zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
Institut für Medizinische Psychologie
Zentrum für Psychosoziale Medizin

Soziale Neuroendokrinologie: Neurobiologie und Biopsychologie von Partnerschaft und Gesundheit

Initiates file download

Unser Forschungsschwerpunkt liegt hier auf dem Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen, besonders Paarbeziehungen, und der psychischen und körperlichen Gesundheit.

Auf der einen Seite stellen wir die Frage, inwiefern Hormone (z.B. Oxytocin oder Sexualhormone wie Östrogen oder Progesteron) das Paarverhalten beeinflussen. Beispielsweise kann dieser Einfluss sowohl durch die experimentelle Verabreichung von synthetischen Hormonen, als auch durch die Analyse von variierenden endogenen Hormonspiegeln untersucht werden.

Auf der anderen Seite interessiert uns, inwiefern das Verhalten in Partnerschaften biologische Parameter (z.B. Corticosteroide, Sexualhormone, epigenetische Veränderungen, neurophysiologische Marker) und das subjektive Empfinden in gesunden und Patientenpopulationen beeinflusst.

Wir möchten ein tieferes Verständnis dieser Prozesse erlangen und dies sowohl in klinischen Interventionen als auch in der Gesundheitsförderung anwendbar machen.

Neuronale Grundlagen der Paarinteraktion*

Es wird die neurophysiologische Reaktion beider Interaktionspartner während einer instruierten, emotionalen, dyadischen Interaktion untersucht, mit Fokus insbesondere auf der Synchronisierung physiologischer Prozesse und dem Zusammenhang mit der Charakteristiken der Paarbeziehung

Laufzeit:seit Januar 2015
Leitung:Opens internal link in current windowBeate Ditzen
Ansprechpartner:Monika Eckstein
*in Kooperation mit dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim.

Psychobiologische Marker und reales Interaktionsverhalten bei Depression: CBCT-Studie

(Mechanismus und Interventionsforschung Major Depression)
Affektive Störungen – darunter vornehmlich die Major Depression – zählen zu den am weitesten verbreiteten psychischen Störungen weltweit und weisen damit eine besondere gesundheitspolitische Relevanz auf. Im vorliegenden Projekt stehen Wahrnehmungsprozesse und Interaktionskompetenzen während realer sozialer Interaktionen im Bereich der klinischen Diagnostik, Therapie- und Evaluationsforschung bei Depressionen im Vordergrund. Es wurde bereits nachgewiesen, dass v.a. chronisch depressive Patienten eine reduzierte Empathie- oder Mitgefühlsfähigkeit aufweisen, weniger in der Lage zu kognitiver Perspektivenübernahme sind und einen starken Fokus auf sich selbst zeigen. Neurobiologische Ergebnisse weisen bei Depressiven auf veränderte Stresshormon-, Stressphysiologie- und Immunwerte sowie eine geringere zentralnervöse Aktivierung der Belohnungsnetzwerke während der Verarbeitung sozialer Stimuli hin.
Im Rahmen der Kombination bereits etablierter methodischer Ansätze und methodischer Neuerungen soll eine klinische Stichprobe von depressiven Patienten und ihren Partnern mit gesunden Kontrollpaaren im Querschnitt auf Unterschiede während einer instruierten, positiven sozialen Interaktion (PSI) untersucht werden. Konkret handelt es sich beim vorliegenden Projekt um einen zweigeteilten Prozess: (1) Im Kontrollgruppendesign werden während realer positiv-instruierter Interaktionssequenzen im Labor die Zusammenhänge zwischen aufmerksamkeitsbezogenen Verarbeitungsprozessen über die Echtzeit-Dokumentation der Augenbewegungen (sog. Eyetracking) bei Patienten mit Depressionen und ihren Lebenspartnern auf mögliche Defizite in der sozialen Interaktions- und Kommunikationskompetenz im Vergleich zu gesunden Kontrollpaaren untersucht und mittels Stressbiometrie charakterisiert. Das Ziel hierbei ist es, mögliche biopsychologische Vermittler wie etwa hormonelle, immunologische und peripherphysiologische Parameter zu explorieren (Case-Control Studie).
(2) Die depressiven Paare werden anschließend mittels einer longitudinalen Interventionsstudie innerhalb eines Kontrollgruppendesigns randomisiert und nehmen an einem zehnwöchigen Mitgefühlstraining (Cognitively Based Compassion-Training / CBC-Training, ein Programm der Emory University, Atlanta, GA, USA) teil, welches um paartherapeutische Aspekte systemischer, kognitiv-verhaltenstherapeutischer und interpersoneller Ansätze ergänzt wurde. Die Effekte dieses Trainings auf das positive Interaktionsverhalten der Paare sowie auf Maße der Stressbiometrie sollen hierbei mittels biopsychologischer Erhebungsmethoden evaluiert werden. Dazu zählen unter anderem Eye-Tracking, hormonelle, immunologische und peripherphysiologische Parameter, videobasierte Interaktionsanalysen sowie Selbst- und Fremdeinschätzungen. Die Effektivität des CBC-Trainings soll anhand der in (1) charakterisierten Stressbiometrie systematisch verglichen und die intraindividuelle Veränderung im Zeitverlauf und im Vergleich zur Kontrollgruppe der TAU-Bedingung ausgewertet werden.
Die Ergebnisse dieser Studie dienen dazu, die Effektivität einer mitgefühlsbasierten Gruppenintervention für Paare nachzuweisen. Es soll überprüft werden, ob eine feste Verankerung eines zusätzlichen gruppentherapeutisches Interventionsangebots bei der Behandlung von Depressionen aufgrund einer positiven Beeinflussung positiver, sozialer Interaktionskompetenzen gesundheitsförderlich ist.


Laufzeit:seit Januar 2016
Leitung:Corina Aguilar-Raab, Marc Jarczok und Beate Ditzen
Ansprechpartner:Opens internal link in current windowCorina Aguilar-Raab, Marc Jarczok und Opens internal link in current windowJudith Frisch
Studentische Mitarbeiter:Alin Kircher, Lena Würth, Stefanie Rahn
Select languageSelect language
Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen

Adresse und Anreise

Institut für Medizinische Psychologie
Bergheimer Straße 20
69115 Heidelberg
Opens internal link in current window zur Anfahrtsbeschreibung