilung, selbst in komplexen onkologischen Situationen.
Exenteration an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg
An der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg werden Exenterationen unter der Leitung des ärztlichen Direktors Prof. Oliver Zivanovic durchgeführt, der zuvor über 15 Jahre am Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) in New York tätig war. Diese internationale Erfahrung spiegelt sich in der hohen chirurgischen Expertise und in den etablierten Behandlungsstandards wider.
Eine Exenteration wird nur nach sehr strenger Indikationsstellung vorgenommen – nach ausführlicher interdisziplinärer Diskussion in der Tumorkonferenz, unter Berücksichtigung der Tumorausdehnung, der allgemeinen körperlichen Situation und der individuellen Therapieziele der Patientin.
Rekonstruktion und Wiederherstellung der Lebensqualität
Nach Entfernung der befallenen Organe ist häufig eine rekonstruktive Operation erforderlich, um Körperfunktionen bestmöglich wiederherzustellen. Dies kann zum Beispiel die Anlage einer Harnableitung oder einer künstlichen Darmöffnung (Stoma) beinhalten. An der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg wird besonderer Wert auf eine funktionelle Wiederherstellung und die Wahrung der Lebensqualität gelegt.
Nach der Operation werden die Patientinnen durch ein erfahrenes Team aus Ärztinnen, Ärzten, Pflegekräften, Stomatherapeutinnen und Physiotherapeutinnen betreut.
Sicherheit, Erfahrung und Empathie
Die Exenteration zählt zu den anspruchsvollsten Eingriffen in der gynäkologischen Onkologie. An der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg profitieren Patientinnen von einer außergewöhnlich hohen operativen Erfahrung, einem international anerkannten Team und einer medizinischen Betreuung auf universitärem Spitzenniveau – mit dem Ziel, onkologische Heilung und Lebensqualität zu vereinen.
Ihr Weg zu uns
Sie haben Interesse an einer Behandlung oder Zweitmeinung bei uns? Unser Team der gynäkologischen Onkologie nimmt sich Zeit für Sie, berät umfassend und erörtert gemeinsam mit Ihnen Ihre individuellen Behandlungsoptionen.
Terminanfrage
Sprechstunde Zentrum für gynäkologische Krebserkrankungen:
06221 56-7934
E-Mail:
Termine.FRAU(at)med.uni-heidelberg.de