Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung

Projekte

aktuell
AOK-Familienglück Plus (2021 - 2027) zur Individualprävention und Ressourcenstärkung in der Schwangerschaft sowie zur Optimierung der Aufklärung in der gynäkologischen Versorgung
Förderung:AOK Baden-Württemberg
Projektleitung:PD Dr. Manuela Bombana
Projektmitarbeitende:Nicola Litke, M.Sc., Mareike Krämer, Laura Wohlhüter, Katja Nisius
Studienprotokoll:trialsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13063-024-08215-5
Zielsetzung und Methoden

Das Vorhaben „AOK-Familienglück Plus“ hat als Ziel, eine Beratungsintervention für Schwangere und Frauen in der Familienplanungsphase zu entwickeln, die 

  • relevante Informationen bzgl. lebensstilbedingter Risiken in der Schwangerschaft vermittelt (Ressourcenstärkung) und zur Reduzierung lebensstilbedingter Schwangerschaftskomplikationen sowie prä- und postnataler Morbidität und Mortalität beiträgt,
  • die Versorgung der Kundinnen und Kunden der AOK Baden-Württemberg in der Familienplanungsphase und die optimale gesundheitliche Entwicklung von Embryo und Fetus in den Mittelpunkt stellt,
  • innovative primär- und sekundärpräventive Versorgungsstrukturen für Kundinnen und Kunden der AOK Baden-Württemberg in der Familienplanungsphase sichtbar und erlebbar macht,
  • und einen präventionsorientierten Versorgungsansatz stärkt.

Nach der Entwicklung der Beratungsintervention soll untersucht werden,

  • in welchem Maße die Gesundheitskompetenz der Teilnehmenden steigt und die lebensstilbedingten Risiken sinken
  • welches Beratungssetting (digital oder analog) aus Kundensicht am besten angenommen wird.
  • welche Barrieren und Förderfaktoren die Implementierung der Beratung beeinflussen.

Zu diesem Zweck soll die Beratungsintervention in digitaler sowie in analoger Form (in den AOK-Gesundheitszentren im Rahmen des Konzepts „AOK-Familienglück“ angeboten werden. Dazu werden die Studienteilnehmer*innen den vorab randomisierten AOK-Bezirksdirektionen zugeteilt. Die Randomisierung erfolgt in eine von drei Studienarmen (1. Analoge Beratung, 2. Digitale Beratung, 3. Warte-Kontroll-Gruppe).

Über eine Implementierung des Beratungsformates in alle AOK-Gesundheitszentren soll nach Vorliegen der Evaluationsergebnisse entschieden werden. 

Ergebnisse

werden ab 2025 erwartet.

Wichtige Veröffentlichungen

Krämer M, Wohlhüter L, Hermeling L, Koetsenruijter J, Kamradt M, Wensing M, Bombana M. A counselling intervention for individual strategies to prevent complications and strengthen resources during pregnancy in gynaecological care (AOK-Family +): study protocol for a cluster-randomised controlled trial. Trials. 2024 Jun 18;25(1):393. doi: 10.1186/s13063-024-08215-5. 
→ Links: PMID: 38890726; PMCID: PMC11186123; BMC.

BD-LC-PS (2025 - 2028) Behandlungsverläufe und Determinanten bei Long COVID und anderen postviralen Symptomkomplexen
Förderkennzeichen:01VSF24044
Konsortialführung:Dr. Thomas Grobe, aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, Gesundheitsberichtserstattung und Biometrie, 37073 Göttingen
Projektleitung:Prof. Dr. Attila Altiner (Ärztlicher Direktor)
Projektmitarbeitende:Prof. Dr. sc. hum. Gunter Laux, Lena Krämer, Dr. med. Sandra Stengel (Ansprechperson)
Studienprotokoll:https://www.drks.de/search/de/trial/DRKS00039327/details
https://www.drks.de/search/de/trial/DRKS00037726/details
Zielsetzung und Methoden

Im Rahmen des Projekts BD-LC-PS werden auf Basis von Routinedaten und Befragungen von Betroffenen der BARMER unterschiedliche Schweregrade, Erkrankungsverläufe und die Häufigkeit von Long COVID und anderen postviralen Symptomkomplexen charakterisiert. Zudem werden Risiko- und Einflussfaktoren für unterschiedliche Verlaufsformen identifiziert und ein klinisch praktikables Instrument zur Abschätzung von Erkrankungsprognosen entwickelt. Darüber hinaus wird die zukünftige Entwicklung der Häufigkeit von Long COVID abgeschätzt und geprüft, ob eine Differenzierung der Long-COVID-Diagnosen nach Schweregraden als Erweiterung der ICD-10-Klassifikation sinnvoll ist. Ergänzend wird die Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS; ICD-10: G93.3) anhand historischer Daten vergleichend untersucht. Die Perspektiven und das Feedback von Long COVID- und ME/CFS-Betroffenen werden mithilfe eines Betroffenenbeirats in das Projekt integriert.

Das Forschungsprojekt basiert auf dem Design einer längsschnittlichen Beobachtungsstudie. Grundlage der Analysen sind sektorenübergreifende Routinedaten aus dem wissenschaftlichen Data Warehouse (W-DWH) der BARMER. Die Datengrundlage umfasst Informationen zur gesundheitlichen Versorgung von mehr als acht Millionen Versicherten und ermöglicht bevölkerungsbezogene Analysen. Ergänzt werden die Routinedaten durch eine querschnittliche Befragung von 20.000 Versicherten mit Long-COVID- und ME/CFS-Diagnose. Auf dieser Grundlage werden Schweregrade, Krankheitsverläufe und die Häufigkeit von Long COVID und ME/CFS beschrieben sowie Risiko- und Einflussfaktoren untersucht. Darüber hinaus wird ein Prognoseinstrument zur Abschätzung schwerer Krankheitsverläufe entwickelt und Projektionen zur zukünftigen Krankheitslast erstellt. Prävalenzschätzungen werden anhand der Bevölkerungsstruktur Deutschlands standardisiert und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Die Verknüpfung von Routinedaten und Befragungsergebnissen ermöglicht eine differenzierte Einordnung von Schweregraden und Krankheitsverläufen sowie belastbare bevölkerungsbezogene Aussagen zur Häufigkeit und Ausprägung der Erkrankungen.

BD-LC-PS – Behandlungsverläufe und Determinanten bei Long COVID und anderen postviralen Symptomkomplexen - G-BA Innovationsfonds

Ergebnisse

werden ab 2028 erwartet.

Wichtige Veröffentlichungen

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CONFIDENCE (2026 - 2028) Primärversorgungsbasiertes gestuftes sektorenverbindendes Versorgungskonzept für Menschen mit postakuten Infektionssyndromen
Förderkennzeichen:01NVF24307
Konsortialführung:Prof. Dr. Attila Altiner (Ärztlicher Direktor)
Projektleitung:Prof. Dr. Attila Altiner, Dr. med. Sandra Stengel (Ansprechperson)
Projektmitarbeitende:

Das Projekt wird in Kooperation mit den Universitätsklinika Freiburg, Tübingen und Ulm, sowie dem aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH., der AOK Baden-Württemberg und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg durchgeführt. 

Projektmitarbeitende der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg sind: Annika Baldauf, Elena Biehler (M. Sc.), Thomas Fleischhauer (M. Sc.), Marjanne Lauterborn, Dr. sc. hum. Regina Poß-Doering, Kathrin Sesterheim (M.Sc.), Rahel Weber (M.Sc.), Prof. Dr. Michel Wensing

Studienprotokoll:https://www.drks.de/search/de/trial/DRKS00040736/details
Zielsetzung und Methoden

CONFIDENCE ist eine cluster-randomisierte, zweiarmige Studie, welche ein gestuftes, primärärztlich basiertes, sektorenverbindendes Versorgungskonzept für Menschen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) implementiert und evaluiert. Das Versorgungskonzept orientiert sich an den Inhalten der Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Im Zentrum steht dabei die Versorgung PAIS-Betroffener durch ihre Hausärzt:innen in Zusammenarbeit mit spezialisierten PAIS-Ambulanzen und weiteren Gesundheitsberufen, wie beispielsweise Ergo-, Physio- und Psychotherapeut:innen. 

Die komplexe Intervention umfasst vier Komponenten: (I) ein Schulungsangebot für Patient:innen zur Förderung krankheitsspezifischer Gesundheitskompetenz, (II) Fortbildungen für Behandelnde, (III) die telemedizinische Vernetzung von Hausarztpraxen, Therapieberufen und Spezialambulanzen sowie (IV) optimierte Versorgungspfade.

Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit der komplexen Intervention (II–IV) zusätzlich zur Regelversorgung und dem patientenbezogenen Schulungsangebot (I) zu evaluieren. Die Studie wird in 253 Hausarztpraxen in Baden-Württemberg mit insgesamt 633 Patient:innen durchgeführt. Studienbegleitend erfolgen eine Prozess- und gesundheitsökonomische Evaluation sowie Analysen von Routinedaten.

CONFIDENCE wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert (Förderkennzeichen 01NVF24307).

CONFIDENCE – Primärversorgungsbasiertes gestuftes sektorenverbindendes Versorgungskonzept für Menschen mit postakuten Infektionssyndromen - G-BA Innovationsfonds

Ergebnisse

werden ab 2028 erwartet.

Wichtige Veröffentlichungen

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CPW – Cancer Prevention at Work (2023 – 2027)
Förderung:CPW is funded under the EU grant agreement No. 101104716
Projektleitung:Prof. Dr. Michel Wensing
Projektmitarbeitende:Catharina Roth GKP, B.Sc., MPH
Zielsetzung und Methoden

The Cancer Prevention at Work (CPW) project is a Horizon Europe Mission Cancer action, researching the cost effectiveness and social acceptance of incorporating prevention of cancers associated with Helicobacter pylori, Hepatitis C virus and Human Papillomavirus into ongoing primary occupational health surveillance programmes.
 

  • Pilot studies: Conduct a series of pilot studies in four European countries (Spain, Romania, Italy, Slovakia) for assessing the effectiveness of incorporating primary prevention interventions related to three major carcinogenic infections into existing occupational surveillance programs. 

  • Identification of implementation barriers and facilitators: Identify socio-cultural and behavioural barriers, bottlenecks and facilitators for the implementation of occupation-based cancer prevention interventions. 

  • Cost-effectiveness Assessment: Assess the cost-effectiveness of incorporating primary cancer prevention intervention in ongoing occupational schemes and their potential scale up top other sectors and Member States. 

  • Mission Cancer “Prevention and early detection” Cluster: Get actively involved in the Mission Cancer “Prevention and Early Detection” Cluster, collaborating with other projects funded under the same call with objective of maximising overall impact. 

DigIn2Perio (2022 - 2026) Digital Integrierte Versorgung von Diabetes mellitus Typ-2 und Parodontitis
Förderung:Innovationsfond (01NVF21115)
Studienleitung & Konsortialführung:Prof. Dr. Dr. Stefan Listl, Universitätsklinikum Heidelberg | Institute of Global Health | Sek-tion Mundgesundheit
Projektleitung:Prof. Dr. Attila Altiner (Hausarztstudie Baden-Württemberg), Prof. Dr. Michel Wensing (Prozessevaluation)
Projektmitarbeitende:Annika Queder, M.Sc.; Sandra Schramm
Studienprotokoll:https://doi.org/10.1186/s12903-024-04672-1
Zielsetzung und Methoden

Ziel des Projektes DigIn2Perio (Digital integrierte Versorgung von Diabetes mellitus Typ-2 und Parodontitis) ist die Versorgungsqualität und Versorgungseffizienz von Patient*innen mit Typ-2 Diabetes mellitus und Parodontitis zu verbessern. Hierzu werden validierte Screening-Instrumente an der Schnittstelle von ambulanter hausärztlich-diabetologischer und zahnärztlich-parodontologischer Versorgung implementiert.

Hierfür werden Haus- und Zahnarztpraxen zur Studiendurchführung in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen rekrutiert, welche wiederum Patienten*innen mit Typ-2 Diabetes mellitus bzw. Parodontitis im Rahmen regulärer Termine für die Studie gewinnen. Zahnarztpraxen werden in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe randomisiert, Hausarztpraxen erhalten durchgehend die Intervention – eine Kontrollgruppe wird aus Routinedaten gebildet.

Ergänzend zur Hauptstudie erfolgt eine Prozessevaluation, welche über einen mixed-methods-Ansatz die Implementierung und Nutzung der beiden Risiko-Screenings untersucht. 

Wichtige Veröffentlichungen

Hennrich P, Queder A, Altiner A, Awounvo S, Dyczmons J, Eigendorf J, Erdmann S, Grobe T, Gutscher A, Herzig N, Jepsen S, Kairies-Schwarz N, Kalmus O, Kliemannel F, Santos S, Vanella P, Wensing M, Wilm S, Listl S. Implementation of integrated care for type 2 diabetes Mellitus and Periodontitis in Germany: study protocol for a practice-based and cluster-randomized trial. BMC Oral Health. 2024 Aug 2;24(1):879. doi: 10.1186/s12903-024-04672-1. 
→ Links: PMID: 39095753; PMCID: PMC11297783; BMC Oral Health.

FoPraNet-BW (2021 - 2025) Implementierung einer Forschungspraxeninfrastruktur zur Ermöglichung von Versorgungsforschung im hausärztlichen Bereich in Baden-Württemberg
Förderung:BMBF (Förderkennzeichen 01GK1904A-D)
Projektleitung:Prof. Dr. Attila Altiner (ÄD)
Projektmitarbeitende:Prof. Dr. med. Frank Peters-Klimm, Dr. med. Anna Molle (Ansprechpartnerin), Annika Baldauf, Sandra Schramm
Zusammenfassung

Das FoPraNet-BW ist ein regionaler Zusammenschluss von forschungsinteressierten hausärztlichen Praxen und den allgemeinmedizinischen Einrichtungen am

  • Universitätsklinikum Tübingen
  • Universitätsklinikum Heidelberg
  • Universitätsklinikum Freiburg
  • Universitätsklinikum Ulm

sowie der

  • Fakultät Informatik der Hochschule Reutlingen.

Die Verantwortung für die Gesamtkoordination des FoPraNet-BW liegt beim Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung der Universität Tübingen.

Das „Forschungspraxennetz Baden-Württemberg“ (FoPraNet-BW) hat zum Ziel, eine nachhaltige (auch digitale) Infrastruktur für eine föderierte Datenverarbeitung in Hausarztpraxen zu implementieren, wodurch eine ethisch und datenschutzrechtlich sichere Versorgungsforschung in Hausarztpraxen ermöglicht werden soll. In Rahmen der Machbarkeitsprüfung des Verbundvorhabens FoPraNet-BW sind vier Use Cases durchgeführt worden, wovon die retrospektive Beobachtungsstudie Herzinsuffizienz (BEBOP – HI) eine ist.

Unter Nutzung der im Verbundvorhaben aufgebauten Infrastruktur, bekannt unter S-392/2022 der Ethikkommission Heidelberg, sollen im Use Case Herzinsuffizienz eine Auswahl versorgungsrelevanter Daten der hausärztlichen Versorgung deskriptiv ausgewertet werden, einerseits um die zur Unterstützung bereitgestellten Tools (Praxis-Studienmanager, zentraler Studienmanager) zu erproben, andererseits eine möglichst valide Querschnittsstudie zu leitliniengerechter medikamentöser Therapie durchzuführen und zusätzlich Ansatzpunkte für zukünftige Studien und Fragestellungen zur Indikation Herzinsuffizienz zu schaffen. 

Das Syndrom Herzinsuffizienz ist bereits heute eine der häufigsten chronischen versorgungsrelevanten Erkrankungen, Inzidenz und Prävalenz steigen altersabhängig exponentiell an, aber auch demographisch bedingt wird letztlich der Versorgungsbedarf weiter steigen. Hausärzt*innen haben eine zentrale Stellung in der Langzeitversorgung auch dieser Patient*innen. 

Daher soll der Use Case Herzinsuffizienz auf verschiedene Ziele hinwirken, die einerseits den zur Verfügung gestellten Support (z.B. durch Anleitung zum Case finding, durch den Praxis-Studienmanager und durch elektronische Prüfbögen (Case Report Form)) überprüfen, andererseits aktuelle Fragestellungen zur Versorgungsqualität unter Berücksichtigung der komplexen Herausforderungen in der hausärztlichen Betreuung der meist älteren, multimorbiden Patient*innen, beantworten. Darüber hinaus soll der Versorgungsaufwand für die Hausarztpraxen bzw. die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems erfasst werden. 

Der Nachweis der Durchführbarkeit der Studie unter Nutzung der Infrastruktur dient damit zunächst einer Machbarkeitsstudie. Die durch die Auswertung gewonnenen Ergebnisse zu Infrastruktur, Dokumentationslage und Versorgungslage werden der Allgemeinheit sowohl in Fachjournalen als auch in weiteren einfach zugänglichen Medien zur Verfügung gestellt. 

Aktuell befinden wir uns nach Abschluss der Beobachtungsstudie BEBOP – HI  im August 2024 in der Analyse- und Evaluationsphase (voraussichtlich bis Ende 2025), während gleichzeitig schon Anträge für neue Studien netz- und regionsübergreifend (BayFoNet, HaFo-NRW) mit dem gesamten FoPraNet-BW ausgearbeitet werden.

Ergebnisse

werden ab 2025 erwartet.

GeRas (2021 - 2025) Geriatrische Rehabilitationserfolge nachhaltig sichern
Förderung:Gemeinsamer Bundesausschuss
Projektleitung:Prof. Dr. Michel Wensing (Ansprechperson)
Projektmitarbeitende:Catharina Roth, Leonie Maier
Studienprotokoll:https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38233746/
Zielsetzung und Methoden

Zielsetzung 

Mit diesem Projekt wird das Ziel verfolgt, ein mehrdimensionales Nachsorge-Programm indikationsübergreifend im Anschluss an eine stationäre geriatrische Rehabilitation für vulnerable ältere Menschen zu etablieren. Dabei sollen einerseits der Übergang vom stationären ins ambulante Setting begleitet und rehabilitative Elemente ins ambulante Setting überführt werden. Die Leistungen werden als Hausbesuche und Telefonate erbracht. Das Programm wird durch Geriater*innen der Reha-Klinik gesteuert, welche den Informationsaustausch zwischen Nachsorge-Team und ambulanten Leistungserbringer*innen gewährleisten. Die ärztliche Betreuung geht mit der Entlassung in die Hand der/des Hausärzt*in über. In einem zweiten Interventionsarm werden dieselben Inhalte über eine Telemedizin-Plattform erbracht. Die Patient*innen erhalten ein Tablet und kommunizieren darüber mit der Reha-Klinik. Dadurch soll die Zahl der Hausbesuche reduziert und die Trainingsadhärenz verbessert werden

 

Methoden

Bei der GeRas-Studie handelt sich um eine multizentrische, randomisiert-kontrollierte, einfach verblindete prospektive Interventionsstudie an drei Studienzentren. In der dreiarmigen Studie gibt es neben zwei Interventionsgruppen eine Kontrollgruppe. Die beiden Interventionsgruppen unterscheiden sich in der Erbringung einer Teil-Leistung unter Nutzung einer telemedizinische Losung. Die Intervention beider Interventionsgruppen beginnt unmittelbar vor der Entlassung der Studienteilnehmenden aus der stationären geriatrischen Rehabilitation und dauert jeweils 12 Wochen. Während der Implementierung der Intervention wird zudem eine begleitende Prozessevaluation durchgeführt. 

Ergebnisse

Erste Ergebnisse der Prozessevaluation deute auf eine hohe Akzeptanz des Nachsorge-Programms an. Leistungserbringer*innen wie auch Teilnehmende beschreiben das Konzept des Nachsorge-Programms als vorteilhaft und wirksam. Technische Schwierigkeiten können sich allerdings negativ auf die Motivation auswirken. Leistungserbringer*innen aber auch Teilnehmenden sind der Meinung, dass eine hohe intrinsische Motivation und die Unterstützung von Angehörigen sowie die extrinsische Motivation von Leistungserbringer*innen sich positive auf die Adhärenz auswirken. Die Ergebnisse der klinischen Studie und der ökonomischen Analyse stehen noch aus. Die Rekrutierung wurde am 31.07.2024 erfolgreich abgeschlossen, Last-Patient-Out ist für Januar 2025 geplant. 

Wichtige Veröffentlichungen

Studienprotokoll:

Abel B, Bongartz M, Rapp K, Roigk P, Peiter J, Metz B, Finger B, Büchele G, Wensing M, Roth C, Schmidberger O, König HH, Gottschalk S, Dams J, Deuster O, Immel D, Micol W, Bauer JM, Benzinger P. Multimodal home-based rehabilitation intervention after discharge from inpatient geriatric rehabilitation (GeRas): study protocol for a multicenter randomized controlled trial. BMC Geriatr. 2024 Jan 17;24(1):69. doi: 10.1186/s12877-023-04634-2. 
→ Links: PMID: 38233746; PMCID: PMC10795216; BMC.

Prozessevaluation:

Maier L, Benzinger P, Abel B, Roigk P, Bongartz M, Wirth I, Cuvelier I, Schölch S, Büchele G, Deuster O, Bauer J, Rapp K, Ullrich C, Wensing M, Roth C. The role of patient-related factors in the implementation of a multimodal home-based rehabilitation intervention after discharge from inpatient geriatric rehabilitation (GeRas): a qualitative process evaluation. Eur Geriatr Med. 2024 Jul 31. doi: 10.1007/s41999-024-01027-5. Epub ahead of print. 
→ Links: PMID: 39085750; Springer Link.

HZV-Evaluation (seit 2011) Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) nach §73b SGB V in Baden-Württemberg
Förderung:AOK Baden-Württemberg
Projektleitung:Prof. Dr. Gunter Laux
Projektmitarbeitende: 
Studienprotokoll: 
Zielsetzung und Methoden

Zur Verbesserung der Koordination und der (sektoren-)übergreifenden Zusammenarbeit unter-schiedlicher Leistungserbringer im Gesundheitswesen sowie zur Optimierung der Versorgung hausärztlich betreuter Versicherter der AOK Baden-Württemberg wurde in Baden-Württemberg zum 01.07.2008 ein Vollversorgungsvertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) nach Paragraph 73b SGB V geschlossen. Ziel der HZV der AOK Baden-Württemberg ist eine leistungsstarke primärärztliche Versorgung. Vor diesem Hintergrund ist es ratsam, die HZV einerseits an den Empfehlungen des Sachverständigenrats zu messen, sie andererseits jedoch auch mit einem internationalen Faktorenmodell zur Stärkung der Primärversorgung zu vergleichen. Seit 2010 findet eine Begleitevaluation durch die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg und durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt statt, die im Rahmen der Evaluation eng zusammenarbeiten.

Ergebnisse

Die aktuelle sowie die vergangenen Evaluationen unterstreichen die positive Wirkung der HZV. Insbesondere die Möglichkeit, die Entwicklungen über einen Zeitraum von mehreren Jahren untersuchen zu können, verschafft den Erkenntnissen zusätzliche Plausibilität. Die Evaluationsergebnisse legen nahe, dass durch die HZV die Rolle des Hausarztes gestärkt wird. Es zeigen sich statistisch signifikante und medizinisch relevante Assoziationen zu Gunsten der HZV-Versicherten in Bezug auf die untersuchten Zielgrößen zur Pharmakotherapie, zur Versorgungskontinuität, und -qualität. Auch in Bezug auf die Gesamtkosten der Versorgung sind Vorteile in der HZV zu beobachten. Chronisch kranke Patienten scheinen in besonderem Maße von der HZV zu profitieren. Bitte entnehmen Sie detaillierte Ergebnisse den zahlreichen Veröffentlichungen zu diesem groß angelegten Projekt.

Wichtige Veröffentlichungen
  • Laux G, Kaufmann-Kolle P, Szecsenyi J, Altiner A, Leutgeb R. Fall-Risk-Increasing Drugs in Older Patients: The Role of Guidelines and GP-centred Health Care in Germany. Age and Ageing 2023; 52(5):afad071.

  • Wensing M, Szecsenyi J, Laux G. Continuity in general practice and hospitalization patterns: an observational study. BMC Fam Pract 2021;22(1):21. 

  • Senft JD, Wensing M, Poss-Doering R, Szecsenyi J, Laux G. Effect of involving certified healthcare assistants in primary care in Germany: a cross-sectional study. BMJ Open 2019; 9(12):e033325. 

  • Wensing M, Szecsenyi J, Kaufmann-Kolle P, Laux G. Strong primary care and patients' survival. Scientific Reports 2019; 9(1):10859. 

  • Wensing M, Kolle PK, Szecsenyi J, Stock C, Laux G. Effects of a program to strengthen general practice care on hospitalisation rates: A comparative observational study. Scand J Prim Health Care 2018; 36(2):109–14.

  • Laux G. Hausarztzentrierte Versorgung. In: Pundt J, editor. Vernetzte Versorgung: Lösung für Qualitäts- und Effizienzprobleme in der Gesundheitswirtschaft? 1. Auflage. Bremen: Apollon University Press; 2017. p. 237–54 (Themenband).

  • Wensing M, Szecsenyi J, Stock C, Kaufmann Kolle P, Laux G. Evaluation of a program to strengthen general practice care for patients with chronic disease in Germany. BMC Health Serv Res 2017; 17(1):62.

  • Götz K, Laux G, Mergenthal K, Roehl I, Erler A, Miksch A et al. Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg 2015; 21.

  • Laux G, Szecsenyi J, Mergenthal K, Beyer M, Gerlach FM, Stock C et al. Hausarztzentrierte Versorgung in Baden-Württemberg. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2015; 58(4-5):398–407.

  • Götz K, Szecsenyi J, Laux G, Joos S, Beyer M, Miksch A. Wie beurteilen chronisch kranke Patienten Ihre Versorgung? Ergebnisse aus einer Patientenbefragung im Rahmen der Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes 2013; 107(6):379–85.

  • Laux G, Kaufmann-Kolle P, Bauer E, Goetz K, Stock C, Szecsenyi J. Evaluation of family doctor centred medical care based on AOK routine data in Baden-Württemberg. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes 2013; 107(6):372–8.
IMMERSE: Implementing Mobile Mental health Recording Strategy for Europe
Förderung:EU Horizon 2020
Projektleitung:Prof. Dr. Michel Wensing (Ansprechperson) (Projektleitung: Prof. Ullrich Reininghaus, ZI Seelische Gesundheit Mannheim)
Projektmitarbeitende:Julia Schulte-Strathaus
Studienprotokoll:https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38915006/
Zielsetzung und Methoden

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Versorgung (Prof. Reininghaus) durchgeführt. Das übergeordnete Ziel des IMMERSE-Projektes ist es, Reichweite, Effektivität, Akzeptanz, Implementierung und Aufrechterhaltung sowie Kontextfaktoren, Prozesse und Kosten der Implementierung von ESM-basiertem Monitoring, Reporting und Feedback in die Routineversorgung im Bereich der psychischen Gesundheit in vier europäischen Ländern (d.h. Belgien, Deutschland, Schottland, Slowakei) im Detail zu untersuchen. In dieser hybriden Effektivitäts- und Implementierungsstudie wird eine randomisierte kontrollierte Studie (cRCT) mit parallelen Gruppen, verblindeten Prüfern und mehreren Zentren durchgeführt. In der cRCT werden 24 klinische Einheiten (als Cluster und Einheit der Randomisierung) an acht Standorten in vier europäischen Ländern nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Bedingungen zugewiesen: (a) der experimentellen Bedingung, in der die Teilnehmer eine Digital Mobile Mental Health-Intervention (DMMH) und andere Implementierungsstrategien zusätzlich zur üblichen Behandlung (TAU) erhalten, oder (b) der Kontrollbedingung, in der die Dienstleistungsnutzer mit TAU versorgt werden. Das primäre Ergebnis ist die von den Patienten angegebene Einbindung in der Versorgung. Die Prozessevaluation, an dem die Abteilung AMED maßgeblich beteiligt ist, wird detaillierte Einblicke in die in-vivo-Kontext-Mechanismus-Ergebnis-Konfigurationen liefern.

Ergebnisse

werden ab 2025 erwartet.

INCAP (2025 - 2028) Integrierte multiprofessionelle Primärversorgung für schwer betroffen Patienten mit Post COVID Syndrom
Förderung:2524FSB50D
Konsortialführung:Prof. Dr. med. Stefanie Joos, Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und interprofessionelle Versorgung
Projektleitung:Prof. Dr. Attila Altiner (Ärztlicher Direktor)
Projektmitarbeitende:In der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg sind beteiligt: Dr. med Katharina Glassen, André Priemer, Yvonne Pester (Ansprechperson)
Studienprotokoll:

https://drks.de/search/de/trial/DRKS00037705/details

https://drks.de/search/de/trial/DRKS00039230/details

Zielsetzung und Methoden

Das Projekt INCAP wird an den vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg mit Tübingen als Konsortialführung und den Projektpartnern Heidelberg, Ulm und Freiburg durchgeführt. Ziel ist die Umsetzung der G-BA-Richtlinie (LongCOV-RL in der Fassung vom 21. Dezember 2023) zur Versorgung von Patient:innen mit mäßig bis schwer ausgeprägten postakuten Infektionssyndromen (PAIS) durch ein regional verankertes, integriertes Versorgungsmodell in Baden-Württemberg. 

Über die Entwicklung und Pilotierung eines Versorgungspfades für Patient:innen mit PAIS sollen: ein Case- und Care Management (CCM), hausärztliche Schwerpunktpraxen (SPVP) und intersektorale und interdisziplinäre Fallkonferenzen (Boards) implementiert werden. 

Die Begleitforschung evaluiert die strukturelle, institutionelle und individuelle Wirksamkeit des Versorgungsmodells sowie dessen Akzeptanz und Umsetzbarkeit bei Patient:innen und Leistungserbringenden. Langfristiges Ziel ist die Schaffung von Voraussetzungen für eine Überführung erfolgreicher Versorgungselemente in die Regelversorgung.

Methodisch handelt es sich um eine offene, einarmige, prospektive und multizentrische Versorgungsstudie.  Das Projekt basiert auf einem Hybrid-III-Design nach Curran et al., dass die Evaluation der Implementierungsstrategie mit der Untersuchung der Wirksamkeit des Versorgungsmodells verbindet. Die Prozessevaluation orientiert sich am PRISM-/RE-AIM-Framework und erfolgt im Rahmen eines Mixed-Methods-Ansatzes, der quantitative und qualitative Daten kombiniert. Ergänzend wird eine retrospektive Sekundärdatenanalyse auf Basis von Leistungs- und Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg durchgeführt, wobei mittels Propensity-Score-Matching eine vergleichbare Kontrollgruppe gebildet wird.

Integrierte multiprofessionelle Primärversorgung für schwer betroffene Patienten mit Post COVID Syndrom (INCAP) | BMG

Ergebnisse

werden ab 2028 erwartet.

Wichtige Veröffentlichungen

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Move-Onko (2023 - 2027) Multiprofessionelle Versorgungsstruktur und Netzwerk zur Förderung von bedarfsori-entierter, wohnortnaher Bewegungstherapie von onkologischen Patienten
Förderung:Deutsche Krebshilfe (70114693)
Studienleitung & Konsortialführung:Prof. Dr. Joachim Wiskemann, NCT, Abteilung Medizinische Onkologie, AG Onkologische Sport- und Bewegungstherapie
Projektleitung:Prof. Dr. Michel Wensing | Evaluation Heidelberg (Patientenbefragung)
Projektmitarbeitende:Dr. Katja Krug
Studienprotokoll:https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40082847/
Zielsetzung und Methoden

Das Projekt MOVE-ONKO entwickelt und implementiert einen bedarfs- und nebenwirkungsorientierten Versorgungspfad mit Bewegungsberatung, um möglichst vielen onkologischen Patient:innen bedarfsorientierte und wohnortnahe qualitätsgesicherte Bewegungstherapie-Angebote unterbreiten zu können. Beteiligt sind sieben onkologische Spitzenzentren in drei Modell-Regionen in Deutschland. Die begleitende Evaluation konzentriert sich in einer longitudinalen Beobachtungsstudie mit Mixed-Methods-Ansatz auf die für die erfolgreiche Implementierung nötigen Strukturen und Prozesse sowie patientenberichtete Erfahrungen und Outcomes.

Pflegepraxis-Forschung-Kooperation (PraFoKo) (seit 2023) Entwicklung und Pilotierung eines strukturierten Kooperationsansatzes zwischen Pflegepraxis und Forschung zur Förderung klinischer Pflegeforschung in der stationären Akutversorgung mit begleitender Prozessevaluation
Förderung:Eigenmittel
Projektleitung:Prof. Dr. rer. medic. Martin Müller, MPH (Ansprechperson)
Projektmitarbeitende:Nicole Stöbich, MSc.; Natascha-Elisabeth Denninger, MScN; Gerhard
Fuchs, MSc.
Zielsetzung und Methoden

Eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung im Akutkrankenhaus erfordert evidenzbasierte Praxis, bei der Entscheidungen auf der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz basieren. In Deutschland besteht jedoch eine Herausforderung: Die universitäre Pflegewissenschaft ist oft nicht direkt mit der praktischen Versorgung verknüpft, was die Wissenszirkulation und die Bearbeitung klinisch relevanter Forschungsfragen erschwert. Dieses Projekt zielt darauf ab, ein „Pflegepraxis-Forschung-Kooperationsmodell“ für ein Universitätsklinikum in Deutschland zu entwickeln. Das Modell soll die Zusammenarbeit zwischen Pflegepraxis und Forschung verbessern, indem praxisrelevante Fragen gemeinsam identifiziert und bearbeitet werden. Das Modell wird im Rahmen einer detaillierten Programmtheorie entwickelt, die erklärt, wie und warum das Modell wirken soll. Dabei kommt ein partizipativer und explorativer Ansatz zum Einsatz, der auf den Empfehlungen des UK Medical Research Council (MRC Framework) für die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen beruht. Nach der Entwicklung wird der Prototyp in einer Pilotstudie auf seine Anwendbarkeit getestet und die Programmtheorie weiter verfeinert.

Ergebnisse

Das Ergebnis des Projekts wird die Entwicklung eines an die deutschen Gegebenheiten angepassten Modells für eine Pflegepraxis-Forschung-Kooperation sein, speziell für den Einsatz in akutstationären Umgebungen. Die Pilotstudie wird dazu beitragen, die Stärken und Schwächen des Prototyps zu identifizieren und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen. Dies ermöglicht eine Anpassung und Optimierung des Modells für zukünftige Implementierungen, mit dem langfristigen Ziel, die Versorgungsqualität und Patientenergebnisse nachhaltig zu verbessern.

Wichtige Veröffentlichungen

Stöbich N, Denninger N-E, Kleindieck K, Müller M (2024) Entwicklung einer „Pflegepraxis-Forschung-Kooperation (PraFoKo)“ zur Förderung klinischer Pflegeforschung in der stationären Akutversorgung: Eine Multi-Methods-Studie. German Medical Science GMS Publishing House. 23. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung (DKVF).
doi.org/10.3205/24dkvf064

POSH (2025 - 2027) Instrument zur Unterstützung von Diagnose, Schweregraderhebung, Steuerung und Verlaufsmessung bei postakuten Infektionssyndromen in Hausarztpraxen
Förderung:G-BA Innovationsfonds; Förderkennzeichen 01VSF24048
Projektleitung und Konsortialführung:Prof. Dr. Attila Altiner
Projektmitarbeitende:1) aus der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung: Dr. Sandra Stengel (Ansprechperson), Dr. Katja Krug, Prof. Dr. Michel Wensing, Dr. Regina Poß-Doering, Kathrin Sesterheim M.Sc., Noah Richter, Julia Schulze-Pröbsting;
2) aus der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie POSH: Universitätsklinikum Heidelberg
Studienprotokoll:DRKS - Deutsches Register Klinischer Studien 
Forschungsdatenbank: Universitätsklinikum Heidelberg
Zielsetzung und Methoden

Ziel des Projekts POSH ist die Entwicklung und Validierung eines optimierten, auf wissenschaftlichen Daten basierenden Instruments, das Hausärztinnen und -ärzte bei der Diagnosestellung, der Behandlungssteuerung und der Verlaufsmessung von Menschen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) unterstützt. Der Fokus geht explizit über den Kontext postviraler Syndrome hinaus und umfasstauchungeklärte postakute Infektionssyndrome.

Die erste Phase des Projekts beschäftigt sich mit der Entwicklung des Instruments, orientiert am modifizierten RAND/UCLA-Verfahren. Hierzu wurden qualitative Interviews mit Hausärzt:innen, Ärzt:innen aus Spezialanlaufstellen für PAIS und Patient:innen geführt sowie Übersichtsarbeiten zur aktuellen Literatur in diesem Themenfeld durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sowie die Perspektive des Betroffenenbeirats, der das Projekt über den gesamten Zeitraum begleitet, wurden dem Expertinnen- und Expertenpanel im Rahmen des Projekts zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden Erkenntnisse aus der Auswertung quantitativer Versorgungsdaten von Patient:innen mit Post-COVID-Syndrom in die Entwicklung des Instruments integriert. Ein Expertinnen- und Expertenpanel aus Betroffenen und Versorgenden führt in zwei Bewertungsrunden eine Bewertung der geplanten Inhalte auf Grundlage der aufbereiteten Daten durch. Am Ende dieses Prozesses steht das fertige Instrument mit dem Namen PAIS-PC.

In der zweiten Projektphase soll das Instrument validiert. Hierfür werden Hausarztpraxen über eine deutschlandweite Zufallsstichprobe zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Die geplanten 300 Patient:innen sollen systematisch über die teilnehmenden Hausarztpraxen rekrutiert werden. Ein diagnostisches Expert:innengespräch mit erfahrenen Ärzt:innen am Universitätsklinikum Heidelberg dient dabei als Referenz.

POSH – Instrument zur Unterstützung von Diagnose, Schweregraderhebung, Steuerung und Verlaufsmessung bei postviralen Syndromen in Hausarztpraxen - G-BA Innovationsfonds
POSH: Universitätsklinikum Heidelberg

Ergebnisse

Die erste Projektphase zur Entwicklung des Instruments PAIS-PC wurde erfolgreich abgeschlossen. Derzeit wird das Instrument im Rahmen der zweiten Projektphase validiert. Erste Ergebnisse hierzu werden für 2027 erwartet.

Wichtige Veröffentlichungen

Kongressbeiträge

2025

Zimmermann-Schlegel V, Böller A, Sesterheim K, Altiner A, Friederich HC, Wensing M, Stengel S, Hartmann M. Patient-reported Outcome Measurements (PROMs) für erwachsene Patient:innen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS): ein Umbrella-Review In: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, editor. 59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Hannover, 01.-03.10.2025. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2025. DocV-06-04.
DOI: 10.3205/25degam033

Sesterheim K, Böller A, Zimmermann-Schlegel V, Hartmann M, Wensing M, Friederich HC, Altiner A, Stengel S. Diagnostische Kriterien für Erwachsene mit Postakuten Infektionssyndromen – Methodische Herausforderungen eines Scoping Review In: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, editor. 59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Hannover, 01.-03.10.2025. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2025. DocV-06-06.
DOI: 10.3205/25degam035

2026

Böller A, Sesterheim K, Stengel S, Altiner A, Friederich HC, Wensing M, Hartmann M, Zimmermann-Schlegel V. Patient-reported Outcome Measurements (PROMs) für erwachsene Patient:innen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS): ein Umbrella-Review In: Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 04.-06.03.2026. https://www.eventclass.it/dgpm2026/scientific/online-program/session?s=Mini-Talks+02

Zhang Y, Stengel S, Gretz N, Antin S, Zimmermann-Schlegel, Hartmann M. Krankheitsattributionen von Patient:innen in einer universitären Post-COVID-Ambulanz über die Ursachen ihrer eigenen Erkrankung. Review In: Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 04.-06.03.2026.  https://www.eventclass.it/dgpm2026/scientific/online-program/session?s=Mini-Talks+02

PRiVENT (2021 - 2025) Früherkennung und Frühintervention bei Risikopatienten zur Vermeidung von invasiver Langzeitbeatmung (prolongiertes oder erfolgloses Weaning) – Prävention invasiver Ven-tilation – PRiVENT – gesundheitsökonomische Analysen und Prozessevaluation
Förderung:GBA Innovationsausschuss (01 NVFl 9023)
Projektleitung:Prof. Dr. Michel Wensing (Ansprechperson)
Projektmitarbeitende:Elena Biehler (M.Sc.), Thomas Fleischhauer (M.Sc.)
Zielsetzung und Methoden

PRiVENT ist eine prospektive, nicht-verblindete, nicht-randomisierte multizentrische Interventionsstudie. Die Studie verfolgt das Ziel, die Anzahl von Langzeitbeatmeten in der Außerklinik zu reduzieren, indem invasiv beatmete Patient:innen mit einem erhöhtem Risiko für eine Langzeitbeatmung bereits auf den Intensivstationen identifiziert und frühzeitig dem Weaning zugeführt werden. Gesundheitsökonomische Analysen und eine Prozessevaluation ergänzen die Studie. Ziel der Prozessevaluation ist es, die Intervention auf ihre Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit in den vier beteiligten Weaning-Zentren und 40 Kooperationskliniken in Baden-Württemberg zu überprüfen. Die Prozessevaluation erfolgt in einem Mixed-Method-Design, das strukturierte Befragungen und Interviews kombiniert. Als Zielpopulation werden PRiVENT Patient:innen und Leistungserbringende der Intensivstationen wie Ärzt:innen, Atmungstherapeut:innen und Pflegefachkräfte aus den teilnehmenden Kooperationskliniken und Weaning-Zentren schriftlich befragt. Ergänzend werden Interviews mit jeweils zehn Mitgliedern jeder Interessengruppe, darunter Leistungserbringende, Patient:innen und Angehörige, sowie 30 Interviews mit Steakholdern wie Vertreter:innen von gesetzlichen Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und Gesundheitspolitikern durchgeführt. 

Wichtige Veröffentlichungen
  • Biehler E, Fleischhauer T, Forstner J, Schubert-Haack J, Herth F, Michels J D, Trudzinski F, Szecsenyi J, Wensing M. Quantitative Erhebung der interprofessionellen Zusammenarbeit und Arbeitszufriedenheit auf Intensivstationen im Rahmen des Projektes PRiVENT. In: DIVI23 Abstractbuch: 23. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. Berlin; 2023. S. 205.

  • Biehler E, Forstner J, Weis A, Litke N, von Schumann S, Fuchs G, Trudzinski F, Michels JD, Szecsenyi J, Wensing M. Chancen und Herausforderungen des Intensivpflege und Rehabilitationsstärkungsgesetzes (IPReG) für die außerklinische Versorgung langzeitbeatmeter Patient:innen in Deutschland – eine explorative Interviewstudie im Rahmen des Projektes PRiVENT. In: Abstracts der 55. Gemeinsamen Jahrestagung der DGIIN und ÖGIAIN. Med Klin Intensivmed Notfmed 2024 119: 442. doi: doi.org/10.1007/s00063-024-01138-8

  • Fuchs G, Biehler E, Fleischhauer T, Trudzinski F, Michels JD, Wensing M, Poß-Doering R. Nachhaltige Implementierung neuer Versorgungsformen im Weaning am Beispiel der PRiVENT-Studie: Eine qualitative Analyse aus der Perspektive der teilnehmenden Chefärzte. In: Abstracts der 55. Gemeinsamen Jahrestagung der DGIIN und ÖGIAIN. Med Klin Intensivmed Notfmed 2024 119: 442.doi: doi.org/10.1007/s00063-024-01138-8

  • Keller S, Forstner J, Weis A, Biehler E, Trudzinski F, Michels J, Neetz B, Herth F, Schneider A, Ghiani A, Szecsenyi J, Wensing M, Poß-Doering R. Interprofessionelle Weaning-Boards und Weaning-Konsile für Langzeitbeatmungs-patient*innen: Eine qualitative Studie zum wahrgenommenen Potenzial für die Patientenversorgung. Pneumologie.2023 Oct 19; 77(10). doi: 10.1055/a-2161-6014. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2161-6014 

  • Michels-Zetsche JD, Meis J, Sturm N, Bornitz F, von Schumann S, Weis A, Neetz B, Bentner M, Forstner J, Litke N, Wensing M, Erdmann S, Grobe T, Frerk T, Kempa A, Neurohr C, Schneider A, Müller M, Herth F, Szecsenyi J, Trudzinski FC; PRiVENT-Study Group. Prevention of invasive ventilation (PRiVENT)-a prospective, mixed-methods interventional, multicentre study with a parallel comparison group: study protocol. BMC Health Serv Res. 2023 Mar 30;23(1):305. doi: 10.1186/s12913-023-09283-0. 

  • Michels-Zetsche JD, Schubert-Haack J, Tanck K et al. E-learning - an interventional element oft he PRiVENT project to improve weaning expertise. BMC Medical Education. 2024 April 19; 24 (420): 1-10. doi: https://doi.org/10.1186/s12909-024-05416-z 

  • Trudzinski F, Litke N, Buntemeyer O, Janssen S, Kempa A T, Joves B, Neurohr C, Ghiani A, Schneider A, Szecsenyi J, Neetz B, Biehler E, Fleischauer T, Schubert-Haack J, Herth F, Michels J D. Der Einsatz sozialer Medien zur Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung von Langzeitbeatmung und Beatmungsentwöhnung: Erste Ergebnisse zur Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des PRiVENT-Projekts In: Abstracts der 54. Gemeinsamen Jahrestagung der DGIIN und ÖGIAIN. Med Klin Intensivmed Notfmed 2023 118:421. 

  • Trudzinski F, Neetz B, Bornitz F, Müller M, Weis A, Kronsteiner D et al. Risk Factors for Prolonged Mechanical Ventilation and Weaning Failure: A Systematic Review. Respiration 2022; 101(10):959–69. doi: 10.1159/000525604.

  • von Schumann, S., Ullrich, C., Weis, A., Wensing, M., & Litke, N.  Interprofessional weaning boards for invasively ventilated patients in intensive care units: Qualitative interview study with healthcare professionals in Germany. Research in Nursing & Health. 2022; 46(1). doi: 10.1002/nur.22279. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36453115/

RELIEF (2022 - 2027) Ressourcenorientiertes Case-Management zur Implementierung von Empfehlungen für Patient:innen mit chronischen Schmerzen und häufigem Analgetikagebrauch in Haus-arztpraxen
Förderung:BMBF (01GY2106)
Projektleitung:PD Dr. med Cornelia Straßner und Dr. sc.hum. Regina Poß-Doering
Projektmitarbeitende:Sabrina Brinkmöller M.Sc.
Zielsetzung und Methoden

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts RELIEF ist es, ein hausärztliches Case-Management für Patient*innen mit chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen und häufigem Analgetikagebrauch zu entwickeln, zu testen und zu evaluieren. Das Case-Management Programm soll Hausärzt:innen dabei unterstützen, Empfehlungen in vier Kernbereichen des Schmerzmanagements umzusetzen: 1.Assessment und Monitoring; 2.Information und Unterstützung der Patient:innen; 3.Patientenaktivierung und Selbstfürsorge („Self-Care“); 4.Rationale Pharmakotherapie. Das Forschungsprojekt gliedert sich dazu in 8 Arbeitspakete (AP): Anhand von Literaturübersichten (AP1), Analyse von GKV-Routinedaten (AP2), repräsentativen Befragungen (AP3) und qualitativen Studien (AP4) werden Versorgungslücken sowie Barrieren, Förderfaktoren und Strategien für eine Verbesserung der Versorgung identifiziert und Qualitätsindikatoren für die hausärztliche Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen entwickelt. Basierend auf den Ergebnissen wird eine komplexe Intervention ausgearbeitet (AP5), begleitet von einer Prozessevaluation in einer Pilotstudie getestet (AP6) und schließlich in einer cluster-randomisierten, kontrollierten Studie (AP7) mit 20-40 Hausarztpraxen und 200-400 Patienten evaluiert. Die Ergebnisse werden über verschiedene Wege disseminiert (AP8).

Ergebnisse

Chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen sind ein häufiger Beratungsanlass in hausärztlichen Praxen. Die Ergebnisse der ersten Studienphase weisen darauf hin, dass Leitlinieninhalte und evidenzbasierte medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen bei der Versorgung der betroffenen Patient:innen noch lückenhaft umgesetzt werden. Es wurden verschiedenste Barrieren identifiziert, die eine am biopsychosozialen Modell orientierte Behandlung erschweren. In der zweiten Projektphase wird derzeit eine komplexe Intervention entwickelt, um diese Barrieren zu adressieren.

Wichtige Veröffentlichungen

Poß-Doering R, Keller S, Zugaj M, Seidling H, Paul C, Stolz R, Kaufmann-Kolle P, Straßner C. Hausärztliche Versorgung von Patient:innen mit chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen: ein Rapid Review im Rahmen des RELIEF-Projekts [General practice care for patients with chronic non-cancer pain: A rapid review as part of the RELIEF project]. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes. 2024 Mar 11:S1865-9217(24)00011-4. German. doi: 10.1016/j.zefq.2024.01.005. Epub ahead of print. 
→ Links: PMID: 38472021; ScienceDirect.

RESILARE - Krisenresilienz fördern (2021 - 2024) Entwicklung und Validierung von Qualitätsindikatoren zur Vorbereitung von ambulan-ten ärztlichen Praxen auf Krisensituationen
Förderung:Innovationsfonds (01VSF20029)
Studienleitung & Konsortialführung:Prof. Dr. Joachim Szecsenyi (aQua-Institut, Konsortialführung)
Projektleitung:Prof. Dr. Michel Wensing (UKHD)
Projektmitarbeitende:Dr. Regina Poß-Doering (Ansprechpartnerin), Nicola Litke, M.Sc., Dr. Aline Weis (ehem. Mitarbeiterin), Dr. Jan Koetsenrujiter (ehem. Mitarbeiter), sowie weitere Mitarbeitende des aQua-Instituts (Martina Köppen, Stephanie Kümmel, Björn Broge). 
Zielsetzung und Methoden

Ziel des Projektes RESILARE war die Entwicklung und Evaluation von Qualitätsindikatoren zur Förderung der Krisenresilienz in ärztlichen Praxen. Hierzu war das Projekt in drei Phasen aufgeteilt: In Phase 1 wurden anhand einer qualitativen Datenerhebung und einer systematischen Literaturrecherche erste Indikatoren abgeleitet und dem aQua-Institut vorgeschlagen. In der zweiten Projektphase wurden die abgeleiteten Qualitätsindikatoren im Rahmen eines Panelverfahrens nach der RAND/UCLA Appropriateness Method von Expert:innen bewertet und ein finales Indikatorenset verabschiedet. In der dritten Projektphase wurden die Indikatoren in primärärztlichen Praxen pilotiert. Hierzu wurden die Indikatoren erhoben und evaluiert, sowie deren Machbarkeit durch eine begleitende Prozessevaluation eingeschätzt (qualitative Interviews, zwei schriftliche Befragungen).

Ergebnisse

Durch das Projekt RESILARE konnten zunächst Ansatzpunkte in ärztlichen Praxen identifiziert werden, die die Resilienz einer Praxis beeinflussen könnten. Hierbei wurden u.a. über 60 verschiedene Krisensituationen sowie Strategien zur erfolgreichen krisenübergreifenden und -spezifischen Bewältigung identifiziert. Basierend auf diesen Daten konnten 36 Qualitätsindikatoren abgeleitet werden. Im Rahmen eines Panelverfahrens wurden diese 36 Indikatoren durch 15 Expert:innen des Gesundheitswesens bewertet. Am Ende des zweistufigen Verfahrens konnten 32 Qualitätsindikatoren in den folgenden vier Handlungsfeldern gewürdigt werden: (1) Individuelle Resilienz, (2) Krisenprävention, (3) Praxisorganisation, (4) Klimaresilienz. Die anschließende Pilotierung wurde mit 34 primärärztlichen Praxen deutschlandweit durchgeführt. Bei der Erhebung der Indikatoren konnte das meiste Entwicklungspotenzial in den Feldern der Klimaresilienz und der Krisenprävention gesehen werden. Die Indikatoren wurden durch die Praxen als relevant, anwendbar und geeignet zur Anwendung im Qualitätsmanagement von ärztlichen Praxen eingeschätzt. Dabei wurde beobachtet, dass der Bereich der Klimaresilienz in den Praxen als weniger relevant angesehen wurde, als Indikatoren zur Krisenprävention. Zur späteren Implementierung der Indikatoren wurde ein stufenweises Ausrollen gewünscht.

Wichtige Veröffentlichungen
  • Fehrer V, Poß-Doering R, Weis A, Wensing M, Szecsenyi J, Litke N. Climate change mitigation: Qualitative analysis of environmental impact-reducing strategies in German primary care. Eur J Gen Pract. 2023 Dec;29(1):2232946. https://doi.org/10.1080/13814788.2023.2232946  

  • Köppen, M., Litke, N. und Poß-Doering, R. (2024). Resiliente Praxisgestaltung - Krisen. In: Die grüne Arztpraxis, Hrsg. Von Gierke F, Keller G, Metzger N., Medizinisch Wissenschaftliche Ver-lagsgesellschaft. 1. Auflage, ISBN: 978-3-95466-867-0

  • Litke, N.A., Poß-Doering, R., Fehrer, V. et al. Building climate resilience: awareness of climate change adaptation in German outpatient medical practices. BMC Health Serv Res 24, 184 (2024). https://doi.org/10.1186/s12913-024-10664-2

  • Litke N, Poß-Doering R, Weis A, Koetsenruijter J, Köppen M, Kümmel S, Broge B, Wensing M, Szecsenyi J. Qualitätsindikatoren zur Förderung von Krisenresilienz in primärärztlichen Praxen im Projekt RESILARE. Zeitschrift für Allgemeinmedizin; Einreichung 14. Juni 2024, derzeit im Review nach Überarbeitung.

  • Litke, N.A. (2023). Climate Change as a Topic for Health Services Research. In: Foundations of Health Services Research, Hrsg. Wensing, M. und Ullrich, C., Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-031-29998-8_24

  • Litke N, Weis A, Koetsenruijter J, Fehrer V, Koeppen M, Kuemmel S, Szecsenyi J, Wensing M. Building resilience in German primary care practices: a qualitative study. BMC Prim Care. 2022 Sep 2;23(1):221. https://doi.org/10.1186/s12875-022-01834-4 

  • Poß-Doering R, Koetsenruijter J, Litke N, Weis A, Köppen M, Kümmel S, Szecsenyi J, Wensing M. Strengthening crisis resilience in German primary care by using quality indicators: Findings of a process evaluation in the RESILARE project. Eingereicht am 26.02.2024 bei: Archives of Public Health (Submission ID aad2bf00-40eb-4abf-a784-9a6eca9b96ac). Derzeit im Review nach Überarbeitung.

SEVERE-PAIS (2025 - 2027) Modellprojekt Gesundheitsversorgung Baden-Württemberg für Erwachsene mit schweren Funktionseinschränkungen im Rahmen Postakuter Infektionssyndrome
Förderkennzeichen:SM52-5400-3/15/6
Konsortialführung:Prof. Dr. Attila Altiner (Ärztlicher Direktor)
Projektmitarbeitende:Das Projekt wird in Kooperation mit der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik sowie der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektionskrankheiten, Vergiftungen durchgeführt. Projektmitarbeitende der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung sind: Thomas Fleischhauer, Lena Krämer, Karin Tarbet, Dr. med. Sandra Stengel (Ansprechperson)
Studienprotokoll:https://www.drks.de/search/de/trial/DRKS00039608/details
Zielsetzung und Methoden

Ziel des Projekts ist die Erfassung und der Vergleich der Machbarkeit zweier Interventionen einer neuen Versorgungsform für Patient:innen mit schweren Funktionseinschränkungen (hausgebunden/bettlägerig), die von einem postakuten Infektionssyndrom betroffen sind:

  • Intervention 1: biopsychosoziales überwiegend aufsuchendes Begleitangebot der medizinischen Versorgung und psychosozialen Begleitung
  • Intervention 2: biopsychosoziales überwiegendes Online-Begleitangebot der medizinischen Versorgung und psychosozialen Begleitung

Die Wirksamkeit dieser Interventionen soll vorläufig eingeschätzt und die Erfahrung und Perspektiven von Patient:innen, deren Angehörigen und Behandler:innen eingeholt werden. Des Weiteren soll die Machbarkeit der Evaluation analysiert werden.

Bei der Studie handelt es sich um eine monozentrische, nicht-randomisierte, kontrollierte prospektive Machbarkeitsstudie im Mixed-Methods-Design. Die biopsychosoziale Intervention setzt auf fünf Ebenen an: somatische, psychische, sozial, Aktivität und Angehörige. Die Evaluation der Interventionsebenen umfasst Daten aus klinischen Parametern, (standardisierten) Erhebungen zu patientenberichteten Endpunkten, der Erfassung von Wearable- und App-Daten und Behandlungsprotokollen. Außerdem werden Daten aus semistrukturierten, problemzentrierten Einzelinterviews mit Patient:innen, deren Angehörigen und Behandler:innen genutzt.  

Ergänzend wird eine Prozessevaluation im Mixed-Methods-Design durchgeführt, um die Machbarkeit und Implementierbarkeit der neuen Versorgungsform vorläufig zu beurteilen. Hierbei werden unter anderem die Durchführbarkeit der Interventionen und des Evaluationskonzepts, die Interventions- und Protokolltreue, Akzeptanz und Zufriedenheit der Patient:innen, Angehörigen und Behandler:innen sowie Barrieren und Förderfaktoren der Umsetzung erfasst.  Die qualitativen Daten werden mittels semistrukturierter, problemzentrierter Einzelinterviews erhoben. Die quantitativen Daten umfassen soziodemografische Angaben sowie einen studienspezifischen Fragebogen.

Land fördert Modellprojekt für schwer erkrankte Erwachsene nach Infektionen: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg

Ergebnisse

werden ab 2027 erwartet.

Wichtige Veröffentlichungen

-

TRADE (TRAnsport und DElir bei älteren Menschen) (2019 - 2023) Delirprävention bei älteren Menschen durch Optimierung von Verlegungs- und Entlassungsprozessen aus dem Krankenhaus und Einbindung von Bezugspersonen
Förderung:Gemeinsamer Bundesausschuss Innovationsausschuss (01VSF18052)
Teilprojektleitung:Prof. Dr. rer. medic. Martin Müller, MPH
Projektmitarbeitende:Natascha-Elisabeth Denninger, MScN
Studienprotokoll:https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34784883/
Zielsetzung und Methoden

Mit der steigenden Zahl an Entlassungen aus Kliniken, bedingt durch höhere Fallzahlen, weniger Betten und kürzere Verweildauern, nehmen auch kognitive Störungen wie Demenz und Delir, insbesondere bei älteren Menschen, zu. Fehlende Orientierung bei Ortswechseln kann diese Störungen weiter verschlimmern. Das Projekt TRADE (TRAnsport und DElir bei älteren Menschen) wurde initiiert, um diese Lücke zu schließen. Ziel ist es, Bezugspersonen älterer Menschen bei Verlegungen oder Entlassungen über das Delirrisiko zu informieren und aktiv in den Übergangsprozess einzubinden.

Im Projekt TRADE wurden mehrere Studien innerhalb der beiden Phasen Entwicklung (Phase 1) und Machbarkeit (Phase 2) des United Kingdom (UK) Medical Research Council (MRC) Frameworks für die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen durchgeführt. In Phase 1 erfolgte die Entwicklung der Intervention und einer Programmtheorie durch eine Multi-Method-Studie, bestehend aus Fokusgruppen, einem Expert*innenworkshop und einer Delphi-Umfrage. Zudem wurden in einem systematischen Review bekannte Risikofaktoren und Interventionen zur Delirprävention bei Verlegungen und Entlassungen identifiziert. In einer Beobachtungsstudie wurde die aktuelle Praxis bei Verlegungs- und Entlassungsprozessen untersucht. In Phase 2 wurde die Machbarkeit der Intervention in einer Cluster-randomisierten kontrollierten Studie auf 18 Stationen in vier Krankenhäusern getestet, begleitet von einer Mixed-Methods-Prozessevaluation und einer gesundheitsökonomischen Analyse.

Ergebnisse

Die entwickelte Intervention umfasst einen Verlegungs- und Entlassungspfad mit einem 8-Punkte-Programm zur Delirprävention als Leitfaden für Bezugspersonen älterer Menschen. Zu den Implementierungsstrategien gehören Informationsmaterialien, Schulungen für Gesundheitsfachpersonen, der Einsatz von Gatekeeper*innen und Champions, Ist-Analysen und Informationsweitergaben an Stakeholder*innen. Die Entwicklung der Intervention fand vor der COVID-19-Pandemie statt, während die Umsetzung in der Zeit der Pandemie durchgeführt wurde. Die Implementierung wurde durch die COVID-19-Pandemie beeinträchtigt, insbesondere bei der Einbindung von Bezugspersonen in die Prozesse. Dennoch führten die Interventionen zu einem höheren Bewusstsein für Delirprävention und zu prozeduralen Änderungen. Die identifizierten Einflussfaktoren bieten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Intervention.

Projektpartner: AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Heidelberg, Geriatrisches Zentrum der Universität Heidelberg; AGAPLESION Bethesda Klinik gGmbH; AOK Baden-Württemberg, Referat Rehabilitations-/Pflegeforschung; Alfried-Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen; DRK Ulm als Vertreter des Landesverbandes; Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie, Universität Ulm; Klinik für Innere Medizin I, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Ulm; Medizinische Klinik III, Kardiologie Klinikum der Eberhard-Karls-Universität, Tübingen; Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Innere Medizin – Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumonologie; Zentrum für Qualität in der Pflege, Berlin.

Wichtige Veröffentlichungen
  • Denninger, N.-E., Brefka, S., Skudlik, S., Leinert, C., Mross, T., Meyer, G., Sulmann, D., Dallmeier, D., Denkinger, M., Müller, M. (2024). Development of a complex intervention to prevent delirium in older hospitalized patients by optimizing discharge and transfer pro-cesses and involving caregivers: A multi-method study. International Journal of Nursing Studies, 150, 104645. PMID: 38091654 https://doi.org/10.1016/j.ijnurstu.2023.104645 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38091654/
  • Denninger, N.-E. & Müller, M. (2023). Delir im Kontext von Verlegung und Entlassung. In: C. Hermes (Hrsg.). Delir (1. Aufl.). München: Elsevier GmbH.
  • Leinert, C., Brefka, S., Braisch, U., Denninger, N.-E., Müller, M., Benzinger, P., Bauer, J. Bahrmann, A., Frey, N., Katus, H. A., Geisler, T., Eschweiler, G., Klaus, J., Seufferlein, T., Schütze, K., Gebhard, F., Dreyhaupt, J., Muche, R., Pahmeier, K., Biermann-Stallwitz, J., Wasem, J., Flagmeier, L., Dallmeier, D. & Denkinger, M. (2021). A complex intervention to promote prevention of delirium in older adults by targeting caregiver’s participation during and after hospital discharge – study protocol of the TRAnsport and DElirium in older people (TRADE) project. BMC Geriatrics, 21, 646. PMID: 34784883; PMCID: PMC859429 doi.org/10.1186/s12877-021-02585-0 
abgeschlossen
SEVEN-PCS (2023 - 2024) Modellprojekt adaptive, sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung Long-/ Post-COVID in Baden-Württemberg
Förderung:Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg
Projektleitung:Das Kompetenznetz Long/Post-COVID Baden-Württemberg besteht aus vier regionalen Partnern an den Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm, die in engem Austausch stehen. Die Koordination erfolgt durch die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung in Heidelberg.
Projektmitarbeitende:Dr. med. Sandra Stengel (Ansprechpartnerin), Kathrin Sesterheim, Simone Antin, Nicole Gretz
Zielsetzung und Methoden

Das Hauptziel des Modellprojekts ist die Entwicklung eines gestuften Versorgungskonzepts für Post-COVID, welches dazu geeignet ist, eine primärärztlich gesteuerte, interdisziplinär-interprofessionelle Versorgung zu fördern, schwer und komplex Erkrankte bedarfsorientiert in gezielter Zusammenarbeit mit Hochschulambulanzen zu versorgen und zugleich wissenschaftlich gewonnene Erkenntnisse rasch in die ambulante Versorgung zu überführen.

Die übergeordneten Ziele sind, die Erstellung eines gestuften, sektorenübergreifenden und adaptiven Versorgungsmodells für Patient*innen mit Post-COVID-Syndrom inklusive Vorschlägen für Vergütungspauschalen und die Erarbeitung von Empfehlungen zur Umsetzung der Interventionen. Hierbei soll eine angemessene Beteiligung von Patient*innen und Akteure sowie die Übertragbarkeit auf andere Erkrankungen, insbesondere ME/CFS gewährleistet werden. 

Im Rahmen des Modellprojekts SEVEN PCS wurden verschiedene Interventionsbausteine identifiziert, fokussiert und konsentiert: (1) Gesundheitskompetenz fördernde Webseite, (2) Fortbildungen, (3) Versorgungspfade, (4) Regionale Netzwerke, (5) Universitätsklinika-Netzwerk, (6) Telemedizin und (7) Beratungsangebote für Betroffene inklusive Case-and-Care-Management. Diese werden in Arbeitspakten der Standorte entwickelt, pilotiert bzw. evaluiert.  Neben der Projektleitung beschäftigt sich der Standort Heidelberg schwerpunktmäßig mit den Arbeitspaketen Telemedizin, Fortbildung und Universitätsklinika-Netzwerk.

Ergebnisse

Im Projekt, das von den allgemeinmedizinischen Instituten und Post-COVID-Ambulanzen der Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm durchgeführt wurde, wurde in einem Arbeitspaket eine Fortbildung entwickelt. Die wissenschaftliche Leitung lag bei der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg, die zugleich für die inhaltliche Ausgestaltung verantwortlich war. Das Fortbildungsangebot „Post-AIM – Postakute Infektionssyndrome versorgen - Der gemeinsame Weg ist das Ziel“ vermittelte praxisnahes Wissen für Fachkräfte zu Post-COVID, ME/CFS und anderen postakuten Infektionssyndromen. Das Fortbildungsangebot war zwischen 2/25 und 11/25 verfügbar. Letzte Möglichkeit der Registrierung war am 31.08.2025. Die Daten der Begleitevaluation werden derzeit ausgewertet.
Ergebnisse zu den weiteren Arbeitspaketen folgen. Die im Rahmen des Projekts erhobenen Daten befinden sich zum aktuellen Zeitpunkt noch in der Datenauswertung.