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DELPHI Studie

De-escalation of adjuvant radio(chemo)therapy in patients with HPV-positive head and neck squamous-cell carcinoma - a clinical phase-I study with the objective to reduce late toxicity.

Zusammenfassung

Die Studie ist eine zweiarmige, multizentrische, nicht-randomisierte Phase-I De-Eskalationsstudie deren Durchführung an insgesamt zehn Studienzentren (Dresden, Heidelberg, Berlin, Essen, Frankfurt, Freiburg, Mainz, TU München, LMU München, Tübingen) erfolgt. 

Bei operablen, lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereiches ist die etablierte Standardtherapie eine Operation mit anschließender adjuvanter Radio(chemo)therapie. Hierbei werden erhebliche höhergradige Nebenwirkungen beobachtet. Die Subgruppe der Patienten mit HPV-assoziierten Oropharynxkarzinomen zeigt ein signifikant besseres Ansprechen auf eine Radiochemotherapie. Es erscheint sinnvoll, für dieses Patientenkollektiv eine reduzierte Bestrahlungsdosis zu eruieren mit dem Ziel die chronische Toxizität zu vermindern ohne die lokoregionäre Tumorkontrolle zu kompromittieren.

Primäres Ziel dieser Studie ist der Nachweis der Sicherheit einer dosisreduzierten postoperativen Radiochemotherapie bei Patienten mit HPV-positiven Oropharynxkarzinomen. Patienten mit gesicherter HPV-Assoziation werden im Interventionsarm mit reduzierter Bestrahlungsdosis behandelt. Patienten ohne HPV-Assoziation erhalten eine Radio(chemo)therapie entsprechend des klinischen Standards. Je nach zugrunde liegendem Risikoprofil (high-risk vs. intermediate-risk), werden unterschiedliche Bestrahlungsdosen verwendet. Primärer Endpunkt ist die Rate an lokoregionären Rezidiven nach zwei Jahren Nachbeobachtung. Das Gesamtüberleben fünf Jahre nach Therapie, Akut- und Spättoxizität sowie Quality-of-Life sind sekundäre Endpunkte.

Wichtigste Einschlusskriterien

  • Zustand nach operativer Entfernung eines Plattenepithelkarzinoms des Oropharynx und adäquater Lymphknotendissektion
  • Indikationsstellung zur adjuvanten Strahlentherapie oder Radiochemotherapie im interdisziplinären Tumorboard
  • Guter Allgemeinzustand (ECOG-Status 0 oder 1)
  • Alter ≥ 18 Jahre

Zusätzliche Einschlusskriterien Arm „intermediate risk“:

  • pT3 und R0 und/oder
  • Histologisch gesicherter LK Befall (n=1-3) und keine extrakapsuläre Extension der LK-Metastase

Zusätzliche Einschlusskriterien Arm „high risk“:

  • Residueller Tumor (R1-Status) und/oder
  • pT4-Status und/oder
  • Mehr als 3 befallene Lymphknoten und/oder
  • Extrakapsuläre Extension von mindestens einer LK-Metastase

Wichtigste Ausschlusskriterien

  • Radiologisch vermutete oder histologisch gesicherte Fernmetastasierung
  • Bösartige Tumorerkrankung in den letzten fünf Jahren vor Studienbeginn
  • Vorbestrahlung mit Gefahr der Dosisüberschneidung
  • Schwangerschaft/Stillzeit
  • Makroskopisch sichtbarer Resttumor nach erfolgter Operation (R2-Resektion)