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Sektion Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie

Die interdisziplinäre Forschungssektion „Phänomenologische Psychiatrie und Psychotherapie“ unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs erforscht die Grundstrukturen subjektiven Erlebens und ihre Abwandlungen in psychischer Krankheit mit theoretischer und empirischer Methodik. Hierbei arbeiten Experten und Expertinnen aus den Bereichen der Psychiatrie, Philosophie und Psychologie an gemeinsamen Fragestellungen wie beispielsweise der Veränderung des Selbsterlebens, der Leiblichkeit oder der Intersubjektivität aufgrund psychischer Krankheiten.

Aktuelle Veranstaltungen

DGAP-Workshop "Die Vielfalt des Präsenzerlebens" / "The Manifold Senses of Presence"

19.10.2021 / Deadline CfA 28.07.2021

Spätestens seitdem unser Alltag maßgeblich durch soziale Distanz geprägt war und teilweise noch ist, ist deutlich geworden, welche Rolle das Phänomen der „Präsenz“ für unsere Lebenswelt spielt. Genau ge­nommen, ist es der zunehmende Mangel an Präsenz, der augenfällig geworden ist, und der nicht nur den besonderen Umständen der Pandemie, sondern auch einer zunehmenden Medialisierung, Virtualisierung und Beschleunigung der Lebenswelt zuzuschreiben ist. Wodurch sich „Präsenz“ aber eigentlich charakte­risieren lässt, ist gar nicht so einfach zu fassen. Mitunter wird darunter die Eigenschaft von etwas ver­standen, das in der Wahrnehmung besonders hervorsticht, „salient“ ist, oder auch der Eindruck, dass sich etwas authentisch oder „wirklich“ anfühle; schließlich lässt sich auch eine besondere Intensität von Interaktionen dem Begriff der Präsenz zuordnen.

Präsenz scheint sich entlang all dieser perzeptiven, affektiven und leiblich-interaktionalen Dimensionen zu entfalten, lässt sich aber keineswegs auf eine von ihnen reduzieren. Eher noch scheint sich in dem Phänomen eine übergreifende und spezifische Art des (Selbst-)Gewahrseins („awareness“) abzubilden. Noch mehr als nur einen Mangel, sondern einen weitgehenden Verlust des Präsenzerlebens kann man wiederum in verschiedenen psychopathologischen Störungsbildern wie der Schizophrenie oder in affek­tiven Störungen beobachten. Hierbei wird noch einmal das fragile Gleichgewicht deutlich, auf dem das gar nicht so alltägliche oder oftmals äußerst subtile Präsenzerleben beruht. Um diese Aspekte vertiefend zu untersuchen, möchte die DGAP zu einem Early-Career-Workshop einladen und Perspektiven aus der Philosophie, Phänomenologie, Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie zusammenbringen.

Der Workshop richtet sich an fortgeschrittene Studierende (Master/Staatsexamen/Magister), Dokto­rand*innen und Postdoktorand*innen (max. 5 Jahre nach der Promotion). Interessierte möch­ten wir einladen, ein Abstract (max. 500 Wörter) bis zum 28. Juli an Ute-Anna.Wittenberg(at)med.uni-heidelbeg.de zum anonymi­sierten Peer Review zu schicken. Deutsch- wie englischsprachige Beiträge können eingereicht werden. Für die Vorträge bitten wir, 25-30 Minuten für die Präsentation und 20-25 Minuten für die Diskussion einzuplanen. Die Rückmeldungen zu angenommenen Beiträgen werden bis zum 4. August verschickt.

Wir freuen uns auf einen bereichernden Austausch – nach Möglichkeit in leiblicher Präsenz!

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Daniel Vespermann und Monika Knack

(Wissenschaftliche Organisation)

Zum vollständigen Call for Abstract und möglichen Themen und Fragestellungen: hier (dt.), hier (engl.)

Phänomenologie und Psychotherapie II - Vortragsreihe im SS 2021

07.07.2021, 18 Uhr

„Unbeschreibbarkeit und Ausdruckskraft: Überlegungen zu Möglichkeiten der Vermittlung von Wahnerfahrungen im Gespräch“

Dr. med. Anke Maatz (Universitätsklinikum Zürich)

Programm für das Sommersemester 2021: hier

Der Vortrag wird nur digital stattfinden. Wie üblich findet im Anschluss des Vortrags eine Diskussion statt. Für den Zoom-Link melden Sie sich bitte bei Lukas.Iwer(at)med.uni-heidelberg.de an.

 

Interview mit Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs in "Melchior" 14/21

Verteidigung des Menschen

Ein Gespräch mit dem Philosophen und Psychiater Thomas Fuchs über Menschheitsträume, den Humbug digitaler Unsterblichkeit und die Bedeutung der Leiblichkeit (Interviewerin: Magdalena Hegglin)

Zum Interview

Interview mit Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs

Wieviel Digitalisierung verträgt der Mensch? (Online Talk mit Karoline Gil)

Nicht nur als Folge der Corona Pandemie sehen wir enorme Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und massive Veränderungen unserer Lebenswelt durch die Digitalisierung. Damit stellen sich Fragen, wie sich diese Prozesse auf unser Verständnis vom Menschen und das Menschenbild auswirken? Wie viel Digitalisierung verträgt der Mensch?

Zum Video

Prof. Michael Schmidt-Degenhard (1953-2020)

Ein Nachruf von Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs

Interview mit Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs

Für ein neues Denken kämpfen/Was dem modernen Denken fehlt

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs erklärt im Video, wieso er den "Reduktionismus" als Welterklärung nicht ausreichend findet und was das Ganze mit Dualismus zu tun hat.

Link zum Video

Podcast-Reihe "Selbstbewusste KI" des Technologievorschau-Projekts "KI-Bewusstsein" am KIT

Ohne Leben kein Bewusstsein. Im Gespräch mit Thomas Fuchs

"Bewusstsein im Computer ist eine Simulation."

#01 Ohne Leben kein Bewusstsein

Interview mit Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs in Psychologie Heute 10/2019

Schneller, als die Zeit erlaubt

"Es ist nie genug. Das hat die Selbstperfektionierung mit der linearen Zeit gemein."

Psychologe Heute 10/2019 - Schneller, als die Zeit erlaubt

Aktuelle Publikationen (Auswahl)

Tewes, C., Stanghellini, G. (2020)
Time and Body. Phenomenological and Psychopathological Approaches.
Cambridge: Cambridge University Press.

Fuchs, T. (2020)
Verteidigung des Menschen. Grundfragen einer verkörperten Anthropologie
Berlin: Suhrkamp

Fuchs, T. (2020)
Randzonen der Erfahrung. Beiträge zur phänomenologischen Psychopathologie.
Freiburg: Alber.

Fuchs, T., Breyer, T. (Hrsg.) (2020)
Selbst und Selbststörungen
Freiburg: Alber.

Fuchs, T., Iwer, L., Micali, S. (Hrsg.) (2018)
Das überforderte Subjekt. Zeitdiagnosen einer beschleunigten Gesellschaft.
Berlin: Suhrkamp.

Fuchs, T. (2017). Ecology of the Brain. The Phenomenology and Biology of the Embodied Mind. Oxford: Oxford University Press. Weitere Informationen: hier

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